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Warum die Zeitnahme keine Zeit nahm
Neues System sorgt bei der Rallye Monte Carlo für Chaos.
WRC
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Die Rallye Monte Carlo, Auftakt der WM-Saison 2013, ist auch die Feuertaufe für Sistema Integrales Communicacion (SIT). Die spanische Firma ist seit diesem Jahr verantwortlich für die Zeitnahme und das Teilnehmer-Trackingsystem – und hat sich schon am ersten Tag nicht gerade mit Ruhm bekleckert.
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Pünktlich zur letzten Wertungsprüfung der ersten Etappe fiel die Zeitnahme aus, beziehungsweise zeigte groteske Ergebnisse an. Es dauerte fast zwei Stunden, bis ein offizielles Tagesergebnis zur Verfügung stand. Bis dahin behalfen sich die Teams durch den Austausch eigener Messungen. Die Alleinschuld SIT zuzuschieben, wäre aber zu einfach. Offensichtlich führte eine Kombination aus extrem komplizierter Technik, lückenhaft ausgebildetem Personal und Pannen an ganz anderen Stellen zu dem, was Volkswagen-Motorsportdirektor Jost Capito "völlig inakzeptabel" nannte. So ist SIT zwar für die Technik verantwortlich, für die Bedienung aber weitgehend die Hilfskräfte vom jeweiligen Veranstalter, in diesem Falle des Automobil Club Monaco. Da kam es dann vor, dass ein Streckenposten eine bereits scharf gemachte Startanlage ausschaltete, um Strom zu sparen, anschliessend aber den Vorgang zum erneuten Hochfahren nicht auf die Reihe brachte. Oder zwei Sensoren wurden dichter zusammen aufgestellt, als im Handbuch vorgeschrieben, und lieferten unmögliche Werte. Offensichtlich hatte einmal sogar ein Hund eine Lichtschranke ausgelöst, der Computer die gemessene Zeit aber dem nächsten vorbeikommenden Rallyeauto zugeordnet. Schliesslich konnte das System nicht wissen, dass der Hund nicht mit einem Transponder zur Übermittlung der Startnummer ausgerüstet war.
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Die beiden Werks-Citroën sorgten mehrfach für Adrenalinschübe im eigenen Team und bei der Konkurrenz, weil angeblich geöffnete Motorhauben einen Alarm auf den Kontrollmonitoren auslösten. Tatsächlich hatte Citroën die entsprechenden Sensoren an einer Stelle verbaut, die für die sensible Technik zu starken Vibrationen ausgesetzt war. Per Bulletin wurde dem Marken-Weltmeister erlaubt, die Sensoren zu kappen.
Zu allem Überfluss brach auch noch mehrfach die – von einer französischen Telefongesellschaft gelegte – Glasfaserleitung zwischen den Zentralen von Zeitnahme und Trackingsystem zusammen. Und das trotz dreifacher Absicherung. Sogar der bewaffnete Konflikt im nordafrikanischen Mali soll Auswirkungen gehabt haben. Weil die dort engagierte französische Armee grosse Teile der Luftraumkontrolle auch über Frankreich übernommen hat, wurde angeblich einem als Relaisstation für die Zeitnahme-Signale nötigen Kleinflugzeug keine Starterlaubnis erteilt.
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