Packender Dreikampf in Finnland

Von Toni Hoffmann
WRC
Sébastien Ogier

Sébastien Ogier

Die Rallye Finnland ist mit einem packenden Dreikampf gestartet. Nach dem ersten Rallye-Tag der „Formel 1 im Wald“ liegen Sébastien Ogier/Julien Ingrassia (F/F) mit nur 5,2 Sekunden Rückstand auf der zweiten Platz.

Die Spitzenreiter in der Rallye-Weltmeisterschaft rangieren damit in direkter Schlagdistanz zum Führenden Thierry Neuville (Ford) – und weitere 3,7 Sekunden vor Mads Østberg (Ford). Andreas Mikkelsen/Mikko Markkula (N/FIN), die ebenfalls einen Polo R WRC steuern, beendeten den ersten Tag in Finnland auf Rang acht der Zwischenwertung – nur etwas mehr als 20 Sekunden hinter der Spitze. Kleinigkeiten entschieden bisher beim Vollgas-Festival in den finnischen Wäldern: Auf den ersten sechs Wertungsprüfungen standen lediglich 45,51 Kilometer auf Zeit auf der Agenda – ein wahrer Rallye-Sprint. Am Freitag stehen 148,50 und am abschließenden Samstag weitere 130,20 Kilometer gegen die Uhr an, ehe nach insgesamt 23 Sonderprüfungen der Sieger feststeht.  

Jari-Matti Latvala/Mikka Anttila (FIN/FIN) mussten den ersten Rallye-Tag in Finnland vorzeitig beenden. Nach vier Podiumsplätzen – darunter der Sieg in Griechenland – war Jari-Matti Latvala zuletzt der konstanteste Fahrer in der Rallye-Weltmeisterschaft und liegt aktuell auf Rang zwei der Fahrer-WM. In Finnland traf das Duo bereits auf der zweiten Wertungsprüfung einen nur etwa Handball-großen Stein am Streckenrand unglücklich und beschädigte sich so die hintere linke Aufhängung. In der Folge kämpften sich Latvala/Anttila mit diesem Schaden über zwei weitere Prüfungen, bevor sie aufgeben mussten. Das Volkswagen Team wird den Polo R WRC mit der Startnummer 7 in der Nacht zum Freitag reparieren, um dem finnischen Duo den Start unter Rally-2-Reglement zu ermöglichen.

Stimmen, 1. Tag Rallye Finnland

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #7
«Nach der ersten Wertungsprüfung hatte ich ein richtig gutes Gefühl. Leider habe ich auf der zweiten wohl etwas zu viel attackiert. Nach einer schnellen Rechtskurve und einer kleineren Kuppe wurde das Auto etwas mehr entlastet als ich dachte. Dadurch wurde ich an dieser Stelle etwas zu weit nach außen getragen und habe einen Stein am Rand der Strecke getroffen. Das hat sofort die Aufhängung beschädigt. Wir haben danach immer wieder versucht, den Polo zu reparieren – unter anderem mit einem Riemen der Lichtmaschine. Leider hat das nicht bis zum Ende des Tages gehalten. Ich möchte mich beim Team für meinen Fehler entschuldigen. Morgen und übermorgen werde ich alles dafür geben, möglichst viele Punkte für die Herstellerwertung zu retten.»

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #8
«Ich bin wirklich froh, dass wir den Tag hinter uns gebracht haben. Für nur rund 45 Wertungskilometer knapp zehn Stunden im Auto zu verbringen, war ehrlich gesagt etwas langweilig. Außerdem war es dadurch nicht so einfach, einen guten Rhythmus zu finden. Auf den Verbindungsetappen hätte ich mir manchmal einen Tempomat im Polo R WRC gewünscht, da man hier die meiste Zeit nur 60 km/h fahren darf. Davon abgesehen war der Tag aber absolut in Ordnung für uns. Ich bin nicht perfekt gefahren, aber der Abstand zur Spitze hält sich im Rahmen. Ich habe mich heute noch etwas zurückgehalten, denn aufgrund des Regens am Nachmittag war es an manchen Stellen ausgesprochen rutschig. Die Zuschauerprüfung am Ende war ebenfalls nicht ganz einfach zu fahren. Morgen geht die Rallye erst richtig los, da werde ich versuchen, von Anfang an einen besseren Rhythmus zu finden und mich zu steigern.»

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
«Die Rallye ist für uns richtig gut losgegangen. Die Zeiten liegen verdammt eng beeinander. Wir hatten von Beginn an einen guten Rhythmus, haben nicht allzuviel riskiert und waren dennoch nah an den Top-Zeiten. Ich bin zufrieden mit dem, was wir haben, und wir wissen, wo wir uns noch verbessern können. Nur auf der vierten Wertungsprüfung haben wir etwas zu viel Zeit liegen gelassen, als wir nach einem Verbremser kurz zurücksetzen mussten. Dennoch: Daumen hoch zum ersten Tag bei der Rallye Finnland. Und wir freuen uns auf die kommenden beiden Tage.»

Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor
«Wie eng ist in der Rallye-WM zugeht, hat der erste Tag bei der Rallye Finnland eindrucksvoll gezeigt. Citroën, M-Sport-Ford und Volkswagen agieren auf Augenhöhe, Details entscheiden über Prüfungssiege und die Führung im Gesamtklassement. Fanherz, was willst Du mehr? Doch der erste Tag mit seinen kurzen Wertungsprüfungen war auch einer, an dem man viel verlieren und wenig gewinnen konnte. Ganz anders als an den kommenden beiden Tagen. Jari-Matti Latvalas Aufhängungsschaden ist deswegen ein ärgerlicher Fehler, der nicht passieren sollte. Doch wir werden über Nacht seinen Polo R WRC wieder perfekt vorbereiten, damit er noch um Punkte in der Herstellerwertung kämpfen kann. Sébastien Ogier hat heute alles richtig gemacht und liegt in Schlagdistanz zum Spitzenreiter. Auch Andreas Mikkelsen liegt aussichtsreich im Rennen – für ihn ist nach vorn ebenfalls noch viel möglich. Alles in allem sind wir bei Volkswagen also zufrieden mit dem Auftakt der Rallye Finnland.»

Und da waren dann noch ...

... die knappsten Zeitunterschiede des Rallye-Jahres 2013. Gleich dreimal nach den ersten sechs Wertungsprüfungen lautete der Abstand zwischen Erstem und Zweitem der Gesamtwertung: Null Komma Null Sekunden. Beteiligt: drei verschiedene Fahrer dreier unterschiedlicher Hersteller. Thierry Neuville (Ford), Mikko Hirvonen (Citroën) und Sébastien Ogier (Volkswagen) waren die Protagonisten im Showdown um Zehntelsekunden. Auf den Sonderprüfungen zwei, drei und vier führten Hirvonen, Ogier und erneut Hirvonen die Gesamtwertung an – jeweils zeitgleich mit Neuville. Zum Vergleich: Ein menschlicher Wimpernschlag dauert eine Zehntelsekunden.

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