Bartosz Zmarzlik geht Sonderweg: «Dann kommt mir Speedway langsam vor»
Speedway-Rekordchampion Bartosz Zmarzlik schlägt bei der Vorbereitung auf die Saison zuweilen ungewöhnliche Wege ein. SPEEDWEEK.com schilderte der Pole im Exklusiv-Interview weshalb.
Joggen, Fahrrad fahren oder schwimmen sowie Kraft- und Koordinationstraining gehören für alle Spitzensportler zum täglichen Brot. Neben der körperlichen Vorbereitung setzen einige auch auf genrefremde Betätigungen, weil zum Beispiel im Winter in Mittel- oder Nordeuropa Speedway fahren wetterbedingt nicht möglich ist. Dann versuchen sich einige mit der Motocross-, Enduro-, Supermoto oder Trail-Maschine, um an ihrem Fahrgefühl zu arbeiten und Muskelgruppen zu beanspruchen, die sich im Kraftraum nur schwierig trainieren lassen.
Der sechsfache Speedway-Weltmeister Bartosz Zmarzlik gehört zu wenigen, die sich auch regelmäßig mit einem Rennmotorrad auf die asphaltierte Rundstrecke wagen. In Posen drehte er zusammen mit Seth Crump, dem Sohn des dreifachen Champions Jason, Runden mit einem 300er-Supersport-Bike. «Das ist meine größte Passion», grinste Zmarzlik im Exklusiv-Interview von SPEEDWEEK.com. «Ich war im Vorjahr auch zum zweiten Mal in Spanien auf den Strecken in Cartagena und Valencia – ich liebe es!»
Zmarzliks Honda: In Blau und mit Nummer 95
In Spanien pilotiert der Pole eine Honda CBR600RR, wie sie auch in der Supersport-WM zum Einsatz kommt. Natürlich in seinem traditionellen Blau lackiert und mit einer großen Nummer 95 auf der Seite.
«Das ist ein gutes Training für mich», hielt der 30-Jährige fest. «Ein Bike habe ich dauerhaft in Spanien, wenn ich Zeit habe, fliege ich runter. Wenn ich viel auf dem Motorrad sitze, bekomme ich ein gutes Gefühl – das ist mein Weg. Die Geschwindigkeit ist viel höher als auf einer Speedwaybahn. Wenn ich dann wieder die Speedwaymaschine fahre, kommt sie mir langsam vor. Das ist schön. Denn so kann ich schauen, was ich tun kann, um schneller zu werden. Auf dem Asphalt hast du vergleichsweise immer 100 Prozent Grip – und versuchst ständig, über die Gasgriffstellung mehr Grip zu finden. Eine Straßenmaschine hat immer mehr Grip als ein Speedwaybike.»
Einsätze auf der Langbahn reizen Zmarzlik nicht? «Nein, das würde sich nicht gleich anfühlen», bemerkte Bartek. «Ich bevorzuge den Asphalt, das ist die Königsdisziplin. Und in Spanien scheint im Winter die Sonne und es gibt sehr schöne Strecken. Dort genieße ich meine Zeit, zusammen mit meinem Bruder oder meiner Frau und den zwei Kindern. Der Große wird im März 5 Jahre alt, der Kleine ist im Februar zwei. Den Großen habe ich zum ersten Mal auf ein Motorrad gesetzt, als er drei war: Zuerst auf ein Elektrobike, dann auf eine PW50. Von Husqvarna gibt es ein Elektrobike, das ist super für die Kids. Wir fahren auch zusammen mit dem Kart oder Quad.»
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