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Doppelte RR: Neue BMW-Sportler S1000RR und F450RR vor EICMA-Premiere

Auf der Motorradmesse Mailand feiern gleich zwei Sportler von BMW Premiere: Die neue S1000 RR ist keine Überraschung mehr, doch zwei Segmente tiefer kommt eine RR im Einsteigersegment ins Programm.

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Seit Frühjahr 2026 bildet die BMW F450GS den Einstieg in die BMW-Modellpalette. Schon bei deren Präsentation vor einem Jahr kommunizierten BMW-Offizielle, dass die von TVS in Indien produzierte und in Kooperation entwickelte Reihentwin-Plattform die Basis für eine ganze Modellfamilie bilden würde. Den ersten Schritt zur Ausweitung des Einsteigerangebots machten die Bayern, als Anfang Oktober mit der F450R ein Naked-Bike präsentiert wurde. Nun steht die Vorstellung eines vollverkleideten Supersport-Motorrads unmittelbar bevor.

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Ein vollverkleideter Einsteigersportler, der den Namen F450RR tragen würde, wurde immer wieder kolportiert. Schließlich hatte BMW bereits auf Basis der Vorgängermodelle mit Einzylindermotor eine G310RR im Angebot, die jedoch ausschließlich in Asien verkauft wurde. Bei der F450RR, die ihre Publikumspremiere auf der EICMA in Mailand Anfang November feiern wird, werden die Bayern auch auf den europäischen Markt zielen, denn die untere Mittelklasse wird auch in unseren Breiten immer wichtiger: Aprilia ist mit RS457 und Tuono 457 bereits heute stark in diesem Segment und auch KTM feilt an einer Modellfamilie mit Reihenzweizylinder knapp unter 500 ccm, zu der auch eine Supersportmaschine mit der Modellbezeichnung 490RC zählen wird.

Im Vorfeld der offiziellen Vorstellung des BMW-Einsteigerpsortlers veröffentlichten die Bayern ein Teaser-Bild, das ein abgedunkeltes Motorrad zeigt. Mehr Rückschlüsse lässt ein Blick auf einen Prototypen zu, den unser Fotograf bei finalen Testfahrten erwischt hat: Das Herz der F450RR bildet, wie in der F450R, der Reihenzweizylinder mit 420 ccm, der in der F450GS Premiere feierte. Wie in beiden Schwestermodellen wird der Twin auch in der F450RR auf den charakteristischen Hubzapfenversatz von 135° setzen. Die Abgasanlage wurde für die F450R neu entwickelt. 48 PS leistet das Aggregat im Roadster-Schwestermodell und setzt auf einen für den Straßeneinsatz angepassten Rahmen mit eigener Geometrie und überarbeitetem Fahrwerk. Ein Vergleich lässt den Schluss zu, dass die F450RR hier auf eine ähnliche Konfiguration setzt, jedoch mit sportlicherer Ergonomie. Das bedeutet: Ein Stahlrohr-Hauptrahmen und eine Hinterradführung in einer Alu-Schwinge. Das Vorderrad steckt in einer USD-Gabel von KYB und wird von einer einzelnen 310er Scheibe mit einer Brembo-Vierkolbenzange verzögert. Auch der Heckrahmen gleicht im RR-Prototyp jenem der F450R, ebenso wie die Unterflur-Auspuffanlage. In der «R» reizen die bayrischen Ingenieure die Gewichtsuntergrenze der A2-Klasse von 175 kg bei 48 PS aus - die «RR» dürfte, wenn überhaupt, nur unwesentlich schwerer sein.

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Das Design der Verkleidung kombiniert damit eigene Details mit der Formensprache von F450R und – keine Überraschung - der neuen Generation des Superbike-Flaggschiffs S1000RR. Auf diese beziehen sich die zweiteiligen LED-Scheinwerfer in der Front und kleinere Winglets. Auch die große Vierzylinder-Schwester dürfte, davon ist auszugehen, zeitnah Premiere feiern. Längst hat das Superbike mit 1000rer Vierzylinder die seriennahen Stand erreicht und auf dem Weg zur Serienreife reichlich Kilometer auf Prüfständen, Rennstrecken und auf öffentlichen Straßen abgespult. 215 PS soll die neue S1000RR laut öffentlich einsehbaren Homologationsdaten leisten, 5 PS mehr als bislang. Die Gestaltung der Frontpartie mit ihren Frontscheinwerfern und dem charakteristischen Ram-Air-Einlass ähnelt stark dem «Concept RR», die am 23. Mai 2025 im Rahmen des renommierten Design-Events Concorso d’Eleganza Villa d’Este am Comer See in Italien erstmals hergezeigt wurde.

Kein Wunder, bezeichnete Markus Flasch, CEO von BMW Motorrad, die Concept RR bei der Präsentation als «sowohl in technischer als auch formsprachlicher Hinsicht ein wahres Meisterstück unseres Entwicklungsteams». Abermals kommen optisch dominante Winglets zum Einsatz, die jedoch stimmiger in die Designsprache des Motorrads integriert werden. Ein im Spätsommer bekannt gewordenes Patent deutet dabei darauf hin, dass BMW bei dieser künftig auf eine neue Fertigungstechnik bei der Herstellung von Leichtmetall-Gussteilen setzen wird, die dünnere Wandstärken und damit geringeres Gewicht bei gleicher Festigkeit zulässt.

Das Angebot der Bayern im Sportsegment dürfte mittelfristig noch weiter ergänzt werden: Mindestens ein weiteres Zweizylindermodell, das sich die technische Basis mit der kommenden F600GS teilen wird (SPEEDWEEK.com berichtete), befindet sich in München in der Entwicklung.

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