Ferrari schwach, Leclerc-Unfall, Hamilton sauer: Teamchef Vasseur erklärt’s
Charles Leclerc nach üblem Unfall ausgeschieden, Lewis Hamilton lediglich auf dem sechsten Platz: Dieser Monza-GP ist für Ferrari bitter. Teamchef Fred Vasseur ordnet das Geschehen ein.
Monza ist 2026 für Ferrari keine Reise wert: Der Rennwagen von Charles Leclerc nach einem üblen Crash in der Parabolica kaputt, der englische Superstar Lewis Hamilton mit seiner Mannschaft uneins über den Einsatz der Reifen.
Der Brite wollte beim Neustart mit harten Reifen fahren, er bekam aber mittelharte, danach versäumte es Ferrari, von einer virtuellen Safety Car-Phase zu profitieren, um Hamilton frische Walzen zu spendieren. Der Champion war nach dem Rennen echt bedient.
Viel Erklärungsbedarf also für Ferrari-Teamchef Fred Vasseur, der das alles wie folgt einordnet. «Heute ist ein harter Tag für Ferrari. Am Samstag im Qualifying lief es für uns in Bezug auf die Positionen anständig, aber wir wussten, dass wir ein enormes Defizit bei den Spitzengeschwindigkeiten hatten und es im Rennen schwierig sein würde, uns zu verteidigen und anzugreifen. Und genau so ist es auch gekommen.»
«Wir tun uns auf den Geraden schwer. Das haben wir mit Leclerc in der ersten Runde gesehen und im weiteren Verlauf des Rennens mit Hamilton, auch wenn unser Tempo am Ende gut war. Das war kein grosses Problem. Aber wir verloren Positionen, und wenn wir die Gelegenheit hatten, konnten wir nicht überholen. Wir wussten, dass Monza aus diesem Grund schwierig werden würde, aber es ist schlimmer gekommen, als wir erwartet hatten. Die Kämpfe im Rennen waren sehr komplex.»
«Wenn du in Zandvoort hinter jemandem liegst, verlierst du zweieinhalb Zehntel pro Runde. In Monza sind es fünf Zehntel. Aber noch wichtiger ist der Faktor in den Kurven. Wenn wir auf der Geraden angriffen oder uns verteidigten, verloren wir die Leistung und anschliessend auch die Positionen. Bei Gasly zum Beispiel ist genau das passiert. Wir haben ihn überholt, und dann hatte er die Möglichkeit, wieder an uns vorbeizuziehen. Wir mussten in den Kurven etwas mehr pushen und dabei die Reifen stärker beanspruchen als die anderen – und verloren so die Gelegenheit zum Überholen.»
Und dann war da das knallharte Duell zwischen Leclerc und Hamilton im ersten Teil des Grand Prix. Vasseur: «Wir werden mit beiden sprechen müssen, um diese Situation zu klären. Es ist ein wenig schade. Ein Rennen so zu beginnen, bei dem eines der beiden Autos dann so zurückfällt, das ist sicherlich nicht ideal.»
Zum Crash von Leclerc meint der Franzose: «Leclerc hat uns gesagt, dass es ihm gut geht, aber er wollte so schnell wie möglich nach Hause. Es war 50g-Aufprall, wirklich übel. Ich kann verstehen, dass er so schnell als möglich abreisen wollte.»
«So wie es aussieht, hat er den Wagen einfach aus der Kontrolle verloren, weil er links zu weit aussen war. Ich bin sehr froh, dass es ihm verhältnismässig gut geht. Das Auto ist übel zugerichtet, auch der Motor hat wohl einen Schlag bekommen.»
Vasseur lässt den Vorwurf nicht stehen, Ferrari hätte Hamilton in der virtuellen Safety Car-Phase frische Reifen geben müssen. «Lewis lag vor der VSC zehn Sekunden hinter Max und er war im Ziel ebenfalls zehn Sekunden hinter Max. Zudem hätte Lewis nach dem Reifenwechsel Gegner überholen müssen, und damit taten wir uns heute schwer.»
«Morgen in der Nachbesprechung mit dem Team werde ich sagen, dass wir Auto und Motor weiter entwickeln müssen. Zweifellos werden Madrid, Sepang und Baku eine andere Geschichte sein. Wir wussten, dass Monza aufgrund seines Layouts die schlechteste Strecke für uns sein würde, und genau so ist es gekommen. Nächste Woche haben wir eine neue Herausforderung, und Madrid wird eine gute Gelegenheit sein, besser auszusehen. Wir müssen weiterhin Rennen für Rennen angehen.»
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