Tobias Kroner: Spaß am Sport trotz Mehrfachbelastung

Von Rudi Hagen
Speedway

Tobias Kroner hat eine Saison mit Höhen und Tiefen erlebt. Trotz Mehrfachbelastung macht dem Dohrener der Sport immer noch tierisch viel Spaß. Am Samstag geht auf seiner Heimbahn die Post ab.

An diesem Freitag hat Tobias Kroner runden Geburtstag. Aber richtig gefeiert wird die 30 erst eine Woche später, denn am Samstag ist der Sport- und Organisationsleiter des MSC Dohren beim Rennen «Deutschland gegen den Rest der Welt» gefragt, natürlich auch als Fahrer.

Neben Kroner vertreten Kai Huckenbeck, René Deddens, Valentin Grobauer, Michael Härtel und Martin Smolinski die deutschen Farben. Im Paarfahren geht es gegen Patryk Dudek (PL), Timo Lahti (FIN), Theo Pijper (NL), Kenni Larsen (DK), Magnus Zetterström (S) und Przemyslaw Pawlicki (PL). Beginn ist um 19 Uhr.

Die Speedwaysaison 2015 verlief irgendwie durchwachsen für Tobias Kroner. «Zu Beginn war ich sehr unzufrieden mit mir», sagte der Deutsche Meister von 2012 im Gespräch mit SPEEDWEEK.com, «ich hatte schlechte Starts und kam auf keine richtige Geschwindigkeit. Es war eine Mischung aus mir selbst und der Technik, wo wir auch noch die neue Auspuffanlage an den Motor angleichen mussten.»

Ab Mai lief es dann richtig gut für den Bundesligafahrer des MSC Brokstedt. Kroner schaffte in St. Johann auch die WM-Quali und lieferte zu Pfingsten sehr gute Leistungen in Güstrow und Teterow ab. «Bis Mitte August war ich dann richtig zufrieden mit mir, aber dann kam eine lange Rennpause. Dann kam ein Einbruch wie in Norden, aber mit den Ergebnissen in Cloppenburg und in Wittstock ging es wieder aufwärts.»

Kroner machte zwischendurch an der Uni Osnabrück-Lingen, wo er im dualen BWL-Studium eingeschrieben ist, wichtige Zwischenprüfungen. Bei seinem Arbeitgeber Elektro Koopmann in Cloppenburg absolviert er zudem noch eine Ausbildung zum Industriekaufmann. Der ausgebildete Bankkaufmann, der von den Prüfungsergebnissen her zu den Top 10 in Deutschland gehörte, hat seine Prioritäten immer auf den Beruf gesetzt, aber gleichzeitig versucht, den Sport nicht zu vernachlässigen.

«Dass mir das nicht immer ganz gelingt, hat man an meinem Abschneiden bei der Deutschen Meisterschaft gesehen», erklärt Kroner, «ich weiß aber, woran es gelegen hat. Mein Beruf, das Studium, abends die Arbeit in der Werkstatt und dann auch noch einige Kommentatorentätigkeiten bei Eurosport, dazu das Fitnesstraining, das alles füllt meine Tage unter der Woche von morgens um 6 bis abends gegen 23.30 Uhr voll aus.»

Tobias Kroner ist realistisch und zuversichtlich zugleich: «Es ist schade, dass ich nicht an jedem Rennwochenende meine Möglichkeiten voll abrufen kann. Aber ich weiß ja, warum mir manchmal einige Prozente fehlen. Trotzdem macht es mir tierisch viel Spaß, dass ich immer noch dazu in der Lage bin, Top-Leute auf der Bahn zu schlagen. Ich mache auf jeden Fall im kommenden Jahr weiter und freue mich jetzt auf unser Rennen in Dohren.»

Die Frage, inwieweit die Mehrfach-Startberechtigung in der Speedway-Bundesliga sinnvoll sei, beantwortet Kroner so: «Ich bin ein Verfechter des Average-Systems. Aber unsere Bundesliga ist nicht so stark entwickelt, dass alle Clubs die B-Gruppe abdecken konnten. Sie mussten sich also nach Ersatz umsehen, um überhaupt antreten zu können. So kam es dann zu diesen Situationen, wo Fahrer mal hier und dann dort fuhren. Lücken oder Verbesserungsmöglichkeiten zeigen sich eben immer erst in der Praxis. Ich bin Liga-Fan. Wir können unseren Sport nur mit einer funktionierenden Liga voran bringen. Kooperationen wie Berghaupten und Diedenbergen bieten sich da als Modell gut an. Das muss in den Gremien besprochen werden.»

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