Leclerc/Ferrari: Strafe, Disqualifikation, Pole-Position, Sieg und Blödsinn
Charles Leclerc hat in Texas schon die ganze Bandbreite der Gefühle kennengelernt: Er stand 2023 auf Pole, nach dem Rennen wurde er aber disqualifiziert. 2024 holte er den Sieg nach. Was kommt 2026?
Ferrari-Ass Charles Leclerc ging 2023 vom besten Startplatz in den USA-GP, aber im und nach dem Rennen kam die kalte Dusche: Er war weniger konkurrenzfähig als erwartet, und zu später Stunde wurde er sogar aus der Wertung gekegelt – Bodenplatte zu sehr abgeschliffen, Platz 6 futsch. Aus dem gleichen Grund verlor sein heutiger Ferrari-Teamgefährte Lewis Hamilton den zweiten Rang, damals als Mercedes-Fahrer.
2024 nahm Leclerc Rache: Sieg bei Grossen Preis der USA. Leclerc hat nun schon einige Formel-1-Klassiker abgeräumt – Monza (2019 und 2024), Spa-Francorchamps (2019), Monaco (2024), Silverstone (2026), dazu zwei Hits aus der neueren F1-Geschichte, Melbourne (2022) und Austin (2024).
Leclerc gehört dem COTA-Fanclub an, auch der 29-Jährige aus Monaco bekennt sich offen zu seiner Liebe für diese anspruchsvolle Rennstrecke ausserhalb von Austin: «Das ist einfach eine Knaller-Strecke. Vor allem der erste Pistenteil, auf einer schnellen Runde, das ist kaum zu toppen, mit dieser tollen Anfahrt zur ersten Kurve, mit den verschiedenen Linien dort, mit den schnellen Bögen danach, ein Leckerbissen!»
«Vor allem aber haben die Macher hier sehr viel nachgedacht zum Thema Überholen. Du kannst hier angreifen, aber der Gegner hat sofort die Chance zum Kontern. Das gibt es so auf anderen Rennstrecken nicht. In COTA haben sie alles richtig gemacht.»
Vor seinem 189. Grand Prix sagt der WM-Zweite von 2022: «Ich erwarte, dass die Top-Teams wieder dicht beisammen liegen. Viel wird davon abhängen, wer Verbesserungen ans Auto bringt. Wir haben ein paar neue Teile hier, nichts Gravierendes, aber schon eine Zehntelsekunde kann einen grossen Unterschied ausmachen.»
Kimi Antonelli steht vor dem WM-Titel. Charles Leclerc lobt: «Ich kann mich nur an einen Fehler erinnern, das ist alles. Daher ist sein Titelgewinn nur eine Frage der Zeit, und er hat diesen Titel vollauf verdient mit solch einer tollen Saison.»
Red Bull Racing-Fahrer Isack Hadjar hat hier im Fahrerlager behauptet, Ferrari habe in Singapur das schnellste Auto gehabt. Charles Leclerc kann darüber nur müde lächeln: «Es ist ziemlich Blödsinn, so etwas zu behaupten. Er weiss so wenig, wie gut der Ferrari ist, wie ich, wie gut sein Rennwagen ist. Auf solches Gerede gebe ich nichts.»
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