Yamaha-Rookie Xavi Vierge fällt auf: Ducati klingt eher wie ein MotoGP-Bike
Nach vier Jahren mit Honda wechselte Xavi Vierge in das Superbike-WM-Werksteam von Yamaha und fühlt sich auf der R1 pudelwohl. Doch der Spanier weiß: Abgerechnet wird erst, wenn es um WM-Punkte geht.
Seit Toprak Razgatlioglu nach der Saison 2023 von Yamaha zu BMW flüchtete, gibt Andrea Locatelli beim japanischen Hersteller die Richtung vor. Der Italiener wurde im Vorjahr WM-Vierter und hatte seine Markenkollegen Jonathan Rea, Remy Gardner und Dominique Aegerter bis auf wenige Ausnahmen im Griff.
Dieses Jahr sind im Quartett der Yamaha-Werksfahrer mit Supersport-Champion Stefano Manzi und dem von Honda kommenden Xavier Vierge zwei Neuzugänge. Vierge fühlt sich auf der R1 pudelwohl, fuhr sofort auf Augenhöhe mit Locatelli und beendete den Jerez-Test im Januar nach gerade einmal zwei Stunden auf trockener Piste als bester Yamaha-Pilot auf Platz 3 – nur Nicolo Bulega (Ducati) und Alex Lowes (Bimota) waren schneller.
Den Portimao-Test Ende Januar verregnete es komplett, vor dem Saisonstart am letzten Februar-Wochenende auf Phillip Island kommt nur noch der Test auf gleicher Strecke in Südaustralien am Montag und Dienstag davor.
Xavi Vierge nahm den Regen mit Humor
«Wenigstens konnte ich das Motorrad vor dem Saisonstart schon mal im Nassen fahren», meinte Vierge beim Treffen mit SPEEDWEEK.com mit Galgenhumor. «Im Trockenen hatte ich gleich wieder das gute Gefühl vom letzten Test im Vorjahr, das war wichtig. Wenn du mit einem neuen Motorrad auf Anhieb schnell bist, ist das sehr gut. Ich bin glücklich – es stimmt aber auch, dass ich im Trockenen bislang nur in Jerez fuhr, auf einer Strecke, die sehr gut ist für dieses Paket.»
«In der Vorsaison kannst du dich nur schlecht mit den anderen vergleichen, weil du nicht weißt, an was sie arbeiten», weiß der Spanier. «Ich kann aber sagen, dass mir meine Arbeit bei Yamaha leichter fällt. Ich kam auf ein neues Motorrad, versuche mich anzupassen und das war’s. Locatelli mit seiner großen Erfahrung arbeitete an vielen Bereichen, deshalb konnte er sich nicht so sehr auf seinen Fahrstil oder auch die Rundenzeit konzentrieren. Aber natürlich bin ich glücklich, dass ich der schnellste Yamaha-Fahrer war. Das war aber nicht die Priorität – wichtig ist, zu verstehen, wie ich schneller werden kann. Denn es gibt andere, die sind schneller als wir. Und unser Ziel ist, diese Lücke zu schließen.»
Drei Dinge machen jedes Motorrad schneller
Zuerst wollte Vierge nicht verraten, in welchen drei Punkten er die Yamaha gerne verbessert hätte, dafür wäre es noch «zu früh». Dann rückte der 28-Jährige breit grinsend doch mit der Sprache heraus: «Um schneller zu werden, braucht man mehr Grip, mehr Motorpower, weil das geschenkte Zeit ist, und eine bessere Bremsleistung. Hätte ich das alles, wäre ich sicher schneller.»
Während der Wintertests in Europa konnte Xavi auch ein Auge auf die neue Ducati V4R werfen. «Schon der Sound ist anders», fiel dem Yamaha-Werksass auf. «Alle anderen Maschinen hören sich wie ein Superbike an, oder sind einer Serienmaschine ähnlich, während die Ducati eher wie ein MotoGP-Bike klingt. Aber es ist, wie es ist. Ich bin glücklich mit meinem Paket und Team und stehe erst am Anfang, alles zu erkunden. Für mich geht im Moment alles in die richtige Richtung. Der Fahrer sitzt auf dem Motorrad. Läuft es nicht so gut, gibt es viele Fragezeichen. Für mich ist positiv, dass ich das Team und Motorrad gewechselt habe und vom Fleck weg schnell bin. Zählen tut es aber erst auf Phillip Island.»
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