Grönholms Traum geplatzt

Von Toni Hoffmann
WRC
Grönholms Traum auf ein erfolgreiches Comeback platzte am Samstag

Grönholms Traum auf ein erfolgreiches Comeback platzte am Samstag

Der Doppelweltmeister musste sich vorzeitig aus seinem WM-Comeback verabschieden. Monte-Sieger Sébastien Ogier ebenfalls ausgeschieden.

Am Samstagmorgen auf der ersten von sechs Tagesprüfungen platzte der Traum von Marcus Grönholm auf ein erfolgreiches WM-Comeback. Auf dem vierten Platz liegend, diese Position hatte der 41jährige Finne am Freitagabend selbst gewählt, flog er von der Piste. Sein von Prodrive privat eingesetzter Subaru Impreza wurde dabei so arg in Mitleidenschaft gezogen, dass der 30fache Laufsieger vorerst aufgeben musste. Nach ersten Informationen ist die Front stark beschädigt. Die Hauptursache für seinen Ausfall dürften aber mehr die zu hohe Motortemperatur und der zu niedrige Öldruck gewesen sein. Nur wenige Minuten später stellte auch der Monte-Sieger Sébastien Ogier seinen Citroën C4 wegen einer beschädigten Lenkung ab. Bis dahin lag der Junioren-Weltmeister auf dem sechsten Platz.

An der Spitze hat der fünffache Rekord-Weltmeister Sébastien Loeb im Citroën C4 die Offensive auf seinen führenden Titelrivalen Mikko Hirvonen (Ford Focus) eröffnet. Mit seiner dritten Portugal-Bestzeit auf der ersten Samstag-Prüfung zog der 50fache Rekordsieger an seinem Teamkollegen Daniel Sordo auf den Ehrenrang vorbei. Eine Entscheidung später schnappte sich Loeb, der 2007 die letzte portugiesische WM-Rallye gewonnen hatte, mit seiner vierten Bestmarke auch Hirvonen. Nach neun Prüfungen hat der dreifache Saisonsieger und Tabellenführer Loeb erstmals an der Algarve die Führung übernommen, 1,6 Sekunden vor Hirvonen und 15,4 Sekunden vor Sordo.

«Ich bin heute Morgen bis ans Limit gegangen. Meine Offensive ging auf», meinte der neue Spitzenreiter Loeb. «Loeb zu halten, das ist verdammt schwierig», sagte Hirvonen. Der Unfall seines Ford-Teamkollegen Jari-Matti Latvala war schlimmer als zunächst gemeldet. Auf der vierten Prüfung rollte er nach einem Fahrfehler mit etlichen Überschlägen einige hundert Meter einen Abhang hinunter. «Ich bin froh, überlebt zu haben», war der Kommentar von Latvala, der am Freitag wohl zweimal Geburtstag feiern durfte, seinen 24. und den Tag, an dem den schlimmsten Unfall seiner noch jungen Karriere ohne gravierende Verletzungen überstanden hat. Hinter seiner Zukunft im Ford-Werksteam steht nach seinem dritten Saisonunfall beim vierten Lauf ein dickes Fragezeichen.

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