Indy: Emotionaler Sieg für Dungey, Ken Roczen im Pech

Von Thoralf Abgarjan
Die neunte Runde der Supercross-WM in Indianapolis machte es den Favoriten schwer.

Ausgestattet mit einer Sand-Sektion, Rhytmus-Sektion und einem «Wall-Jump», bei dem die Fahrer einen fast senkrechten, steil angelegten Hügel überwinden müssen, boten Protagonisten, Location und Strecke wieder ein Höchstmaß an Dramatik. Justin Barcia trat wegen seiner in Atlanta zugezogenen Verletzung nicht an. Seine Rückkehr wird für das nächste Rennen in Daytona erwartet. In Indiana wurde er durch Cole Seely ersetzt, der sonst die 250-ccm-Westküstenmeisterschaft bestreitet. Seely erreichte bei seinem ersten 450er Einsatz sogleich das Podium!

Ken Roczen: Einzug ins Finale mit Umweg

«German Wonderboy» Ken Roczen fand den Weg ins Finale diesmal erst über das Semifinale. In einem packenden Lauf gaben es sich die Mitstreiter bereits so heftig, als gäbe es kein Morgen mehr! Der Deutsche kämpfte vor den vollbesetzten Rängen des 70.000 Zuschauer fassenden Lucas Oil Stadiums rundenlang Lenker an Lenker mit dem Titelverteidiger Ryan Villopoto. Der Mann mit der roten Nummer 1 des Meisterschaftsführenden benötigte mehrere Runden, um den deutschen Rookie auf seiner KTM abzuschütteln.

«Mr. Holeshot» Mike Alessi wieder stark unterwegs

Überraschend war im ersten Lauf auch die Leistung von Blitzstarter Mike Alessi, der seinen Holeshot trotz der Angriffe von Red-Bull-KTM-Pilot Ryan Dungey direkt in einen Sieg und den direkten Einzug ins Finale verwandelte. Die Fähigkeiten des wiedererstarkten Alessi blitzten letzte Woche bereits in Atlanta kurzzeitig auf: «Motocross ist mein Leben und Supercross macht mir wieder richtig Freude», gab der Pilot auf der weissen Suzuki zu Protokoll.

Ken Roczen beendete den Lauf trotz des epischen Kampfes mit Villopoto auf dem undankbaren fünften Platz und mußte den Einzug in das Finale über das Semifinale sichern, welches der Thüringer dann auch überlegen gewann. Lauf 2 war geprägt von der Auseinandersetzung zwischen James Stewart mit dem wiedererstarkten Eli Tomac.

Favoriten straucheln im Finale

Die Dramatik des Rennens gipfelte beim Start zum Finale der 450er Klasse: Ken Roczen positionierte sich wieder neben seinem Trainingspartner Villopoto. Am Ende der Startgeraden verhedderten sich beide: Das Vorderrad von Roczens KTM kollidierte mit Villopotos Heck. Beide gingen vor der ersten Kurve heftig zu Boden und mußten das Rennen als Letzte wieder aufnehmen. Zunächst schien Ken Roczen zwar etwas irritiert zu sein, aber die Rundenzeiten und zahlreichen Überholmanöver, die beide Piloten hinlegten, ließen auf einen glimpflichen Ausgang der prekären Situation hoffen, denn auch der Meisterschafts-Dritte James Stewart kam schon in der ersten Runde in Probleme. Somit befanden sich die Top-3 der Meisterschaft zu Rennbeginn gemeinsam am Ende des Feldes.

Dungey in Front, Roczen und Alessi im Pech

Mike Alessi legte wieder einen Holeshot hin und führte das Finale 4 Runden lang an, bevor Ryan Dungey die Spitzenposition übernahm und Dank einer sauberen und kontrollierten Fahrt bis zum Ende nicht mehr abgab. So sicherte sich der KTM-Pilot seinen lang ersehnten ersten Saisonsieg. Zu Halbzeit des Rennens rutschte Alessi an zweiter Position liegend weg und fiel enttäuscht auf Platz 15 zurück. Zwischenzeitlich hatten sich Villopoto und Roczen weiter vorgearbeitet, als der Thüringer beim Angriff auf Justin Brayton (P8) in einer Rhythmussektion hart über den Lenker abflog und das Rennen frustriert aufgeben mußte: «Ich habe nach dem Crash keine Luft mehr bekommen und auch ziemlich heftige Schmerzen. So konnte ich unmöglich weiterfahren, bin aber trotz des Crashes okay. Beim nächsten Rennen in Daytona werde ich wieder angreifen.» Enttäuscht verließ der Sieger des letzten Rennens das Stadion.

Ryan Villopoto: Auf die Meisterschaft fokussiert

Eine Meisterschaft gewinnt man immer an schlechten Tagen! Villopoto setzte seine Aufholjagd durch das Feld bis auf Platz 4 fort. Mit diesem Ergebnis konnte der Rotschopf seine Führung in der Meisterschaft sogar auf nunmehr 23 Punkte auf Dungey ausbauen, der durch diesen Sieg die Position 2 von Ken Roczen übernommen hat. Die beiden Honda-Piloten Eli Tomac und Cole Seely erreichten in Indianapolis eine Podiumsplatzierung. In der Gesamtwertung fiel Ken Roczen nach dem 9. Rennen nun auf Platz 3 zurück.

250 SX Ostküstenmeisterschaft

Auch Blake Baggett musste nach schlechtem Start das Feld von hinten aufrollen und beendete das Rnnen auf Platz 5. Sein Kawasaki-Markenkollege Martin Davalos ging mit Wheelies durch die Waschbrettsektion in Führung. Ähnlich wie beim Rennen in Arlington kam er aber auch diesmal in Führung liegend von der Strecke ab, so dass sich sein Teamkollege und Rookie Adam Cianciarulo den Sieg des Finallaufs sichern konnte. Er blieb dabei jedoch auch nicht fehlerfrei, rettete aber letztendlich den Sieg über die Ziellinie und behält somit das Red-Plate des Meisterschaftsführenden.

Supercross-WM Indianapolis/USA, 450 ccm

1. Ryan Dungey, KTM
2. Eli Tomac, Honda
3. Cole Seely, Honda
4. Ryan Villopoto, Kawasaki
5. Broc Tickle, Suzuki
6. Andrew Short, KTM
7. James Stewart, Suzuki
8. Justin Brayton, Yamaha
9. Joshua Hill, Suzuki
10. Dean Wilson, Kawasaki

Meisterschaftsstand 450 SX:

1. Ryan Villopoto, Kawasaki, 184
2. Ryan Dungey, KTM, 161
3. Ken Roczen, KTM, 158
4. James Stewart, Suzuki, 154
5. Justin Brayton, Yamaha, 143

Finale 250 SX Ostküstenmeisterschaft:

1. Adam Cianciarulo, Kawasaki
2. Martin Davalos, Kawasaki
3. Justin Bogle, Honda
4. Matthew Bisceglia, Honda
5. Blake Baggett, Kawasaki
6. Vince Friese, Honda
7. James Decotis, Honda
8. Matthew Lemoine, Kawasaki
9. Cole Thompson, KTM
10. Kyle Cunningham, Honda

Meisterschaftsstand 250 SX Ostküste:

1. Adam Cianciarulo, Kawasaki, 72
2. Martin Davalos, Kawasaki, 67
3. Justin Bogle, Honda, 56
4. Blake Baggett, Kawasaki, 54
5. Vince Friese, Honda, 48

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