Hat Aprilia Marco Melandri verziehen und verlängert?

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Im ersten Saisondrittel der Superbike-WM 2014 hing der Haussegen bei Aprilia schief, Superstar Marco Melandri maulte über die RSV4. Inzwischen würde er seinen Vertrag gerne verlängern.

Ende dieser Saison laufen beinahe alle Verträge in der Superbike-WM aus. Sicher ist lediglich, dass Ducati mit Chaz Davies und Davide Giugliano weitermacht. Kawasaki will mit Tom Sykes und Loris Baz verlängern, Honda möchte Jonathan Rea behalten und Supersport-WM-Leader Michael van der Mark ins Superbike-Team befördern.

Bei allen anderen Teams haben noch nicht einmal Verhandlungen für 2015 stattgefunden, erst nach der Sommerpause wird das Transferkarussell Fahrt aufnehmen.

Einer der begehrtesten Piloten ist Aprilia-Ass Marco Melandri. Der Italiener ließ zu Saisonbeginn kein gutes Haar an der RSV4. Doch seit das Aprilia-Team bei der Abstimmung seinen Weg eingeschlagen hat, ist der 31-Jährige wieder erfolgreich. In den letzten acht WM-Läufen hat Melandri dreimal gewonnen und stand fünfmal auf dem Podest. Wenig wunderlich, möchte er seinen Arbeitsplatz für 2015 behalten.

«Bislang habe ich mit Aprilia nicht über nächstes Jahr geredet», verriet der WM-Fünfte SPEEDWEEK.com. «Vielleicht werde ich Rennchef Romano Albesiano in der Sommerpause sehen, um ein Bild von den Aprilia-Plänen zu bekommen. Ich würde gerne weitermachen wie gehabt. Es dauert sieben oder acht Monate, bis man gut zusammenarbeitet. Zu Anfang war es sehr schwierig, aber jetzt fühle ich mich bei Aprilia zuhause. Das Geheimnis von Tom Sykes ist die Konstanz: Er arbeitet mit dem gleichen Team, dem gleichen Bike, den gleichen Leuten. So lassen sich gute Beziehungen aufbauen und dadurch Zeit sparen.»

Aprilia-Teamkollege Sylvain Guintoli hat die gleichen Pläne wie Melandri, er liegt mit 64 Punkten mehr auf dem Konto auf WM-Rang 2.

Unklar, wie es weitergeht

«Wie unser Superbike-Team 2015 aussehen wird, kann ich noch nicht sagen», hielt Aprilia-Rennchef Romano Albesiano fest. «Wir diskutieren, wie es mit dem Superbike-Team weitergeht. Wenn wir uns in MotoGP stärker einbringen, dann müssen wir unsere Arbeitskraft teilen. Wie viel wir Richtung MotoGP verschieben, darüber sprechen wir noch. Auch, wie sich das bei den Superbikes kompensieren lässt.»

«Ob es in der Superbike-WM ein Werksteam braucht, ist schwierig zu sagen», so Albesiano weiter. «Wenn sich eine Rennabteilung auf eine Kategorie fokussieren kann, ist das ein Vorteil. Wenn jeder Ingenieur nur über ein Thema nachdenkt, hat man einen Vorteil. Wir müssen einen Weg finden, dieselbe Arbeitskraft unserer Ingenieure in die Superbike-WM zu stecken und gleichzeitig etwas anderes zu tun. Das ist die Herausforderung, der wir uns stellen müssen. Wir wollen bei den Superbikes nicht dabei sein und keine Leistung bringen. Wir wollen nicht das Image zerstören, das wir jahrelang aufgebaut haben. Sicher werden wir einen Weg finden, um in beiden Meisterschaften konkurrenzfähig zu sein.»

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