Exklusiv: Wie Sylvain Guintoli seine Hände zerstörte

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Nach viereinhalb Monaten Verletzungspause kehrt Yamaha-Werksfahrer Sylvain Guintoli Mitte September in die Superbike-WM zurück. SPEEDWEEK.com begleitete ihn bei seinem ersten Test auf dem Lausitzring.

Der Yamaha-Pilot flog Ende April in Imola beim Herausbeschleunigen aus Curva Acque Minerali per Highsider von seiner R1, wurde hoch in die Luft katapultiert und schlug mit voller Wucht auf dem Rücken auf. Minutenlang wurde Sylvain Guintoli auf der Strecke liegend betreut, er war ohnmächtig.

«Am linken Knöchel wurde ich operiert, dort hatte ich ein Loch im Fuß», erinnert sich der Weltmeister von 2014. «Alles in allem hätte der Sturz schlimmer enden können, aber ich hatte Prellungen am ganzen Körper.»

Guintoli verpasste die Rennen in Imola, Sepang, Donington Park, Misano und Laguna Seca und fiel in der WM von Platz 8 auf 14 zurück. Mitte September beim deutschen WM-Lauf auf dem Eurospeedway ist der vierfache Vater wieder dabei.

Nach seinen ersten Runden mit der Werks-R1 nach monatelanger Pause ist Guintoli zufrieden: «Mein Körper fühlt sich normal an, das ist gut. Mein Sturz damals war schlimm, nach so etwas bekommt man Zweifel. Wenn man dann vier Monate lang nicht fährt und nicht wieder sofort draufsteigt, dann wird es schlimmer, weil man es nicht vergisst. Ich muss jetzt wieder lernen, dem Motorrad zu vertrauen.»

Es ist aber nicht so, dass du mental ein Problem hast, weil der Sturz in deinem Kopf steckt?

Nicht wirklich. Aber ich hatte noch nie einen so schlimmen Sturz, ich kann mich an keinen erinnern. Mir war danach nicht klar, was ich zu erwarten habe. Du denkst, dass alles gleich ist, dass das ein Motorrad ist und du einfach fahren musst. Es lief auch fein, ich war auch nicht so langsam.

Bist du wieder 100-prozentig fit?

Heute war der erste Tag auf dem Motorrad nach vier Monaten. Obwohl ich die letzten Wochen etwas mit einer Serienmaschine trainiert habe, war es doch ganz anders. Schau dir meine Hände an, sie sind zerstört. Aber so läuft der Job. Man muss wieder draufsteigen und sich wieder daran gewöhnen.

Verrätst du mir deine Rundenzeit?

Fantastisch ist sie nicht – ich bin aber auch nicht so weit weg.

Aber du bist zufrieden mit deinem Tag?

Ja, ich bin glücklich. Ich genieße das Fahren und es gibt keine Zweifel: Das ist, was ich tun möchte.

Mit dem Serienmotorrad bist du auf der Straße spazieren gefahren?

(lacht) Nein, ich ging damit auf die Rennstrecke. Das Motorrad war komplett Standard, ich hatte lediglich Slick-Reifen von Pirelli drauf. Ich fuhr in Silverstone, Donington Park und Mallory Park. Es ging darum, dass ich Schritt für Schritt wieder ein Gefühl für die Geschwindigkeit bekomme.

War es die korrekte Entscheidung, dass du auf dein Comeback so lange gewartet hast?

Es gab keinen Grund, früher zurückzukommen, körperlich war ich nicht fit. Das Team und ich waren uns einig, dass es nichts gebracht hätte, wenn ich zurückgekommen wäre, nur damit ich wieder da bin.

Die lange Pause erlaubt es mir, zu meinem alten Speed zurückzufinden.

Hat sich am Motorrad viel verändert in deiner Abwesenheit?

Ich fühle kaum Unterschiede.

Was war der Grund für deinen schlimmen Highsider in Imola?

Darüber darf ich nicht sprechen.

Es war also nicht deine Schuld?

Haha, ich darf es nicht kommentieren. Manchmal passieren solche Dinge eben.

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