2017: Marco Melandri will zurück ins Yamaha-Werksteam

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Marco Melandri (li.) mit Andrea Dosoli 2011 im Yamaha-Werksteam

Marco Melandri (li.) mit Andrea Dosoli 2011 im Yamaha-Werksteam

Seit der desaströsen MotoGP-Saison 2015 mit Aprilia liegt die Karriere von Marco Melandri auf Eis. Im Rahmen der Superbike-WM in Imola dieses Wochenende spricht der 33-Jährige mit mehreren Teams.

In der Superbike-WM zählte Marco «Macio» Melandri von 2011 bis 2014 zu den Titelanwärtern und Siegfahrern, dann gab es ein Zerwürfnis mit Aprilia, weil er zugunsten seines Teamkollegen Sylvain Guintoli seine eigenen Interessen zurückstecken musste, Stallorder war aber im Vertrag nicht vorgesehen. Der Franzose wurde Weltmeister.

Der nächste Rückschlag: Melandri hatte einen Aprilia-Vertrag für 2015, aber Aprilia zog das Superbike-Werksteam Ende 2014 aus der Weltmeisterschaft zurück. Nach monatelangem Tauziehen wurde der 22-fache GP-Sieger Melandri von Aprilia für die MotoGP-WM quasi zwangsrekrutiert, die Zusammenarbeit mündete in einem Desaster. Anfang Juli beendeten Aprilia und der Italiener den Vertrag, Melandri ist seither auf Arbeitssuche.

Für die Superbike-WM 2016 war er bei Teams wie Althea sowie den Werksteams von Yamaha und MV Agusta im Gespräch. Doch Melandris Ruf eine Diva zu sein, eilte ihm voraus.

Beste Chancen rechnete er sich bei Yamaha aus, dort ist seit der werksseitigen Rückkehr sein alter Weggefährte Andrea Dosoli federführend. Doch Hauptsponsor Pata wollte Ex-Weltmeister Sylvain Guintoli haben, Crescent-Chef Paul Denning machte sich für den schnellen aber sturzanfälligen Alex Lowes stark.

Ende November 2015 testete Melandri für das MV-Agusta-Werksteam. Geschäftsführer Castiglioni und Forward-Chef Giovanni Cuzari hätten Melandri gerne auf eine zweite F4RR neben Leon Camier in die WM geschickt, doch dafür wären zusätzliche 400.000 Euro Budget nötig gewesen und Melandri hätte außerdem gratis fahren müssen. Es blieb beim Test.

Marco Melandri dementiert

Dieses Wochenende ist Melandri zu Gast bei der Superbike-WM in Imola. Am Freitag wurde er beim Yamaha-Werksteam vorstellig, Berichte italienischer Medien, er hätte bereits für 2017 unterschrieben, dementierte er: «Richtig ist, dass Pata einen italienischen Fahrer haben möchte.»

Sollte Alex Lowes zu Yamaha Tech3 in die MotoGP-WM abwandern, wäre bei Pata Yamaha der Platz neben Sylvain Guintoli frei. Pata gehört in Italien zu den führenden Herstellern für Knabberzeug, das Unternehmen will Marktanteile gewinnen. Dafür wäre eine Ikone wie Melandri hilfreich.

Mit Yamaha verbindet den 33-Jährigen eine erfolgreiche Geschichte. 2011 fuhr Melandri in 26 Superbike-WM-Läufen 15 Mal aufs Podest, holte vier Siege und wurde hinter Carlos Checa (Ducati) Vizeweltmeister.

All’ diese Tatsachen existierten auch vor der laufenden Saison, trotzdem fiel Melandri bei Pata Yamaha durchs Raster.

Ebenfalls gesehen in Imola: Cal Crutchlow. Der Engländer fürchtet um seinen MotoGP-Platz bei LCR Honda und wurde ebenfalls bei Yamaha vorstellig. 2009 gewann er für den Hersteller mit den drei Stimmgabeln im Logo die Supersport-Weltmeisterschaft, im Jahr darauf wurde Crutchlow Fünfter der Superbike-WM (10 Podestplätze, 3 Siege), bevor er drei Jahre für Tech3 MotoGP fuhr.

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