Teamorder bei Kawasaki? Sykes weiß nicht was er will

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Nicht die dicksten Freunde: Jonathan Rea (li.) und Tom Sykes

Nicht die dicksten Freunde: Jonathan Rea (li.) und Tom Sykes

Nach den Rennen in Jerez erklärte Tom Sykes, dass er im Kampf um WM-Rang 2 keine Hilfe von seinem Teamkollegen Jonathan Rea haben wolle. Bei der Superbike-WM in Magny-Cours spuckte er andere Töne.

«Wir sahen Teamorder in der Vergangenheit, dafür erschießen dich die Leute», sagte Tom Sykes nach den Jerez-Rennen vor zwei Wochen. «Natürlich, aus Teamsicht kann man sich das überlegen, ich ziehe das aber nicht in Betracht. Wir werden das nicht tun. Letztes Jahr hätte ich sie brauchen können...»

Dieses Jahr könnte sie der Engländer ebenfalls brauchen. Zwei Läufe vor Saisonende liegt Sykes 16 Punkte hinter Ducati-Werksfahrer Chaz Davies. Im ersten Rennen in Magny-Cours rempelte sich Jonathan Rea drei Runden vor Schluss am Führenden Sykes vorbei, das Manöver hätte auch in die Hose gehen können – und kostete Sykes fünf Punkte.

Eine Weile lang sah es so aus, als würde Rea hinter Sykes bleiben und ihm so im Kampf um Platz 2 in der Weltmeisterschaft helfen. Dann hat er ihn aber doch überholt. «Wir haben das ganze Wochenende nie über dieses Thema gesprochen», versicherte Rea gegenüber SPEEDWEEK.com. «Tom hat in Interviews vor diesem Wochenende deutlich gemacht, dass er keine Hilfe haben möchte. Sicher, hätte mich mein Arbeitgeber darum gebeten in einer bestimmten Art und Weise zu fahren, dann muss ich das berücksichtigen. Ich fahre für ein Team, mit dem ich Weltmeister wurde. Es geht für mich aber noch um die großartigste Saison aller Zeiten mit den meisten Punkten. Ich muss in den letzten zwei Rennen nur noch 25 Punkte holen, dann habe ich das erreicht. Das würde mir viel bedeuten, mit der erfolgreichsten Saison in die Geschichtsbücher einzugehen. Das hatten wir das ganze Wochenende im Hinterkopf.»

«Als Fahrer fährst du um Siege, das kannst du einem Fahrer nicht wegnehmen», ist sich Sykes bewusst. «Wäre ich aber das Teammanagement... Es hängt davon ab, wie viel dir der zweite Platz in der Meisterschaft wert ist. Ich glaube, dass das Management von bestimmten Teammitgliedern leicht beeinflusst wurde. Ich komme aus Yorkshire, bei uns sagt man, dass Vorbeugen besser ist als rumdoktern. Unser Team sucht aber recht oft nach einem Heilmittel, anstatt vorzubeugen.»

«Mir bedeutet Rang 2 viel», unterstreicht der Weltmeister von 2013. «Seit 2012 wurde ich Zweiter, Erster, Zweiter, das ist keine schlechte Serie. Ich könnte damit zufrieden sein. Aber wenn ich jetzt Dritter werde, bin ich nicht mehr in den Top-2. Das ist keine Schande, aber Silber ist besser als Bronze. 16 Punkte in zwei Rennen in Katar aufzuholen ist eine Menge.»

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