Chemnitz SX1, Tag 1: Amerikaner Tyler Bowers siegte

Von Frank Quatember
ADAC Supercross Cup

Tyler Bowers (Kawasaki) ließ im SX1-Finale des ADAC Supercross’ in der gutgefüllten Chemnitz-Arena der Konkurrenz aus Frankreich keine Chance. Der deutsche Mitfavorit Dominique Thury patzte am Start.

Es war ein heißer erster Abend in der Chemnitz-Arena, bereits zum 15. Mal verwandelte Streckendesigner Freddy Verherstraeten die kleine Mehrzweckhalle mit rund 3000 Tonnen sächsischer Erde in eine Supercross-Arena.

Bereits die beiden Vorläufe in der SX1-Klasse über jeweils 15 lange Runden brachten etliche spektakuläre Szenen. Im ersten lag Boris Maillard (Suzuki) zunächst in Front, bis der Franzose im Tunnel einem Strohballen zu nahe kam, abstoppen musste und ihm dadurch der nachfolgende Topfavorit Tyler Bowers ins Hinterrad fuhr. Im Ziel siegte der äußerst selbstbewusste Franzose Charles Lefrancois und Bowers musste in den Hoffnungslauf.

Im zweiten SX1-Lauf ging zunächst US-Export Freddy Noren (Suzuki) in Führung, doch dann wurde der in zahllosen SX-Rennen erprobte Schwede vom Pech verfolgt. Zunächst sprang Noren unabsichtlich bei gelben Flaggen, eine Strafe lag in der Luft. Davon abgelenkt flog «Fast Freddy» am Ende des Waschbretts heftig ab und plötzlich lag Dominique Thury im Heimrennen an der Spitze. Das deutsche SX-Ass ließ sich nicht mehr unterkriegen und siegte klar vor Matt Bayliss (GB) und dem erfahrenen Finnen Harri Kullas.

Im Hoffnungslauf setzten sich erwartungsgemäß die US-Männer Bowers und Noren durch.

Danach folgte das neue Bar-to-Bar-Format. Größter Aufreger des Abends war ein irrer Abflug des französischen Veteranen Florent Richier, der im Waschbrett die Kontrolle verlor. Sein Motorrad flog nach rechts zur Seite und schlug nur Zentimeter entfernt von einem Streckenposten an einer Betonwand ein. Das war knapp! Im Bar-to-Bar-Finale siegte Lefrancois gegen Thury.

Ein gutes Zeichen für das Finale für den Sachsen Thury? Leider nein, bereits wenige Meter nach dem Start kam der Husqvarna-Pilot ins Straucheln und musste als Letzter in den Kampf über 20 Runden gehen! An der Spitze zog Lefrancois einsam seine Runden, bekam aber schnell Gesellschaft durch den verhalten gestarteten Tyler Bowers. Der Ami war klar schneller, nahm sich die nötige Zeit und zog nach einigen Runden am Hinterrad am Franzosen vorbei. Der hatte keine Kraft zum Gegenhalten und sicherte klug Platz 2. Thury kämpfte tapfer bis zur letzten Sekunde und wurde mit Rang 5 belohnt. Auch, weil der starke Noren im Tunnel seine Suzuki abwürgte und damit seine Chancen aufs Tagespodium verspielte.

Mit dem Sieg am Freitagabend nahm der viermalige Arenacross-Champion Tyler Bowers erfolgreich Revanche für sein unglückliches Wochenende zum Auftakt der Serie in Stuttgart.

Ergebnisse Supercross Chemnitz Finale SX1:

Tyler Bowers (USA, Kawasaki)
Charles Lefrancois (F, Suzuki)
Sullivan Jaulin (F, KTM)
Filip Neugebauer (CZ, Kawasaki)
Dominique Thury (D, Husqvarna)
Harri Kullas (EST, KTM)
Steve Mages (USA, Yamaha)
Frederik Noren (S, Suzuki)
Matt Bisceglia (USA, Suzuki)
Boris Maillard (F, Suzuki)
Matt Bayliss (GB, Honda)

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