EICMA-Vorschau: Ducati feiert Geburtstag beim Heimspiel auf Mailänder Messe
Im November gehen auf der Mailänder Leitmesse die Jubiläumsfeiern für Ducatis hundersten Geburtstag zu Ende. SPEEDWEEK.com fasst zusammen, was bislang zu den Neuheiten der Bologneser bekannt ist.
Die EICMA wirft ihre Schatten voraus. Im November 2026 versammeln sich wieder Hersteller, Enthusiasten und internationale Presse in Mailand, um zum Ausklang der diesjährigen Motorradsaison einen Ausblick auf die des kommenden Jahres zu geben. Wie jedes Jahr werden nahezu alle Hersteller Neuheiten präsentieren oder dem öffentlichen Publikum zumindest eine erste Live-Kostprobe ihrer kommenden Produkte gewähren.
Besonderes Gewicht haben in Fiera Milano Rho traditionell die lokalen Hersteller und unter diesen ganz besonders Ducati. Für die Bologneser ist 2016 ein besonderes Jahr: Sie feiern ihr hundertjähriges Firmenjubiläum, im Rahmen dessen sie die Mailänder Messe für eine Themenausstellung ihrer Firmengeschichte nutzen wollen. Auch Neuvorstellungen sind geplant, von denen bislang keine offiziell bestätigt wurde.
Bereits gezeigt wurden von der Marke aus Borgo Panigale im Laufe des Jahres das Technikflaggschiff Superleggera V4 Centenario und Ducatis «erstes Supermoto-Rennmotorrad» Desmo450 SM. Der Café Racer Formula 73 greift Elemente der 750 Super Sport Desmo aus dem Jahr 1973 auf, nimmt Bezug auf die Firmenhistorie und basiert auf der aktuellen Scrambler-Generation. Wie die neue Superleggera-Generation wird der Café Racer Formula 73 in limitierter Stückzahl gefertigt.
Auch eine Reihe von Sonderserien mit historischen Lackierungen und Trockenkupplung mit dem Namen «Collezione 100» wurde längst präsentiert. Damit haben die Italiener ihr Pulver aber noch nicht verschossen: Bekannt geworden ist, im Gegensatz zu den Vorjahren, bislang eine Handvoll neuer Varianten: Für den Herbst offiziell angekündigt wurde die Ducati Multistrada V4 S Grand Tour, bei der es sich im Wesentlichen um eine Multistrada V4 in Vollausstattung handelt.
Neu ins Programm kommt, das legen Homologationsdaten aus den USA nahe, die Panigale V4 SP. Ein namengleiches Modell bot die Traditionsmarke auch von der Vorgängergeneration an. Damals schloss die SP die Lücke im Modellprogramm zwischen der regulären Panigale V4 S und dem Superbike-Homologationsmodell Panigale V4R. Wir erwarten bei der Neuauflage der V4 SP spezielle Aero-Hilfsmittel, einen edlen Alu-Tank, leichte Karbon-Felgen und Trockenkupplung. Als Antrieb dürfte der «Desmosedici Stradale» mit 1103 ccm dienen – jenem V4-Motor, der neben der Panigale V4 auch die Streetfighter V4 antreibt und damit nicht der V4 mit 998 ccm der Panigale V4R.
Auch die Naked-Schwester namens Streetfighter V4 soll zum Modelljahr 2027 als SP-Variante angeboten werden. Die Vorgängergeneration übernahm ihr Fahrwerkssetup vom vollverkleideten Schwestermodell V4 SP, um ihre Rennstreckentauglichkeit zu betonen. Die kalifornische Homologationsdatenbank legt auch eine milde Überarbeitung des Basis-Superbikes Panigale V4 und der Streetfighter V4 nahe, mehr als milde kosmetische Neuerungen und verbesserte Elektronikregelsysteme sind jedoch nicht zu erwarten, da die aktuelle Generation des Imageträgers erst seit zwei Jahren auf dem Markt ist.
Ebenfalls V4-betrieben ist in ihrer aktuellen Generation die Diavel. Für den inzwischen vier Jahre alten Bologneser Power-Cruiser kündigt sich eine Modellpflege an, bei der die Designer Verkleidungsdetails und geänderte Lufteinlässe der bisherigen Top-Version RS auch für die Basisversion übernehmen, dazu kommt ein neues Felgen- und Auspuffdesign. Das verraten Anmeldungen zu Beginn des Jahres beim europäischen Amt für geistiges Eigentum (EUIPO). Wichtigste technische Neuerung dürfte eine semiaktive Federung sein, denn motorenseitig bleibt es beim V4 in der «Granturismo» genannten Ausbaustufe mit 170 PS.
Aus der Offroad-Ecke ist eine Enduro-Version der Desmo250 MX zu erwarten, ob diese schon in Mailand zu sehen sein wird, ist nicht sicher. Zu sonstigen Neuerungen an der Palette der Italiener ist noch nichts an die Öffentlichkeit durchgedrungen, doch auch für die V2-Modelle dürfte es Ergänzungen geben. Auch ein völlig neues Modell ist zu erwarten, bekannt ist dazu noch nichts, außer: Ducati stellt für die Mailänder Messe den «Höhepunkt der Jubiläumsfeierlichkeiten» der Firma in Aussicht. Das müsste demzufolge ein Motorrad sein, mit dem Ducati zeigt, was technisch machbar ist.
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