Fast perfekt: Milwaukee Aprilia mit Laverty, Savadori

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Heute sickerte durch, dass sich das britische Milwaukee-Team und Aprilia für die Superbike-WM 2017 zu «99,9 Prozent einig» sind. Das voraussichtliche Fahrer-Duo werden Eugene Laverty und Lorenzo Savadori bilden.

Am 10. Juli berichtete SPEEDWEEK.com exklusiv über die Pläne von Milwaukee-Teamchef Shaun Muir, für die Superbike-WM 2017 von BMW zu Aprilia zu wechseln. Nicht nur das, der Hersteller aus Noale, Superbike-Weltmeister 2010, 2012 und 2014 mit Max Biaggi und Sylvain Guintoli, will sich auch wieder verstärkt werksseitig einbringen, wenn die finanziellen Voraussetzungen stimmen.

Während Aprilia bis zum werksseitigen Superbike-Ausstieg Ende 2014 weltmeisterlich war, kommen sie in der MotoGP-WM auf keinen grünen Zweig. Mit Red Devils Roma 2015 und IodaRacing 2016 hatten und haben sie kein Superbike-Team, mit dem sie gegen Kawasaki und Ducati bestehen können.

Das soll sich nächstes Jahr ändern. Von Aprilia erfuhr SPEEDWEEK.com, mit Milwaukee sei noch kein Vertrag für 2017 unterschrieben – es geht ums Geld. Aus dem Milwaukee-Team hören wir, dass der Deal «zu 99,9 Prozent perfekt» sei.

Aprilia rief in den Verhandlungen mit interessierten Teams letzten Winter weit über eine Million Euro auf für Werks-Motorräder, Personal, Weiterentwicklung und die Erhaltung des Superbike-Testteams. Da sich Aprilia auf Anweisung des Piaggio-Konzerns auf die MotoGP-WM konzentriert, dürfte sich an diesen Forderungen für 2017 nicht viel geändert haben.

Doch für das Milwaukee-Team könnte sich diese Investition auszahlen. «Ich habe einen Langzeitplan», unterstreicht Teamchef Muir. «Wenn ich unseren aktuellen Level mit dem vergleiche auf dem wir sein möchten, dann bleibt uns nur ein Markenwechsel. Aprilia hat gesehen, was wir als Team im Fahrerlager darstellen. Wir haben viel Material und massiv investiert, um hier zu sein. Wir sind auf einem hohen Level in die Weltmeisterschaft eingestiegen, auch wenn die Resultate das nicht unterstreichen. Aprilia weiß, dass ich die Ambition habe Rennen zu gewinnen.»

Der Engländer weiter: «Die Sponsoren haben sehr deutlich gemacht, dass jede Richtungsänderung des Teams bessere Resultate nach sich ziehen muss. Wir können nicht den Hersteller wechseln und auf dem gleichen Level bleiben. Ansonsten haben wir nur viel Zeit und Energie verschwendet.»

Laverty soll Nummer 1 werden

Milwaukee wurde 2015 mit Joshua Brookes und Yamaha Britischer Superbike-Meister. Weil sich Yamaha für die Weltmeisterschaft 2016 mit dem ebenfalls britischen Crescent-Team verbündete, ging Muir beim WM-Einstieg einen Vertrag mit BMW ein. Die Bayern würden das finanziell gut aufgestellte Team gerne behalten, für nächstes Jahr wurde ihnen ein stärkeres Engagement offeriert. Doch obwohl BMW von Milwaukee für 2017 noch keine Absage erhielt, sind die Würfel längst gefallen.

Wenn Shaun Muir die von Aprilia aufgerufene Summe bereit ist zu bezahlen, werden sie für 2017 feinstes Werksmaterial und personelle Unterstützung erhalten. Dank der Hauptsponsoren Milwaukee (Werkzeug) und Gulf (Schmiermittel) hat das Team die entsprechenden Ressourcen.

Als Aushängeschild will Muir den Nordiren Eugene Laverty verpflichten, dessen jetziges MotoGP-Team Aspar wohl nicht das Geld hat, um ihm 2017 eine 2016er-Ducati hinzustellen. Auf das 2014er-Motorrad will der ehemalige Superbike-Vizeweltmeister nicht mehr steigen.

Als zweiter Fahrer kommt Superstock-1000-Champion Lorenzo Savadori zum Einsatz, der in seiner ersten Superbike-Saison erstaunliche Leistungen (6 Mal Top-6) zeigt und zudem einen Aprilia-Werksvertrag besitzt. So spart sich Milwaukee das Geld für einen der beiden Fahrer.

Die aktuellen Fahrer Joshua Brookes und Karel Abraham müssen sich für 2017 nach neuen Jobs umsehen. Sie liegen mit 58 und 32 Punkten lediglich auf den WM-Rängen 15 und 18.

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