Kevin Wahr über Abzocker-Teams in der Supersport-WM

Von Ivo Schützbach
Supersport-WM
Für Kevin Wahr ist das eigene Team elementarer Baustein für Erfolge in der Supersport-WM. Sein feiner sechster Platz beim Auftakt in Australien gibt dem Schwaben Recht.

Wissen Sie, wer die erfolgreichsten Deutschen in der Supersport-WM sind? Jörg Teuchert, Weltmeister des Jahres 2000, ist mit sechs Siegen und 13 Podestplätzen unangefochtene Nummer 1. Dem Franken folgt Christian Kellner mit drei Siegen und sieben Podestplätzen. Lediglich ein weiterer Deutscher fuhr überhaupt aufs Podium: Thomas Körner 1997 in Donington Park. Damals hatte die Meisterschaft aber noch keinen WM-Status.

Letzter deutscher Fixstarter vor Kevin Wahr war Jesco Günther, 2011 wie Wahr 2013 Deutscher Supersport-Meister. Doch während Wahr in der WM mit seinem sechsten Platz wie ein Komet einschlug, blieben es in Günthers Karriere keine Handvoll WM-Punkte, er kam nie über Rang 13 hinaus.

«Weshalb mein Vorgänger Jesco Günther keinen Erfolg in der WM hatte, kann ich genau sagen: Er hatte ein schlechtes Team», meint Wahr. «Wobei, wie schlecht das Team war, kann ich gar nicht sagen. Aber Jesco musste für seinen Start bezahlen. Und wenn du für etwas bezahlen musst, dann ist der Hintergrund beim Team immer ein anderer, weshalb sie das machen. Ich würde niemals irgendwo fahren, wo ich dafür bezahlen muss. Weil warum macht das das Team? Wieso gehen sie auf die Rennstrecke? Weil sie es bezahlt bekommen. Ich würde nur für ein fremdes Team fahren, wenn das Team das möchte. Wenn die sich um Sachen kümmern.»

Die Teams heute warten auf Bezahlfahrer

Der Schwarzwälder weiter: «Die Tendenz ist ja immer mehr, dass ein Team gar nichts mehr macht. Sie haben keine Sponsoren, sie kümmern sich aber auch nicht. Klar ist die Situation heute schlechter mit der Wirtschaft. Deswegen kann ein Team aber nicht hingehen und sagen, dass es ja genügend Doofe gibt, die das bezahlen. Vor zehn oder 15 Jahren haben die Teams noch um Lederkombi und Helm für die Fahrer geschaut. Da war es noch so, dass die Teams alles organisiert haben. Da hat kein Fahrer Geld bezahlt oder sich um die Kombi kümmern müssen.»

«Niemand hätte gedacht, dass ein IDM-Fahrer auf Platz 6 in der WM fahren kann», weiß Wahr. «Dass haben wir gezeigt und wir zeigen auch, dass es noch schneller geht.» Und was ist beim nächsten Rennen am 13. April im MotorLand Aragón möglich? «In Aragón war ich schon mal beim Testen, aber natürlich nicht auf so flottem Niveau. Aber ich weiß zumindest, in welche Richtung es geht und wo die Kurven kommen. Wir haben in Australien keine großen Fehler gemacht. Ich habe mich immer wohlgefühlt und bin auch auf einem Niveau gefahren – ich weiß nicht, ob ich schon mal so schnell gefahren bin. Von dem her haben wir alles richtig gemacht. Klar gibt es noch ein gutes Stück zu finden. Deshalb will ich jetzt auch keine Vorhersage machen.»

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