Exklusiv: Die Langzeitpläne von BSI für Teterow-GP

Von Ivo Schützbach
Am heutigen Samstagabend kehrt der Speedway-Grand-Prix nach Deutschland zurück. SPEEDWEEK.com sprach mit BSI-Manager Torben Olsen über die längerfristigen Pläne für das Rennen in Teterow.

In Deutschland fand der Speedway-GP nie eine Heimat. Er gastierte in Pocking, Abensberg, Landshut, Berlin und Gelsenkirchen. Und jetzt in Teterow. Torben Olsen, Managing Director des Grand Prix, erzählte SPEEDWEEK.com im Exklusiv-Interview, weshalb er den Standort in der mecklenburgischen Schweiz für ideal hält.

Torben, wie wichtig ist der Teterow-GP für BSI?

Sehr wichtig, aus verschiedenen Gründen. Deutschland ist ein wichtiger Markt für uns, zudem ein neuer. Wir waren zwar schon in Gelsenkirchen und an anderen Orten, wir sind sehr glücklich, zurück in Deutschland zu sein.

Wir haben uns in Deutschland viele verschiedene mögliche Austragungsorte angesehen, Teterow halten wir für am geeignetsten für einen Grand Prix. Diese Einschätzung ergibt sich für uns aus der Zusammenarbeit mit der Stadt, mit dem Ausrichter Stadtwerke Teterow und Promoter Adi Schlaak. Es ist kein Geheimnis, dass er ein sehr ambitionierter Mensch ist, der das Herz an der richtigen Stelle trägt. Er hat einen Traum – aber er redet über diesen nicht nur, sondern setzt ihn auch um. Adi kämpft für diesen Grand Prix, er will beweisen, dass Teterow ihn verdient hat.

Die Grands Prix in Gelsenkirchen und Berlin fanden in großen Stadien statt. Weshalb habt ihr mit Teterow nun ein normales Speedway-Stadion gewählt?

Wir haben unsere Strategie etwas geändert. Das erste Rennen in Gelsenkirchen war ein herausragender Erfolg. Aus bekannten Gründen hatten wir im zweiten Jahr Probleme, die Strecke war für den Grand Prix nicht geeignet. Wäre das damals nicht passiert, würden wir wahrscheinlich immer noch dort fahren.

Heute wissen wir: Es ist sehr schwierig Ein-Tages-Bahnen zu bauen, es gibt viele Risiken. Hinzu kommt: Gelsenkirchen ist keine Speedway-Hochburg. Das Stadion auf Schalke ist riesig, dort einen Event auszurichten ist aber mit vielen Risiken verbunden.

Unsere neue Strategie ist, dass wir einen Event von Grund auf aufbauen wollen. Wir möchten eine gute Rennstrecke in einer Gegend, in der eine Fanbasis vorhanden ist. In Teterow lief der Vorverkauf unglaublich, die Sitzplätze waren innerhalb kurzer Zeit ausverkauft, für das Rennen heute gibt es nur noch Stehplatztickets. Wir werden heute ein fantastisches Publikum sehen. Es werden keine 40.000 sein, aber ein nahezu ausverkauftes Stadion.

Wir möchten den Grand Prix in Deutschland langfristig etablieren. Und dann, wer weiß, wenn die Zeit gekommen ist, können wir möglicherweise wieder in ein großes Stadion wechseln.

Wir haben das in anderen Ländern gesehen. In Polen haben wir nicht in Warschau angefangen, und in Großbritannien nicht in Cardiff. Auch dort begannen wir an der Basis und haben Aufmerksamkeit geschaffen. Als der Markt bereit war, sind wir in größere Stadien umgezogen.

Teterow hat viele Vorzüge: Der Speedway-Sport ist in diesem Teil Deutschlands sehr bekannt, zudem haben es die Fans aus Polen und Dänemark nicht so weit. Güstrow stand nie zur Diskussion?

Wir haben mit ihnen gesprochen, auch mit anderen Städten und möglichen Austragungsorten.

Adi Schlaak war aber derjenige mit der klarsten Vision und den Ambitionen, den Grand Prix nach Teterow zu bringen. Ich glaube, dass er belohnt werden muss für das, was er hier geschaffen hat.

Weshalb hat es neun Jahre gedauert den Grand Prix nach Deutschland zurückzubringen, wenn dieser Markt für euch so wichtig ist?

Das hat mehrere Ursachen, unser Fokus lag auf anderen Märkten. Wir wären gerne früher zurückgekommen, es war aber kein Interesse vorhanden.

Vor ungefähr fünf Jahren waren wir kurz davor, nach Berlin zurückzukehren. Es kam aber nicht zustande. In einen neuen Markt zu gehen ist nicht so einfach, wie sich die Leute das vorstellen – auch wenn es sich um einen bekannten Markt wie Deutschland handelt. Es erfordert viel Planung und Investitionen. Für uns geht es nicht nur darum die Anzahl der Grands Prix zu erhöhen, wir wollen mit den richtigen Leuten zusammenarbeiten. Mit den richtigen Promotern, mit denen wir langfristig arbeiten können. Es macht keinen Sinn, mit einem Kurzzeitplan in eine neues Land zu kommen.

Wie lange läuft der Vertrag mit Teterow?

Momentan nur für 2016, wir wollen sichergehen, dass alles funktioniert. Wenn dem so ist und das Zuschaueraufkommen passt, dann wollen wir für viele Jahre hierherkommen. Wir schließen keine Zehn-Jahres-Verträge ab. Aber es ist durchaus möglich, dass es Leute gibt, mit denen wir gerne über zehn Jahre arbeiten möchten.

Bevorzugt ihr Ein-Jahres-Verträge oder baut ihr in diese auch Optionen für die folgenden Jahre ein?

Normal beginnen wir mit einem Jahres-Vertrag. Anschließend schließen wir Verträge für mehrere Jahre ab.

Wie schaut ein erfolgreicher Rennabend heute für dich aus?

Ein Deutscher auf dem obersten Podest, vor ausverkauftem Stadion und bei bestem Wetter. Es zeichnet sich schon jetzt ab, dass die Atmosphäre und die Rennen phantastisch sein werden.

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