Horst Saiger: Zur Titelverteidigung nach Neuseeland

Von Helmut Ohner
Strassensport
Horst Saiger (li.) und Nick Cole: «Suzuki Series F1 Champions» unter sich

Horst Saiger (li.) und Nick Cole: «Suzuki Series F1 Champions» unter sich

Ende 2014 reiste Horst Saiger als unbeschriebenes Blatt zur «Suzuki Series» nach Neuseeland. Dieses Jahr kehrt der Österreicher als Titelverteidiger ins Land der langen weißen Wolke zurück.

Bei der Einreise vom Zollbeamten nach seinen Plänen gefragt, antwortete Horst Saiger scherzhaft, dass er nach Neuseeland komme, um die «Suzuki Series F1 Championship» zu gewinnen. Für den lockeren Spruch erntete der Österreicher ein mildes Lächeln. Saiger war sich zu diesem Zeitpunkt auch nicht sicher, ob seine Vorhersage nicht zu großspurig wäre, hatte ihn sein australischer Rennfahrer-Freund Cameron Donald doch vor der Schnelligkeit der einheimischen Piloten gewarnt.

Saiger reiste völlig unvoreingenommen ans andere Ende der Welt. Bis zur Einladung von Kawasaki Neuseeland hatte er bis auf seine Bekanntschaft mit dem zehnfachen TT-Sieger Bruce Anstey noch nichts vom Land der Kiwis gehört. «Die entspannte Mentalität der Leute hat mir sofort gefallen. Für sie geht es an den Wochenenden vorrangig ums Rennfahren. Man rollt an die Startlinie und kurze Zeit später geht es schon los. Zugunsten eines schnellen Ablaufs verzichtet man auf jedes lange Zeremoniell vor dem Start. Auch Reifenwärmer und Siegerehrung sind unüblich», erinnert sich der 44-jährige Steirer.

Auf der Kawasaki ZX-10R vom Sieger des Jahres 2013 verblüffte Saiger bei der ersten Veranstaltung nicht nur seine Gegner, sondern auch sich selbst. «Das Motorrad war schon etwas in die Jahre gekommen und ich musste feststellen, dass es nicht in dem Zustand war, wie ich erhofft hatte. Außerdem gibt es nur ganz kurze Trainingssitzungen, bei denen man sich als Neuling verdammt schwer tut, das Motorrad abzustimmen und die Strecke zu lernen. Trotzdem sind mir dank der Reifen von Metzeler in Hampton Downs zwei Siege und ein neuer Rundenrekord gelungen.»

Auf den Strecken von Manfeild (5. und 2.) und Wanganui (3. und 5.) lief es zwar für Saiger nicht mehr ganz so perfekt, doch der Weltreisende in Sachen Straßenrennsport ließ sich den Gesamtsieg in der Serie nicht mehr nehmen. Die schnellen Lokalmatadore Jaden Hassan, Dennis Charlett und Scott Moir mussten einsehen, dass gegen den Kawasaki-Piloten kein Kraut gewachsen war. Nur im in Neuseeland wichtigsten Rennen, dem «Robert Holden Memorial Race» auf dem «Cemetery Circuit» in Wanganui klappte es knapp nicht für den Sieg. «Nach einem schlechten Start musste ich mich vom elften Rang durch das Feld wühlen. Am Ende bin ich immerhin noch Fünfter geworden. Vielleicht klappt es heuer.»

Saiger, der nicht nur einen achten Rang, sondern auch eine hartnäckige Verkühlung vom Motorrad Grand Prix, mitgebracht hat, rechnet sich gute Chancen für eine für eine erfolgreiche Titelverteidigung aus, auch wenn Hassan, Charlett und Co. nichts unversucht lassen werden, den Gesamtsieger wieder in ihren eigenen Reihen zu haben. Man munkelt, dass sogar der mehrfache Champion Andrew Stroud zu einem Comeback überredet werden soll. «Die Voraussetzungen sind ausgezeichnet. Kawasaki Neuseeland stellt eine neue ZX-10R zur Verfügung und Metzeler Neuseeland bringt mehrere Reifenmischungen an die Rennstrecken. Im Vorjahr musste ich ja mit einer einzigen auskommen.»

Neben dem nach Liechtenstein ausgewanderten Österreicher wird mit Roman Stamm auch ein zweiter Deutschsprachiger am Sonntag im Flugzeug nach Neuseeland sitzen. «Ich wurde vom Veranstalter gefragt, ob ich nicht auch einen schnellen Supersport-Piloten mitbringen könnte. Da ist mir spontan mein Teamkollege bei Bolliger Switzerland Roman Stamm eingefallen. Ich kenne keinen schnelleren Fahrer in dieser Klasse. Da werden die einheimischen Fahrer große Augen machen. Ich habe dann für ihn alles in die Wege geleitet. Er wird nun wie ich für das Red Devil Racing Team an den Start gehen.»

Termine
06.12. Hampton Downs
13.12. Manfeild
26.12. Wanganaui Cemetery Circuit

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