Verhandlung: Gradinger will bei Kallio Yamaha bleiben

Von Ivo Schützbach
Supersport-WM
Thomas Gradinger

Thomas Gradinger

Auch wenn es mit Platz 9 in Misano nicht so gut lief, zeigt Thomas Gradinger (Kallio Yamaha) eine starke Saison in der Supersport-WM. Der Österreicher ist nach 7 von 12 Rennen WM-Sechster, Platz 4 ist in Reichweite.

Thomas Gradinger hat einen erstaunlichen internationalen Aufstieg hinter sich, keinem anderen Supersport-WM-Einsteiger aus der IDM ist das in den letzten 15 Jahren gelungen.

Nach vier vierten Plätzen brauste der Oberösterreicher letzten April in Assen zum ersten Mal aufs Podest, mit 60 Punkten aus den ersten sieben Rennen ist er WM-Sechster. Vizeweltmeister Lucas Mahias und dessen Puccetti-Kawasaki-Kollege Hikari Okubo liegen nur sechs und zehn Punkte vor ihm. Gradingers Teamkollegen Isaac Vinales (8./45 Punkte) und Loris Cresson (11./29 Punkte) sind deutlich hinter ihm.

«In Misano haben wir uns leider nicht von unserer besten Seite gezeigt», meinte Gradinger nach Platz 9. «Ich bin überzeugt, dass ich dieses Tief bald überwinden werde.»

Der 22-Jährige gehört zu den größten Fahrern in der mittleren Hubraumklasse. «Auf den Geraden merken wir das», hielt er fest. «Normal sind wir beim Topspeed aber trotzdem vorne dabei, einer von uns ist meistens unter den Top-3. Ich verliere durch meine Größe aber bestimmt 2 bis 3 km/h. In anderen Bereichen kann ich sie dafür positiv nützen.»

Nach seinem Debütjahr im indischen Nerds Racing Team, welches von ständigen Zahlungsrückständen und daraus resultierend Personalproblemen geprägt war, hat Gradinger bei der Weltmeister-Truppe von Vesa Kallio seine Heimat gefunden.

«Ich bin sehr glücklich mit meiner Crew, die machen einen Spitzenjob», unterstrich der Deutsche Meister von 2017 im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. «Ich schaue mir die Rennen immer wieder an, um zu sehen, was ich falsch gemacht habe – ich will mich laufend verbessern. Bezüglich Rennstrategie kann ich zulegen und die anderen können mit gebrauchten Reifen schneller fahren und mehr angreifen. Wenn ich im Fernsehen komme, dann gibt mir auch das Team Tipps. Und wir vergleichen meine Daten mit denen von Cortese aus dem Vorjahr, das hilft mir aber meist nur für das erste Training. Es gibt immer wieder Sachen, die ich besser mache als er. Oder, dass ich etwas mit meinem Fahrstil nicht so hinbekomme wie er.»

Habt ihr euch bezüglich 2020 schon unterhalten? «Nur beiläufig», meinte der Youngster. «In der Sommerpause wird das konkreter. Klar haben sie mich gefragt, wie mein Plan aussieht. Ich würde gern im Team bleiben, sie tragen einen Teil dazu bei, dass ich schneller wurde. Ich bin auch keiner, der gleich woanders hingeht, weil es dort eventuell besser ist. Außerdem fühle ich mich sehr wohl im Team, es passt alles. Warum sollte ich wechseln?»

Kannst du dir erklären, weshalb das Team Evan Bros so überlegen ist, obwohl sie die identischen Yamaha R6 wie Kallio und GMT94 einsetzen?

«Der größte Faktor ist Krummi, er hat viel Erfahrung», ist Gradinger überzeugt. «Und er ist ein ziemlicher Tüftler. Das Meiste bei uns gewinnst du über die Motorbremse, wenn du mal ein gutes Basis-Set-up hast. Davon profitiert auch Caricasulo. Wenn beide vorne fahren, dann pushen sie sich gegenseitig. Ich denke schon darüber nach, weshalb Krummi schneller ist, zerstöre mich deswegen aber nicht. Ich kann nicht mehr machen als das, was ich kann.»

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