Melbourne-GP: Greg Hancock Champion, dann im Streik

Von Ivo Schützbach
Nach Lauf 4 in Melbourne stand fest: Greg Hancock ist Speedway-Weltmeister 2016. Tai Woffinden und Bartosz Zmarzlik sicherten sich die Silber- und Bronzemedaille.

Obwohl bereits nach dem ersten Durchgang feststand, dass Greg Hancock zum vierten Mal Speedway-Weltmeister ist, war der Grand Prix in Melbourne an Spannung kaum zu überbieten. Drei Fahrer stritten sich um zwei Medaillenplätze, fünf Piloten um zwei fixe GP-Plätze für 2017.

Den ersten großen Aufreger gab es in Lauf 9. Hancock wurde in der letzten Runde langsamer, Chris Holder fuhr ihm innen vorbei und sicherte sich so den Laufsieg. Während Experten wie der dreifache Weltmeister Jason Crump auf ein maschinelles Problem an Hancocks Bike tippten, wertete Schiedsrichter Krister Gardell das Geschehen als Schützenhilfe und disqualifizierte den Weltmeister wegen unsportlichem Verhalten.

Hancock war darüber so erbost, dass er auf seine restlichen zwei Vorläufe verzichtete, stattdessen kamen die jungen australischen Ersatzfahrer Max Fricke und Jack Holder zum Zug.

Der Kampf um Silber und Bronze wurde erst im Finale entschieden: Bartosz Zmarzlik hätte mindestens vor Tai Woffinden ins Ziel kommen müssen, um ein Stechen zu erzwingen. Da der Engländer hinter Sieger Chris Holder über die Ziellinie rollte und Zmarzlik vor Antonio Lindbäck Dritter wurde, holte Woffinden Silber und der junge Pole Bronze.

Um die Top-8, welche einen Platz im Speedway-GP 2017 garantieren, wurde bis auf die letzte Rille gekämpft. Stand vor den Halbfinales: Maciej Janowski, Niels-Kristian Iversen und Lindbäck 90 Punkte, Matej Zagar 89, Fredrik Lindgren war mit 88 bereits aus dem Rennen, weil er zusammen mit Janowski als Einziger nicht im Halbfinale stand. Für den Schweden kein Beinbruch, er hat sich über den Challenge für den GP 2017 qualifiziert.

Für diese fünf ging es um die letzten beiden Plätze, Hancock, Woffinden, Zmarzlik, Holder, Jason Doyle und Pawlicki standen zu diesem Zeitpunkt bereits als Fixstarter fest.

Lindbäck gewann sein Halbfinale und hatte den Sprung damit geschafft. Zagar holte im gleichen Lauf nur einen Punkt und zog mit Iversen und Janowski gleich. Iversen rang im zweiten Halbfinale in der letzten Runde Pawlicki nieder und erhöhte seine Gesamtpunkte damit auf 91 – einen mehr als Zagar und Janowski.

Zu den Top-8 gesellen sich Patryk Dudek, Martin Vaculik und Fredrik Lindgren aus dem Challenge. WM-Vermarkter BSI wird außerdem vier Dauer-Wildcards nominieren.

Ergebnisse Speedway-GP Melbourne/AUS:

Vorläufe: 1. Bartosz Zmarzlik (PL), 12 Punkte. 2. Tai Woffinden (GB), 11. 3. Chris Holder (AUS), 11. 4. Antonio Lindbäck (S), 11. 5. Niels-Kristian Iversen (DK), 11. 6. Matej Zagar (SLO), 10. 7. Michael Jepsen Jensen (DK), 10. 8. Piotr Pawlicki (PL), 7. 9. Andreas Jonsson (S), 6. 10. Fredrik Lindgren (S), 6. 11. Maciej Janowski (PL), 6. 12. Greg Hancock (USA), 5. 13. Peter Kildemand (DK), 4. 14. Chris Harris (GB), 4. 15. Jack Holder (AUS), 2. 16. Brady Kurtz (AUS), 2. 17. Sam Masters (AUS), 2. 18. Max Fricke (AUS), 0.

1. Halbfinale: 1. Lindbäck, 3 Punkte. 2. Zmarzlik 2. 3. Zagar 1. 4. Jensen 0.

2. Halbfinale: 1. Holder 3. 2. Woffinden 2. 3. Iversen 1. 4. Pawlicki 0.

Finale: 1. Holder 3. 2. Woffinden 2. 3. Zmarzlik 1. 4. Lindbäck 0.

Endstand nach 11 Rennen:

Qualifiziert für den Grand Prix 2017: 1. Hancock, 139 Punkte. 2. Woffinden 130. 3. Zmarzlik 128. 4. Holder 126. 5. Jason Doyle (AUS), 123. 6. Pawlicki 99. 7. Lindbäck 93. 8. Iversen 91. 9.

Ausgeschieden: 9. Zagar 90. 10. Janowski 90. 11. Lindgren 88. 12. Kildemand 68. 13. Nicki Pedersen (DK), 62. 14. Jonsson 52. 15. Harris 40. 16. Jensen 31.

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