Kai Huckenbeck in britischer Liga: Mit breiter Brust

Von Jan Sievers
Speedway
Kai Huckenbeck in Güstrow vor Härtel, Möser und Muratet

Kai Huckenbeck in Güstrow vor Härtel, Möser und Muratet

Einen starken Einstand konnte Kai Huckenbeck bei seinem Speedway-Elite-League-Debüt in Großbritannien feiern: Für die King’s Lynn Stars setzte der 23-Jährige beim ersten Heimrennen ein Achtungszeichen.

Nach Kevin Wölbert und Martin Smolinski ist mit Kai Huckenbeck endlich wieder ein Deutscher im britischen Oberhaus vertreten. Der Werlter heuerte bei den King’s Lynn Stars an und hat sich bei seinen ersten Rennen nicht verstecken müssen.

«Der Deal kam zustande, als mich Robert Lambert im Februar anrief, ob ich nicht Lust hätte zum Training rüber zu kommen», sagte Huckenbeck zu SPEEDWEEK.com. «Mir hat die Bahn gleich super gefallen und ich muss bleibenden Eindruck hinterlassen haben, sodass es zur Vertragsunterzeichnung kam.»

Für Huckenbeck stehen harte Wochen bevor: Da vor den Rennen zur Elite League kein Training stattfindet, sind alle Auswärtsbahnen für ihn Neuland. So wie beim Rennen am vergangenen Freitag in Lakeside. Die Bahn unweit der Themse-Mündung gehört zu den kniffligsten Strecken mit ihren extrem spitzen Kurven. Auf kaum einer anderen Bahn genießt das gastgebende Team einen derartigen Heimvorteil. «Die Bahn war ein ganz schöner Acker und extrem schwierig», so der zweifache Deutsche Meister. «Sie ist einzigartig.»

Dass es bei seinem ersten Auswärtsrennen nur zu drei Punkten reichte, war keine Schande, bei der 56:36-Schlappe der Stars gegen die Hammers.

Nur wenige Stunden später und 100 Meilen weiter nördlich stand auf der Heimbahn in der Adrian Flux Arena in King’s Lynn das Revanche-Match gegen Lakeside an. Mit 8+2 Punkten überzeugte der 23-jährige Speedway-Profi bei seinem ersten Heimrennen.

Nach nur zwei Stunden Schlaf und mit breiter Brust nach dem England-Auftakt, konnte Huckenbeck mit dem zweiten Platz am Ostersamstag in Güstrow weiter glänzen.

Am kommenden Wochenende steht die erste harte internationale Bewährungsprobe auf dem Programm. In Thorn (Torun) findet der Auftakt zur dreiteiligen Best-Pairs-Serie mit vielen Stars der Szene statt. Zusammen mit Tobias Busch und Tobias Kroner bildet Huckenbeck das City-Team.

«Wir sind ganz gut aufgestellt, mit den beiden Tobis verstehe ich mich super. Mit Tobi Kroner bin ich im letzten Jahr schon in Brokstedt zusammen gefahren, mit Tobias Busch bei den Best-Pairs. Wir wollen Spaß haben und den einen oder anderen ärgern – mal sehen, was geht.»

Wie SPEEDWEEK.com berichtete, wird das Best-Pairs-Rennen live auf Eurosport übertragen, jedoch bleiben in Deutschland die Bildschirme dunkel.

«Ich wusste vor dem Artikel auch nicht, dass es nicht übertragen wird», so Huckenbeck. «Es ist natürlich schade, ich glaube, die TV-Übertragungen im letzten Jahr sind ganz gut angekommen.»

Als Challenge-Gewinner hatte Huckenbeck einen festen Startplatz im Langbahn-GP, auf den er jedoch frühzeitig verzichtete. Ob man den Allrounder in diesem Jahr überhaupt auf der Langbahn sehen wird, ist durch das England-Engagement fraglich.

Huckenbeck: «Langbahn ist erst mal komplett abgeschrieben. Ich denke nicht, dass ich Zeit dafür habe. Mein Kalender ist voll. Am Mittwoch geht es schon wieder rüber nach England, die Motorräder vorbereiten, Donnerstag ist das nächste Rennen. Am Freitag fliege ich wieder nach Berlin, am Samstag steht dann Thorn auf dem Programm. Am Sonntag ist in England das nächste Liga-Rennen. Ich werde viel unterwegs sein.»

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