Kimi Antonelli (Mercedes) vor WM-Titel: «Das ist doch völlig durchgeknallt»
Es ist nicht mehr die Frage, ob Kimi Antonelli Weltmeister wird, sondern nur noch wann. Der italienische Mercedes-Pilot ist vom ganzen Trubel unbeeindruckt: «Ich mach nichts anders als sonst.»
Kimi Antonelli kann am Wochenende des USA-GP 2026 zum jüngsten Weltmeister in 77 Jahren Formel-1-Sport werden. Dazu muss er auf dem Circuit of the Americas (COTA) gewinnen, George Russell darf nicht besser als Neunter sein, Lewis Hamilton nicht besser als Fünfter.
Kimi wird so oder so der erste Formel-1-Champion, der nach 2000 geboren wurde.
Antonelli wird der dritte italienische F1-Weltmeister nach Giuseppe Farina (1950) und Alberto Ascari (1952/1953). Damit auch der erste italienische «campione» nach 73 Jahren!
Verstappen 2024, Norris 2025, Antonelli 2026: Wir hätten erstmals drei verschiedene Champions seit Hamilton 2008, Button 2009 und Vettel 2010.
Antonelli wäre der vierte Mercedes-Champion, nach Juan Manuel Fangio (1954/1955), Lewis Hamilton (2014, 2015, 2017, 2018, 2019, 2020) und Nico Rosberg (2016).
Weltmeister im zweiten F1-Jahr, das gelang vor Kimi nur Fangio, Jacques Villeneuve und Lewis Hamilton. Im ersten Jahr Champion wurde Giuseppe Farina, als 1950 die Formel-1-WM Premiere feierte.
Das sind alles ziemlich beeindruckende Statistiken, und manchmal scheint mir, der Einzige, der nicht besonders beeindruckt ist, das ist der Hauptdarsteller selber.
Kimi Antonelli versucht, sich von allem Trubel um seine Person nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Sein Mantra hat sich jahrelang auch bei Max Verstappen bewährt: Aus jedem Einsatz versuchen, das Beste zu machen, alles Weitere ergibt sich von selber.
Im Fahrerlager des COTA sagt der Bologneser: «Wenn ich darüber nachdenke, was hier passieren kann, dann ist das komplett durchgeknallt. Und genau aus diesem Grund bemühe ich mich, nicht daran zu denken.»
«Ich höre natürlich die ganzen Geschichten, was für mich alles passen muss und was bei den Gegnern alles schiefgehen muss, damit ich hier Weltmeister werde. Aber ich gehe nicht davon aus, dass dies alles so passieren wird. Ich bin für alles offen.»
«Wir hatten vorhin eine Sitzung mit meinen Ingenieuren, und mein Renningenieur Bono hat gesagt – ignorier das ganze Getöse, fahr einfach da raus und hab’ Spass am Rennfahren, mach rein gar nichts anders als sonst, dann wird alles gut.»
«Die Möglichkeit, in die Fussstapfen von Lewis Hamilton als Weltmeister mit Mercedes zu werden, das ist ein Traum, der nun langsam Wirklichkeit wird. Aber ich will mich von all dem nicht irre machen lassen.»
«Es hilft in dieser Situation, dass ich ja nicht zum ersten Mal in einem Titelkampf stehe. Allerdings ist der Druck in der entscheidenden Phase natürlich ganz anders als in anderen Rennklassen. Ich meine, ich fahre hier gegen einige der besten Piloten der Welt.»
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