Klug? Für Ducati ist 34-jähriger Melandri die Zukunft

Von Peter Fuchs
Superbike-WM
Diese Woche ist Marco Melandri auf dem Misano World Circuit seine ersten Kilometer mit der Werks-Panigale von Ducati gefahren. Das Fazit von Superbike-Projektleiter Ernesto Marinelli.

Vier Events und acht Läufe vor Saisonende führt Weltmeister Jonathan Rea die Superbike-WM mit 368 Punkten und 46 Vorsprung auf seinen Kawasaki-Teamkollegen Tom Sykes an. Die Ducati-Asse Chaz Davies und Davide Giugliano belegen die Ränge 3 und 4, sind aber schon 108 und 183 Zähler zurück.

Diese Woche testeten die beiden Ducati-Werksfahrer in Misano, der nächstjährige Pilot Marco Melandri war mit dem Motorrad des Testteams ebenfalls dabei. Unsere Kollegen von WorldSBK.com sprachen mit Ducatis Superbike-Direktor Ernesto Marinelli.

Ernesto, was war das Hauptziel des Misano-Tests?

Wir haben verschiedene Elemente des Chassis’ und der Elektronik getestet. Natürlich war das Hauptziel, uns auf das Ende der Saison vorzubereiten. Wir werden unser Bestes geben, das Ziel ist zu gewinnen. Wir waren dieses Jahr oft nahe am Sieg dran und haben dieses Ziel auch schon vier Mal erreicht. Wir wollen die Saison mit so vielen Siegen wie möglich zwischen Deutschland und Katar zu Ende bringen.

Wie fasst du das bisherige Jahr 2016 zusammen?

Wir waren immer konkurrenzfähig, in der Lage, um Siege zu kämpfen. Mit Chaz hatten wir vier Nuller, die uns aus dem Titelkampf geworfen haben. Natürlich wissen wir, dass so was immer passieren kann, wenn der Fahrer über dem Limit unterwegs sein muss. Davide fehlt noch der erste Sieg und wir hoffen, dass er diesen vor Saisonende schafft. Auf jeden Fall waren seine Ergebnisse gut und er war zwei Mal knapp am Sieg dran.

Nächstes Jahr wird das Team nicht mehr mit Davide Giugliano arbeiten.

Die Stimmung mit Davide ist noch immer ausgezeichnet. Wir kennen ihn schon sehr lange, daher ist das nicht nur eine professionelle Beziehung, sondern auch eine wahre Freundschaft. Wir kennen sein Talent. Trotzdem haben wir uns für 2017 anders entschieden, was unsere Bewunderung für ihn aber nicht mindert. Wir haben noch ein paar Monate zusammen und unser gemeinsamer Wunsch bleibt, zu gewinnen.

Chaz Davies bekommt 2017 mit Marco Melandri einen neuen Teamkollegen. Was erwartet ihr von ihm?

Mit Marco beginnt für uns eine neue Reise. Glücklicherweise hatten wir schon ein paar Testtage. Wir haben gut angefangen und werden unser Bestes geben, damit er sich so schnell wie möglich auf dem Motorrad wohlfühlt.

Was sind die Gründe, dass ihr euch für Melandri entschieden habt?

Verschiedene. Zum einen, weil er eine lange und erfolgreiche Geschichte in der Superbike-WM hat. Er ist ein erfahrener Pilot und einer der wenigen Italiener, von denen wir wissen, dass sie stark sind. Wir halten ihn daher für eine weise Entscheidung für die Zukunft.

Wie wird 2017 für euch laufen?

Unser Ziel ist immer gleich: Unser Motorrad besser machen und unseren Fahrern mehr Vertrauen bieten, damit sie regelmäßig um Siege kämpfen und letztendlich Weltmeister werden können. Wir müssen das Gesamtpaket besser machen. Unser Hauptkonkurrent ist derzeit Kawasaki mit Jonathan Rea und Tom Sykes. Das sind beides starke Fahrer und ihr Level ist sehr hoch. Es ist wichtig schnell zu sein, aber gleichzeitig wissen wir auch, dass es lebenswichtig ist, in allen Rennen konstant zu sein.

Wie schätzt du die Melandri-Davies-Partnerschaft ein?

Sie waren schon einmal Teamkollegen und sind beide sehr ernsthafte und professionelle Fahrer. Wir erwarten eine respektvolle Rivalität, was in so einer Situation normal ist.

Vier Strecken bleiben 2016 noch: Lausitzring, Magny-Cours, Jerez und Losail. Welche davon wird Ducati am besten liegen?

Ich glaube, dass wir grundsätzlich auf allen davon gut sein sollten. Wir hatten schon einen guten Test auf dem Lausitzring, daher hoffe ich dort auf starke Rennen. Die Strecke liegt aber in einem Teil von Deutschland, wo das Wetter sehr schnell umschlagen kann, das könnte im September eine Rolle spielen. Wir wissen, dass das Wetter alles ändern kann. Magny-Cours ist eine Strecke, auf der wir nicht schlecht unterwegs sind, in Jerez hatten wir einige richtig gute Tests. Die langen Geraden von Katar könnten sich als schwierig erweisen, aber wir werden immer konkurrenzfähig sein.

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