FIM räumt ein: Regeländerung für Bimota möglich!

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM

Von der Bimota BB3 sollen 2014 laut Teamchef Francis Batta lediglich 300 Stück gebaut werden. Trotzdem überlegt der Motorrad-Weltverband FIM, wie er das Motorrad für die Superbike-WM zulassen kann.

Acht Hersteller sind in der Superbike-WM 2014 sicher dabei, Bimota könnte der neunte sein. Die Kultmarke aus Italien, inzwischen in Schweizer Besitz, hat sich mit dem belgischen Alstare-Team für die kommenden fünf Jahre verbündet und vor wenigen Tagen den WM-Einstieg verkündet. Vorbehaltlich der Homologation des Motorrads, der Bimota BB3.

Nach letztjährigem Reglement muss ein Hersteller innerhalb von zwei Jahren 2000 Stück des entsprechenden Motorrads produzieren. Will Bimota in der Superbike-WM 2014 dabei sein, müssen bis zum Zeitpunkt der Homologation 125 Motorräder gebaut werden, 500 Stück bis zum 30. Juni 2014, 1000 Stück bis zum 31. Dezember 2014 und 2000 Stück bis zum 31. Dezember 2015.

Ob dieses Reglement für 2014 Gültigkeit behält, weiß niemand. Fünf Wochen vor dem Superbike-WM-Auftakt in Australien gibt es kein aktuelles Reglement. SPEEDWEEK.com hakte bei Charles Hennekam, dem Technischen Koordinator der FIM, nach. Wir bekamen Erstaunliches zu hören.

«Die FIM heißt neue Hersteller willkommen, die an einer oder mehreren FIM-Weltmeisterschaften teilnehmen wollen. Es gibt Regeln und Voraussetzungen, die dafür erfüllt sein müssen. Die vorgeschriebene Minimummenge für eine Homologation orientiert sich am Markt», sagt Hennekam.

Im Markt wird seit Jahren deutlich, dass die aktuell vorgeschriebene Menge von 2000 Motorrädern nicht mehr zeitgemäß ist. Selbst große Hersteller wie Yamaha können so viele Motorräder in einem Nischenmarkt wie jenem hubraumstarker Supersport-Motorräder kaum noch absetzen. Innerhalb des Hersteller-Bündnisses MSMA (Motorcycle Manufacturer’s Association) wird deshalb seit Monaten diskutiert, die vorgeschriebe Homologations-Stückzahl auf 1500 zu senken. Doch auch die Herstellung von 1500 Motorrädern in zwei Jahren bleibt für Bimota eine Utopie. Alstare-Teamchef Francis Batta spricht von der Produktion von 300 Bikes pro Jahr.

Extraregel für Kleinserien?

In dem FIM-Statement heißt es weiter: «Die FIM sowie die Superbike-Kommission haben die vorgeschriebene Homologationsstückzahl in der Vergangenheit immer der Marktsituation angepasst. Die letzten Änderungen gab es 2009 und 2012, schon damals machte uns die Marktsituation von Sportmotorrädern große Sorgen. Momentan diskutieren wir mit den etablierten und neuen Herstellern, um eine akzeptable Lösung zu finden. Offiziell werden wir das Ende Januar verkünden.»

Vorstellbar ist, dass es für teure Sportmotorräder wie die Bimota BB3, Ducati Superleggera oder die angekündigte vom MotoGP-Bike abgeleitete V4-Rakete von Honda deutlich niedrigere Homologationsmengen geben wird. Oder es gibt Ausnahmen für kleinere Werke wie Bimota für das erste Jahr in der WM.

Dann wären wir wieder exakt dort, wo die Superbike-WM vor Jahren stand, als Petronas und Bimota und teilweise auch Ducati verkappte Prototypen bauten, um damit gegen echte Serienmotorräder anzutreten.

Von 1988 bis 2000 eroberte Bimota bei 75 Rennstarts in der Superbike-WM stattliche 11 Siege, 22 Podestplätze, 4 Pole-Positions und 5 schnellste Rennrunden. Von der Bimota-V2-Suzuki wurden bis heute nur acht Stück gesichtet, 150 waren damals für die Homologation vorgeschrieben. Doch weder WM-Vermarkter Flammini noch die FIM oder die anderen Hersteller scherten sich damals um die Einhaltung dieser Regel.

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