Mysteriöser Tod: Heute wäre Matej Ferjan 39 Jahre

Kolumne von Borut Cvetko
Matej Ferjan im Jahr 2010

Matej Ferjan im Jahr 2010

Matej Ferjan war der erste slowenische Speedway-Fahrer von Weltklasse-Format. Am 22. Mai 2011 wurde er in Polen tot in seinem Transporter aufgefunden, heute wäre sein Geburtstag.

Die Nachricht, dass im polnischen Landsberg Speedway-Fahrer Matej Ferjan tot in seinem Auto gefunden wurde, hat uns im Mai 2011 tief berührt, der beliebte Slowene wurde nur 34 Jahre alt.

Der Polizeisprecher aus Landsberg teilte damals mit, dass die Obduktion von Ferjan keine sichtbaren inneren oder äußeren Verletzungen ergab. Um genauere Untersuchungen durchzuführen, wurden pathologische und toxische Untersuchungen gemacht. Inzwischen gilt als gesichert, dass Ferjan an einem Blutgerinnsel in seinem Bein starb.

Ferjans unruhiger Geist wurde bereits bei seiner Geburt am 5. Januar 1977 mit dem Sport-Virus infiziert. Er hatte Methanol im Blut, weil sein Vater Vili schon lange vor der Geburt von Matej zu Rennen gefahren ist. Obwohl er sich zuerst Jahre lang als Skifahrer versuchte, war ihm die Fahrt mit einem Motorrad nie fremd. Nach einer Knieverletzung war die Entscheidung, sich beim Speedway zu versuchen, keine Überraschung. Zuerst hat er sich versteckt, aber nach ersten Erfolgen konnte er nichts mehr verbergen und auch seine Eltern haben verstanden, dass der unruhige Junge so lange verharren wird, bis er seinen Willen durchsetzt.

Im August 1994 ist Matej zum ersten Mal auf ein Motorrad gestiegen und fuhr seine ersten Kreise im Stadion, wo zwei Jahrzehnte zuvor schon sein Vater gefahren ist. Offensichtlich hat er einen positiven Eindruck auf seinen Trainer Franc Kalin gemacht, schon in der nächsten Saison startete er in der Slowenischen Meisterschaft.

Weil er sich im Training vor dem ersten Rennen verletzte, musste er die ersten beiden Rennen auslassen. So debütierte er am 18. Juni 1995 in Lendava, erntete aber nur einen Punkt wegen des Sturzes eines Fahrers vor ihm.

Drei Monate später überraschte er alle mit elf Punkten im nächsten Rennen, wo er den vierten Platz holte. Schon am darauf folgenden Samstag in Krsko verbesserte er sich weiter und holte mit 13 Punkten seinen ersten Pokal und einen dritten Platz.

Das Jahr 1996 endete mit Motorrad-Problemen, wegen derer er sogar das letzte Rennen ausließ. Stattdessen machte er sich als 19-Jähriger auf den Weg nach Australien, wo eine Serie von Rennen, die vom legendären Neuseeländer Ivan Mauger organisiert wurde, stattfand. Matej sammelte die notwendigen Erfahrungen, vor der Saison in Europa hatte er noch Auftritte in Südafrika. Dann wartete er gespannt auf den Anfang des Jahres 1997.

Es war nicht überraschend, dass er später so viele Slowenen mit Speedway in Berührung brachte, wie lange keiner vor ihm. Bis 2001 wurde Ferjan fünfmal Slowenischer Einzelmeister, in der U21-WM gewann er als Dritter als erster Slowene eine Medaille. 2001 und 2002 startete er sogar im Speedway-Grand-Prix gegen die besten Fahrer der Welt, kam über Achtungserfolge aber nie hinaus.

Nach Missverständnissen mit dem AMTK Laibach und der Föderation AMZS wechselte Ferjan zur ungarischen Föderation, für die er seit 2003 fuhr. Zum Bedauern vieler slowenischer Fans ist Ferjan von da an nicht mehr unter der slowenischen Flagge angetreten. Das bedeutete auch das Ende für seinen Fanclub «Hopla Team» aus Krsko, der bis zu 300 Mitgliedern hatte. In Slowenien war das ein Phänomen, Individual-Sportler haben selten so viele Anhänger, sofern sie nicht von einem Sponsor animiert werden.

Als ungarischer Fahrer nahm er später auch die Staatsbürgerschaft Ungarns an und wurde sechsmal Landesmeister. Matej Ferjan fuhr auf der ganzen Welt Rennen und verdiente sich seine Brötchen unter anderen in den Ligen in Großbritannien, Schweden und Polen.

Mehr über...

Siehe auch

Kommentare

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.

Beste Formel 1 aller Zeiten? Zahlen sprechen dagegen

Mathias Brunner
​Die Formel 1 boomt, besonders in den USA. Die neue Flügelauto-Generation sollte mehr Überholmanöver denn je und packenden Sport liefern. Ein Blick in die Statistik enthüllt jedoch Erstaunliches.
» weiterlesen
 

TV-Programm

  • Mi.. 08.02., 06:00, Motorvision TV
    400 Thunder Australian Drag Racing Series 2020
  • Mi.. 08.02., 07:50, Motorvision TV
    NASCAR Cup Series 2022
  • Mi.. 08.02., 09:45, Motorvision TV
    Top Speed Classic
  • Mi.. 08.02., 10:00, Hamburg 1
    car port
  • Mi.. 08.02., 10:10, Motorvision TV
    Classic
  • Mi.. 08.02., 13:50, Motorvision TV
    High Octane
  • Mi.. 08.02., 15:00, ORF Sport+
    Formel E 2023: 2. & 3. Rennen Diriyah, Highlights
  • Mi.. 08.02., 15:15, Motorvision TV
    Formula Drift Championship
  • Mi.. 08.02., 18:00, Motorvision TV
    Gearing Up 2022
  • Mi.. 08.02., 18:30, ORF Sport+
    Formel E 2023: 2. & 3. Rennen Diriyah, Highlights
» zum TV-Programm
3