Welch ein Finale, welch ein Chaos – nur einer blieb cool, das war Hermann Gassner junior, der mit seinem vierten Saisonsieg als jüngster Titelträger deutsche Rallyegeschichte schrieb.
Noch vor dem ersten Rennen 2026 wurden hinter den Kulissen Fahrerverträge für 2027 vorbereitet. Bei allem Neuigkeitswert dürfte das dem Sport mehr Schaden als Nutzen bringen. Ein Kommentar.
Weiterlesen
Werbung
Welch eine Karriere! Hermann Gassner junior hat sich mit gerade mal 20 Lenzen als jüngster Pilot die Krone in der Deutschen Rallye-Meisterschaft aufgesetzt. Bei den Chaos-Tagen des Finals in der verregneten Lausitz endete für ihn die Saison, wie sie begonnen hatte, mit einem Sieg und nun auch mit der daraus resultierenden Krone im deutschen Championat. Für den Rallye verrückten Gassner-Clan ist es der dritte DRM-Gewinn in Folge und der fünfte Titel insgesamt. Der Youngster trat bei seiner ersten fast kompletten DRM- Saison, nur den Lauf bei der Wikinger-Rallye liess er wegen seines Starts bei der WM-Rallye Portugal aus, die Nachfolge seines Vaters an. Doch auf diese Nachricht musste der neue Champion mit mehr als zweistündiger Verspätung bei der von organisatorischen Mängeln und anderen Querelen geprägten Rallye, die eines DRM-Finals absolut unwürdig war, warten.
Werbung
Werbung
"Vor dem Saisonauftakt bei der Rallye Oberland hätte ich nie daran geglaubt, einen DRM-Lauf gewinnen zu können", bilanzierte der neue DRM-Champion nach dem Zieleinlauf des DRM-Finals. "Nach vier Saisonsiegen bin ich jetzt Meister: Das ist einfach Wahnsinn." Riesenfreude über den Sieg herrschte auch beim Teamkollegen und Vater Hermann Gassner, der beim siebten von sieben Saisonläufen den fünften Gesamtrang erobern konnte. "Ich bin noch glücklicher, dass mein Sohn die Meisterschaft gewonnen hat, als wenn ich sie selbst gewonnen hätte", so Gassner senior, der sich ein Jahr zuvor an gleicher Stelle über den Meistertitel hatte freuen können. "Jetzt geht die Saison versöhnlich zu Ende und ich finde, dass der Junior auch verdient Meister geworden ist." Nach neun vom tagelangen Regen mehr als nur durchgeweichten Schotterprüfungen im Tagebau in der Lausitz hatte der neue und auch verdiente Meister im Mitsubishi aus der Familien-Schmiede einen Vorsprung von 19,6 Sekunden auf seinen tschechischen Markenkollegen Martin Semerad, in der WM Mitglied des FIA Pirelli Star Driver-Teams und der von der vierten bis siebten Prüfung vorne lag. Sein Titelrivale, der alte und neue Vize-Champion Sandro Wallenwein konnte im Subaru Impreza N14 dem Gassner-Tempo nicht so folgen und erreichte mit einem Rückstand von 35,9 Sekunden als Dritter nach stundenlanger Verzögerung das Ziel auf dem im tiefen Schlamm versinkenden Serviceplatz in Weisswasser. Sein Bruder Mark, statt im Renault Clio erstmals im Subaru am Start, liess sich auf der vorletzten Entscheidung auf den vierten Platz (Rückstand: 44,5 Sekunden) wegen möglicher, aber eher theoretischer Titelchancen von Sandro zurückfallen.
Der entthronte Meister Hermann, der ältere, worüber dieser angesichts der Krone für seinen Filius bestimmt nicht traurig ist, kam mit einem Rückstand in seinem endlich mit weniger Problemen laufenden Mitsubishi Lancer X mit einem Rückstand von 2;42,3 Minuten ins nächtliche Ziel in Weisswasser. Dahinter reihte sich als Sechster und als bester Zweiradler Tim Stebani (3:44,3 Minuten zurück) im Opel Corsa S2000 ein.
Noch vor dem ersten Rennen 2026 wurden hinter den Kulissen Fahrerverträge für 2027 vorbereitet. Bei allem Neuigkeitswert dürfte das dem Sport mehr Schaden als Nutzen bringen. Ein Kommentar.
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach
Die aktuellsten News rund um die Uhr, von Experten analysiert und kommentiert und exklusive Einblicke hinter die Kulissen. Hier schreiben Fans für Fans.