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FIM-Idee vs. Geld verdienen: Teamformate im Speedway-Sport sind Streitpunkt

«Polen ist der Antriebsmotor des Speedway-Sports», sagt Richard Coleman, Eigentümer von Grand-Prix-Promoter Mayfield. Welche Auswirkungen das hat, verrät der Engländer im exklusiven Interview.

Speedway

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Die Speedway-Team-Weltmeisterschaft gibt es seit 1960, seit 2001 firmiert sie unter dem Namen World-Cup. Der ursprüngliche Gedanke des World-Cups war, eine Woche mit hochklassigem Speedway-Sport in einem Land zu veranstalten, wie wir es von der Fußball-Weltmeisterschaft kennen.

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Bald merkte der damalige Promoter BSI, dass nur dann viele Zuschauer kommen, wenn die Heimmannschaft fährt. Deshalb wurde der World-Cup seit 2005 mit zwei Qualifikationsrennen, teilweise einem Race-off und dem Finale auf drei Länder aufgeteilt, zu wenig Fans schauten sich während der World-Cup-Woche alle Rennen vor Ort an.

Doch das Länderinteresse ließ zunehmend nach, für BSI wurde es immer schwieriger Veranstalter zu finden. Darum wurde das gesamte Format für 2018 umgeschmissen und die Serie in «Speedway of Nations» umbenannt, angelehnt an den Motocross-Sport. Gefahren wird mit drei Piloten pro Nation, wie von 1970 bis 1993 in der Paar-Weltmeisterschaft.

Gute Gründe für beide Formate

Aber es hatte gute Gründe, weshalb es früher eine Team- (World-Cup) und eine Paar-WM (Nations) gab. Es sind unterschiedliche Modi, die Wettbewerbe spiegeln die Stärken der Länder auf sehr unterschiedliche Weise wider und haben ein eigenes Flair.

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Deshalb brachte der frühere Promoter Warner Bros. Discovery den World-Cup 2023 zurück und legte damals fest, dass dieser alle drei Jahre stattfindet; in den beiden Saison dazwischen wird das Nations ausgetragen.

Da viele Länder über mindestens einen guten bis sehr guten Speedway-Fahrer verfügen, sind im Nations deutlich mehr Mannschaften konkurrenzfähig als in einem System, in dem vier oder fünf Piloten notwendig sind. Entsprechend wird das Nations derzeit mit 15 Teams gefahren und der Weltcup nur mit zehn.

Der World-Cup hat eine besondere Atmosphäre, weil in jedem Lauf ein Fahrer der vier teilnehmenden Länder vertreten ist. In Landshut haben wir am 1. Mai erlebt, wie die gut 5000 Fans für Deutschland, Großbritannien, Tschechien und die Ukraine mitgefiebert haben.

Doppel-Events sorgen für ein Speedway-Festival

Dass so viele Fans kamen, lag daran, dass der neue Promoter Mayfield fast jeden Speedway-GP mit einem anderen Rennen kombiniert – World-Cup, SGP2, SON2, SGP3, SGP4 – und die Veranstaltungen so für die Fans zu einem Festival macht. Lediglich in Manchester, dem einzigen Doppel-GP im Kalender, und beim Finale in Thorn steht nur der Speedway-Grand-Prix auf dem Programm.

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«Die FIM ist sehr für das Nations, weil es das Nations-Konzept auch in anderen Disziplinen gibt», erklärte Mayfield-Boss Richard Coleman im Exklusiv-Interview von SPEEDWEEK.com. «Aus gewissen Gesichtspunkten funktioniert das Konzept des Nations für uns aber nicht. Für den polnischen Markt ist es nicht besonders attraktiv, weil es für polnische Teams schwierig ist, siegfähig zu sein. Deswegen hat das Nations dort nicht die Aufmerksamkeit bekommen, wie es hätte sein sollen.»

Erstaunlicherweise konnte Polen seit der Einführung des Nations 2018 nie gewinnen und «nur» viermal Silber und einmal Bronze holen. Vojens/DK 2022 und Manchester/GB 2024 wurden für die Speedwaynation Nummer 1 zum GAU, da ging Polen bei der Medaillenvergabe leer aus.

Polen ist der Antriebsmotor des Speedway-Sports.

richard coleman

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«Mit dem Weltcup ist es hingegen so, dass der polnische Markt stark eingebunden ist», fuhr Coleman fort. «Wir müssen ehrlich sein: Polen ist der Antriebsmotor des Speedway-Sports. Deshalb befürworten wir dieses Konzept. Gleichzeitig müssen wir aber eine Balance mit der FIM für das Nations finden. Ich gehe davon aus, dass das Finale ein Warschau eine sehr spezielle Veranstaltung wird.»

World-Cup selten oder öfter? Ein schmaler Grat

Würde es Sinn machen, den Weltcup und das Nations abwechselnd auszutragen? «Es gibt große Events, die dem olympischen Rhythmus von vier Jahren folgen», überlegte der Engländer. «Momentan ist der Weltcup alle drei Jahre. Es ist ein schmaler Grat: Ist der Weltcup etwas sehr Spezielles oder verliert er dieses Attribut, wenn er öfter stattfindet? Wir müssen mit allen Beteiligten zusammensitzen und darüber nachdenken, wie welches Konzept funktioniert. Wir müssen auch um die Ecke denken, ich kann das aber nicht alles allein entscheiden. Meine Beziehung zur FIM ist gut, dass wir über den Winter gewisse Konzepte umsetzen konnten, zeigt, dass sie empfänglich sind für Ideen von denjenigen, die bezahlen. In manchen Bereichen waren wir nicht einer Meinung, haben uns aber gemeinsam und sehr professionell durchgearbeitet.»

Für 2027 gibt es keine heilige Kuh.

richard coleman

Coleman abschließend: «Ich habe immer gesagt, dass wir uns sportlich dieses Jahr nicht groß einmischen, weil wir erst mal die Basis stabilisieren wollen. Für 2027 ist es aber so, dass es keine heilige Kuh gibt. Wir können uns verschiedene sportliche Formate anschauen und werden prüfen, wie das auf der anderen Seite der Bande ankommt. Wir werden uns da durcharbeiten. Die FIM engagiert sich im Speedway und hört sich an, was wir tun und wie wir den Sport promoten wollen. Gewisse Dinge müssen wir ändern, vielleicht blicke ich realistischer auf die Speedway-Pyramide als meine Vorgänger.»

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