Kevin Wölbert stark: Nachteil zum Vorteil umgemünzt

Von Manuel Wüst
Speedway
Kevin Wölbert (li.) fährt 2017 oft vorne

Kevin Wölbert (li.) fährt 2017 oft vorne

In der Speedway-Weltmeisterschaft schied Kevin Wölbert im Halbfinale knapp aus, in den Ligen in Deutschland und Polen punktet er konstant und hoch. Weshalb er Schweden oder Dänemark Großbritannien vorziehen würde.

Kevin Wölbert fuhr beim Speedway-Paar-Cup in Herxheim Maximum. Dass der 28-Jährige zweistellig punktet, ist 2017 die Regel. Wölbert fuhr in seinen 18 Rennen diese Saison erst viermal als Letzter über die Ziellinie. Eine Bilanz, die sich sehen lassen kann, denn vor der Saison hatte Wölbert einiges zu regeln. Kurzfristig verlor er seinen Platz in Großbritanniens erster Liga bei den Leicester Lions, auch sein Wechsel in Polen lief nicht reibungslos.

Die Umstände haben Wölbert nicht aus der Bahn geworfen, für seine Clubs in Polen und Deutschland liefert er Woche für Woche Top-Resultate ab. SPEEDWEEK.com setzte sich mit dem ehemaligen Deutschen Meister zusammen.

Kevin, du bist derzeit im Ausland lediglich in der polnischen Liga unterwegs, punktest dort aber Woche für Woche hoch. Inwieweit hilft dir die gezielte Vorbereitung auf die Rennen in Polen, ohne die Reisestrapazen nach England zu haben?

Man kann natürlich viel besser planen. Polen kann ich vor Ort gut planen, auch hinsichtlich der Kosten. Ich selbst habe ja nicht freiwillig in England aufgehört, es kam so, wie es ist. Ich bin nach einigen Jahren wieder in Polen eingestiegen und habe wieder bei Null angefangen. Ich bin recht zufrieden, wie es läuft. Ich fahre meine Punkte. Mein Ziel war immer, mindestens zehn Punkte zu fahren, das habe ich bislang erreicht. Zurzeit bin ich Dritter in der Averageliste, so wie es derzeit läuft, kann es weitergehen.

Du hattest von deinem ehemaligen Club Krosno eine Strafe aufgebrummt bekommen, diese erschwerte deinen Wechsel. Was war da los?

Das war ein Hin und Her. Ursache war wohl, dass ich nach einem Sturz in Landshut nicht zum Arzt gegangen bin. Jeder redet sich dann die Tatsache so hin wie er es will, dann ging es zum polnischen Verband, der für Krosno entschieden hat. Ich musste in den sauren Apfel beißen, denn ich hatte keine andere Möglichkeit, außer der deutschen Liga. Gar nicht fahren ist auch Mist.

Dein derzeitiger Club aus Oppeln war die erste Wahl? Oder waren sie die Ersten, die gefragt haben?

Alle Clubs waren besetzt und es blieben nur Krosno, die mir ja die Strafe aufgebrummt haben, und Opole übrig. Ich habe mich für TS Kolejarz Opole entschieden. Die Bahn, ein neues Team und ein neuer Sponsor haben mich in der Entscheidung bestärkt, bislang ist es gut.

Ist England für dich für diese Saison abgehakt oder bist du noch an einem Engagement interessiert?

Ich hatte sogar zwei Angebote, aber die habe ich abgelehnt. Es lag ja ursprünglich nicht an mir, dass ich nicht in England fahre, aber jetzt kommt es mir echt zugute. Ich habe Zeit, um mich gut vorzubereiten. Ich habe mein gutes Equipment natürlich in Deutschland und nicht in England und fahre auf langen Bahnen, die für mich super sind, denn das kommt mir in den internationalen Wettbewerben entgegen. In Terenzano beim GP-Halbfinale hatte ich etwas Pech, das mir ein Punkt gefehlt hat. Den hab ich im ersten Lauf verschenkt. Sollte nicht sein, und ist jetzt wie es ist. Ich bin mit der Saison trotzdem rundum zufrieden. Ich bin vier Nuller gefahren, davon einen in Terenzano, wo ich mit 7 Punkten mein schlechtestes Ergebnis einfuhr.

Du bist Vater eines Sohnes. Inwiefern kommt es dir entgegen, unter der Woche frei zu haben?

Der Junge wird im November drei Jahre alt und man kann inzwischen auch als Papa viel mehr unternehmen. Das ist natürlich jetzt schöner, dass ich zu Hause bin und was mit dem Kleinen machen kann. Das wäre in England schwer gewesen, da man da auch mal zwei Wochen am Stück drüben ist. Jetzt kann ich die Woche anders planen, für uns drei als Familie ist das umso schöner. Trotzdem hoffe ich, dass ich in Schweden oder Dänemark künftig noch irgendwo unterkomme, um mich unabhängiger von der britischen Liga zu machen. Der Aufwand, um drüben zu fahren, ist enorm. Ich weiß nicht, ob ich das noch mal so machen möchte.

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