BMW: Weshalb man Marco Melandri gewähren lässt

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Marco Melandri soll 2013 für BMW Superbike-Weltmeister werden. Doch erst seit er mit dem letztjährigen Chassis der S1000RR fährt, holt der Italiener wieder Siege.

Letzten Herbst prophezeite der damalige BMW-Motorsport-Direktor Bernhard Gobmeier, es sei ein Fehler, das Werksteam aus der Hand zu geben. Tatsächlich fehlte es dem Team um Marco Melandri und Chaz Davies zu Saisonbeginn an Konstanz. Nach wochenlangem Klagen von Melandri ließ sich die Crew von BMW Italia sogar dazu hinreißen, ein letztjähriges Chassis auszugraben. Seither fährt Melandri wieder vorne mit, liegt in der WM nur noch 32 Punkte hinter Leader Sylvain Guintoli (Aprilia).

Während der Schritt zurück zum alten Material für viele Experten eine Bankrotterklärung bezüglich der Entwicklungsfähigkeiten des neuen BMW-Werksteam darstellt, sieht Christian Landerl, Leiter Entwicklung und Baureihen BMW Motorrad, andere Ursachen für den mittelmäßigen Saisonstart und den folgenden Aufschwung. «Marco hatte eine gesundheitlich schwierige Zeit, weil er mit seiner Verletzung zu kämpfen hatte», meinte der hochrangige BMW-Manager gegenüber SPEEDWEEK.com. «Man muss berücksichtigen, dass er nicht hundertprozentig fit war und trotzdem sehr, sehr gute Leistungen abgeliefert hat, weil er die Zähne zusammengebissen hat.»

Die letzten Zehntelsekunden spielen sich im Kopf ab

«In der gesamten Entwicklung, da können sie Rahmenteile, Motorenteile oder Steuer- und Regelsysteme nehmen, gibt es jeden Tag etwas zu diskutieren», ist sich Landerl bewusst. «Bei uns ist es so, dass der Rennfahrer mitreden kann. Die letzten paar Zehntelsekunden spielen sich aber ganz klar im Kopf ab. Jetzt ist es eine Abwägung, ob sie sich als Techniker durchsetzen wollen und behaupten, das ist besser, oder hören sie auf den Rennfahrer, weil der glaubt, dass er damit die letzten 0,3 Sekunden holen kann. Marco hat einen sehr starken Charakter. Wir wären nicht gut beraten, würden wir unsere Techniker-Meinung durchsetzen. Wir haben im ersten Jahr mit Marco viel gewonnen, weil er als Fahrer ein enormes Analysevermögen hat und sehr präzise Rückmeldungen gibt, mit denen der Techniker etwas anfangen kann. Er erzählt nicht irgendwelche Geschichten, sondern ist sehr pragmatisch in seiner Vorgehensweise. Das schätzen wir sehr, damit verlassen wir uns auch auf ihn – und tun gut daran.»

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