CCP-Chef Castagna: «Argentinien nur auf Eis gelegt»

Von Ivo Schützbach
Speedway-GP
CCP-Boss Armando Castagna (li.) mit GP-Director Paul Bellamy

CCP-Boss Armando Castagna (li.) mit GP-Director Paul Bellamy

Die FIM hätte nichts dagegen, wenn es in Zukunft mehr als zwölf Speedway-Grands-Prix gibt. WM-Läufe in Argentinien, Australien und in den USA sind möglich.

Armando Castagna ist als CCP-Präsident der mächtigste Bahnsport-Funktionär des Motorrad-Weltverbands FIM. Mit SPEEDWEEK.com sprach der Italiener über Weltmeisterschaftsläufe außerhalb Europas.

Dieses Jahr gibt es zwölf Grands Prix: Genug in deinen Augen?

Zwölf Grands Prix ist keine schlechte Zahl, ich bin zufrieden damit. Natürlich ist es immer besser, wenn es mehr gibt. Bei der derzeitigen Weltwirtschaftslage ist es aber nicht einfach, neue Ausrichter zu finden. Es gibt Sportarten mit mehr Grands Prix, aber auch welche mit weniger, wie zum Beispiel Enduro oder Supermoto, die nur sechs oder sieben Grands Prix haben. Motocross hat 18.

Die FIM hat probiert den Speedway-Sport in Argentinien zu etablieren, was aber gescheitert ist. Wie sehen die Pläne diesbezüglich aus?

Das ist nur auf Eis gelegt. Wir haben zwei Jahre in dieses Projekt investiert, das war harte Arbeit. Die WM-Läufe dort haben auch gut funktioniert. Wirtschaftlich war es für die Ausrichter dort sehr schwierig. Das größte Problem war aber der Tod des Slowenen Matija Duh. Das hat den Organisatoren und dem dortigen Stadion nicht geholfen. Deshalb haben wir eine Pause vereinbart, wir reden aber nach wie vor miteinander.

Wir sprechen mit Veranstaltern in Argentinien, Kalifornien und ich hatte auch ein Meeting mit Jason Crump über Bahnrennen in Australien. Es gibt da verschiedene Projekte, wobei es nicht nur um Speedway geht.

Vor einigen Jahren wurde von der FIM eingeführt, dass jeder WM-Veranstalter einen festgeschriebenen Betrag in einen Topf einzahlen muss, aus dem dann Überseerennen mitfinanziert werden sollen. Was ist aus diesem Geld geworden?

Wir haben es für die Jugendförderung verwendet, zum Beispiel letztes Jahr für das 250er-Jugend-Training-Camp in Teterow. Wir haben den dortigen Club mit einigen Tausend Euro unterstützt, und werden das auch dieses Jahr mit einigen Projekten machen.

Wenn wir Organisatoren außerhalb Europas finden, werden wir diese unterstützen. Ich rede gerade mit Leuten in den USA über die Ausrichtung der 125er-Trophy. Für die U21-WM in Argentinien wurden Teile des Geldes verwendet.

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