Ferrari SF-26 von Lewis Hamilton und Charles Leclerc: Keine Ausreden mehr
Ferrari hat Computer-generierte Bilder des Modells SF-26 veröffentlicht, mit dem 2026 Lewis Hamilton und Charles Leclerc ein Wörtchen um den WM-Titel mitreden müssen. Die Zeit der Ausreden ist vorbei.
So langsam wird das richtig Mode: Die Formel-1-Rennställe zeigen zunächst mal am Computer erstellte Bilder des neuen Autos, oft mit angeblichen technischen Lösungen, die dann bei den ersten Wintertests auf wundersame Art und Weise verschwunden sind.
Ferrari kann sich nicht lange verstecken: Kurz vor Mittag des 23. Januar sind die ersten Computerbilder versandt worden des Modells SF-26 für Lewis Hamilton und Charles Leclerc. Doch schon am Nachmittag sollen der Brite und der Monegasse mit dem echten Wagen auf der Ferrari-eigenen Teststrecke Fiorano ausführen.
Der SF-26 (intern Projekt 678 genannt) kommt wie erwartet in einem helleren Rot-Ton daher, die Lackierung auch mit den verschiedenen Stilelementen wird bei den Tifosi wie immer zu reden geben.
Aber letztlich wollen die Fachkräfte von Ferrari sowie die Tifosi nur einen Rot-Ton vermeiden – das Rot der Scham. Ferrari ist seit Kimi Räikkönen 2007 ohne Fahrer-WM-Titel und seit 2008 ohne Gewinn der Konstrukteurs-WM. Diese Durststrecke muss enden. Sonst wird es mittelfristig eng für Teamchef Fred Vasseur.
18 Jahre ohne Fahrer-WM-Titel ist nicht die längste Durststrecke für die treuen Tifosi. Von 1979 (Jody Scheckter) bis zum Triumphzug von Michael Schumacher (ab 2000) dauerte die titellose Phase sogar noch länger.
Die Zeit der Ausreden ist vorbei. Gemäss Fred Vasseur wurde die Entwicklung des 2025er Autos schon im Frühling eingestellt, um sich ganz auf das Projekt 2026 zu konzentrieren. Diese Arbeit muss sich nun auszahlen.
Die Konkurrenzfähigkeit des SF-26 unter Leitung von Loic Serra (Chassis) und Enrico Gualtieri (Antriebseinheit) wird auch wegweisend sein für die beiden Fahrer: Ein weiteres enttäuschendes Jahr von Lewis Hamilton könnte den Briten in die Pension drängen, und dem Management von Leclerc wird bei aller Liebe nachgesagt, die Fühler in Richtung anderer Teams ausgestreckt zu haben.
Der neue SF-26 wird mit Aufhängungs-Schubstreben vorne und hinten auftauchen (so wie Audi, Red Bull Racing und die Racing Bulls in Sachen Aufhängungs-Geometrie vorgehen). McLaren-Chefdesigner Rob Marshall: «Ob push rod, also Schubstrebe, oder pull rod, die Lösung mit Zugstreben, das wird von der Aerodynamik diktiert. Beide Lösungen sind mechanisch problemlos umzusetzen, es geht hier nur darum, wie die Aufhängung perfekt ins eigene Konzept passt.»
Aber es geht nicht nur darum: Schubstreben sind einfacher abzustimmen und bieten grundsätzlich ein Fahrzeugverhalten, das berechenbarer ist. Der Diffusor (aufsteigendes Ende des Bodens) ist an den 2026er Autos kleiner, das bedeutet mehr Platz für die Schubstreben-Variante.
Verborgen unter der Motorhaube: Das Mindestgewicht der Antriebseinheit ist von 120 auf 150 Kilo gestiegen, weil die elektrische Energie 50 Prozent der Leistung liefert, daher mehr Gewicht der Batterien.
Von Ferrari unbestätigt: Eben weil die Motortechniker einen Spielraum von 150 Kilogramm haben, seien die Italiener zu Stahl-Zylinderköpfen übergegangen (in der Regel werden in F1-Motoren Alu-Zylinderköpfe verwendet). Vorteil – die Stahl-Legierung verkraftet höhere Verbrennungstemperaturen und höheren Druck.
Was nun mit dem SF-26 passiert: Erster Funktionstest in Fiorano (maximal 15 Kilometer), am Morgen hat es geregnet, am Abend folgt weiterer Regen, der Himmel ist bedeckt.
Ab 26. Januar finden auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya die ersten Wintertests statt, sie dauern fünf Tage. Jedes Team darf davon drei nutzen, die Wahl ist frei. McLaren etwa hat bereits bestätigt, dass man am Montag lediglich den Funktionstest absolviere, dann aber erst am zweiten, vielleicht sogar erst am dritten Tag richtig teste.
Nach Barcelona wird es zwei Dreitages-Tests auf dem Bahrain International Circuit geben (11.–13. und 18.–20. Februar). Am Freitag, 6. März, beginnt auf dem Albert Park Circuit von Melbourne das erste Training zum Grossen Preis von Australien.
Die Formel-1-Weltmeister mit Ferrari
2007: Kimi Räikkönen (FIN), Ferrari
2004: Michael Schumacher (D), Ferrari
2003: Michael Schumacher (D), Ferrari
2002: Michael Schumacher (D), Ferrari
2001: Michael Schumacher (D), Ferrari
2000: Michael Schumacher (D), Ferrari
1979: Jody Scheckter (ZA), Ferrari
1977: Niki Lauda (A) Ferrari
1975: Niki Lauda (A), Ferrari
1964: John Surtees (GB), Ferrari
1961: Phil Hill (USA), Ferrari
1958: Mike Hawthorn (GB), Ferrari
1956: Juan Manuel Fangio (RA), Ferrari
1953: Alberto Ascari (I), Ferrari
1952: Alberto Ascari (I), Ferrari
Konstrukteurs-WM: Alle Sieger
1958 Vanvall
1959 Cooper
1960 Cooper
1961 Ferrari
1962 BRM
1963 Lotus
1964 Ferrari
1965 Lotus
1966 Brabham
1967 Brabham
1968 Lotus
1969 Matra
1970 Lotus
1971 Tyrrell
1972 Lotus
1973 Lotus
1974 McLaren
1975 Ferrari
1976 Ferrari
1977 Ferrari
1978 Lotus
1979 Ferrari
1980 Williams
1981 Williams
1982 Ferrari
1983 Ferrari
1984 McLaren
1985 McLaren
1986 Williams
1987 Williams
1988 McLaren
1989 McLaren
1990 McLaren
1991 McLaren
1992 Williams
1993 Williams
1994 Williams
1995 Benetton
1996 Williams
1997 Williams
1998 McLaren
1999 Ferrari
2000 Ferrari
2001 Ferrari
2002 Ferrari
2003 Ferrari
2004 Ferrari
2005 Renault
2006 Renault
2007 Ferrari
2008 Ferrari
2009 BrawnGP
2010 Red Bull Racing
2011 Red Bull Racing
2012 Red Bull Racing
2013 Red Bull Racing
2014 Mercedes
2015 Mercedes
2016 Mercedes
2017 Mercedes
2018 Mercedes
2019 Mercedes
2020 Mercedes
2021 Mercedes
2022 Red Bull Racing
2023 Red Bull Racing
2024 McLaren
2025 McLaren
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