Video: Der Crash von Ken Roczen (Suzuki) in Indianapolis: Glück im Unglück
Ken Roczen (Suzuki) und Aaron Plessinger (KTM) hatten in Indianapolis Glück, dass sie den haarsträubenden Crash ohne schwere Verletzungen überstanden. Plessinger musste nach seinem Salto aufgeben.
Der Zwischenfall in der ersten Runde des zweiten Finales von Indianapolis gehört zu den schlimmsten Ereignissen, die im Supercross passieren können. Solange alle Piloten mit annähernd gleicher Geschwindigkeit und mit gleichem Rhythmus über die Hindernisse springen, droht keine Gefahr. Kritisch wird es, wenn einer der Vorderleute einen Dreifachsprung in 2+1-Kombination nimmt, während die nachfolgenden Fahrer den Sprung in einem Satz nehmen. Das ist in Anaheim mit Malcolm Stewart und Justin Barcia passiert und die Situation zwischen Ken Roczen und Aaron Plessinger in Indianapolis war sehr ähnlich.
Vorgeschichte
Der Unfall hatte eine Vorgeschichte. Vor dem Triple, an dem sich der Unfall ereignete, gab es eine On-Off-Sprungkombination. Die Fahrer springen dabei auf das Plateau des Tables, beschleunigen dort, um Speed für die folgende Passage aufzubauen. Roczen befand sich im Duell gegen Jorge Prado. Der Spanier befand sich in der Kurve vor der On-Off-Passage auf der inneren Ideallinie. Kenny versuchte, auf der Außenlinie am Spanier vorbeizugehen. Er sprang auf das Plateau, hatte aber die Kurve noch nicht komplett absolviert, landete also auf dem Plateau in Schräglage.
Kaum Vortrieb am Plateau
Wegen der Landung in Schräglage geriet Roczen ins Rutschen, sodass er die Leistung nicht auf den Boden bringen konnte. Auf der Ideallinie wäre er ohne Schräglage auf dem Plateau gelandet und hätte so für die nachfolgende Passage durchbeschleunigen können.
Zu wenig Vorspannung für den Triple
Kenny übersprang den Hügel nach dem Table zu kurz, sodass sein Fahrwerk zu wenig Vorspannung bekam, um den folgenden Triple komplett zu überspringen. Schon kurz nach dem Absprung war ihm klar, dass er sich vor der nachfolgenden Fahrermeute in akuter Gefahr befand. Ken drehte sich um, um vielleicht noch etwas zu retten. Er landete am Gegenhang des dritten Hügels und sprang sofort wieder ab. In diesem Moment krachte aber Plessinger, der den Sprung als Triple genommen hatte, von hinten mit seinem Oberkörper in sein Hinterrad. Ken wurde das Motorrad durch den Aufprall förmlich unter den Füßen weggerissen und er fiel rücklings auf die nächste Bodenwelle. Das war Glück im Unglück, denn statt aus 3 Metern Höhe landete er nun auf der Kuppe des nächsten Hügels.
Rückwärtssalto von Plessinger
Plessinger, dessen Oberkörper gegen das rotierende Hinterrad von Roczens Suzuki krachte, wurde seinerseits ebenfalls vom Bike gekickt, sodass er erst nach einem Rückwärtssalto am Boden einschlug. Für Plessinger war der Abend danach beendet. Zum Glück blieb auch er von schweren Verletzungen verschont.
Fazit
Sowohl Roczen als auch Plessinger hatten bei dem Zwischenfall sehr viel Glück. Wäre der Unfall vermeidbar gewesen? Ken hatte das erste Finale gewonnen und er wusste, dass er gute Chancen hatte, das Triple Crown-Event von Indianapolis zu gewinnen. Mit Blick auf die Tabelle und das große Bild wäre dieser Sieg auch sehr wichtig gewesen. Vielleicht war er auch deshalb in dieser Situation zu ungeduldig und wollte so schnell wie möglich an Prado vorbei. Die Außenlinie vor der On-Off-Kombination war aber riskant, doch Linienwahl ist im Supercross eine Sache von Millisekunden. Aaron Plessinger hatte keine Chance, den Crash zu verhindern, denn er befand sich schon in der Flugphase, als Ken in Schwierigkeiten geriet. Beide Fahrer hatten in Indianapolis Glück, dass ihnen nicht mehr passiert ist.
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