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Melbourne: Marc Surer über Glanztaten & dumme Fehler

Der frühere GP-Pilot Marc Surer hat das Rennen in Melbourne live mitverfolgt. Mit SPEEDWEEK.com sprach der Schweizer über die positiven und negativen Überraschungen beim Saisonauftakt im Albert Park.

Formel 1

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Die Formel-1-Fahrer wurden beim ersten Kräftemessen der Saison in Melbourne gleich richtig gefordert: Der Regen erschwerte die Arbeit am Lenkrad und die schwierigen Bedingungen forderten nicht nur unter den Rookies ihre Opfer. Sechs Fahrer fielen beim ersten Grand Prix des Jahres aus, dazu gehörten auch Altmeister Fernando Alonso und Williams-Neuzugang Carlos Sainz.

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Dass mit Liam Lawson, Gabriel Bortoleto, Jack Doohan und Isack Hadjar auch vier Piloten mit wenig bis gar keiner GP-Erfahrung abflogen, war da eher zu erwarten, wie Marc Surer im Gespräch mit SPEEDWEEK.com betont: "Eigentlich ist es logisch, denn die Rookies haben ja eigentlich keine Chance zum Testen im Regen. Wenn du das erste Mal Formel 1 im Regen fährst, bist du mit 1000 PS unterwegs. Natürlich sind sie in der Formel 2 auch im Regen gefahren, aber das ist eine andere Leistung. Das heisst, die Leistungen sauber auf die Strecke zu bringen, ist wahnsinnig schwierig. Wir haben ja gesehen, dass sie auch erfahrene Piloten abgeflogen sind."

"Gerade von Alonso habe ich erwartet, dass er bei diesen Bedingungen eher glänzt und das Wunder vollbringt mit diesem nicht sehr schnellen Auto. Das sind ja die grossen Chancen. Dass er dann abfliegt, ist erstaunlich", sagt der Schweizer zum Unfall des zweifachen Weltmeisters.

"Genauso wie Sainz, der sich da einen ziemlich dummen Fehler erlaubt hat. Aber es zeigt ja nur, wie schwierig das Fahren im Regen ist. Und wenn man es nicht übt, ist es noch schwieriger. Und die Jungen hatten ja keine Gelegenheit, im Regen zu üben. Wenn du dann auch noch gleich im Rennen das erste Mal auf nasser Piste unterwegs bist, dann ist es noch schwieriger. Im Training könnte man sich ja noch steigern. Hinzu kommt, dass es nicht die einfachste Piste ist", betont der GP-Veteran.

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Für eine positive Überraschung habe hingegen Alex Albon gesorgt. Der Williams-Pilot bekommt ein dickes Lob von Surer: "Er hatte ja durch seinen neuen Teamkollegen Sainz viel Druck bekommen, das ist ein GP-Sieger. Alle haben sich eigentlich immer nur um Sainz gekümmert. Aber Alex hat im Training und im Rennen sein Können unter Beweis gestellt. Er hat gezeigt, wozu er in der Lage ist. Und das ist ja jetzt auch seine Chance, denn wenn er Sainz im eigenen Team schlagen kann, werden ihn die Leute anders einschätzen."

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Enttäuschend fiel hingegen die Ferrari-Premiere von Lewis Hamilton aus, der mit Platz 10 Vorlieb nehmen musste. Surer stellt klar: "Ich habe nie erwartet, dass er seinen Teamkollegen Charles Leclerc schlägt, und nun wurde ich bestätigt. Beeindruckend war sein Debüt bei Ferrari definitiv nicht. Dafür hat Leclerc mit seinem letzten Manöver an seinem Teamkollegen geglänzt. Das war beherzt, wahrscheinlich fuhr da auch ein wenig Frust mit, weil der Ferrari nicht gebracht hat, was man erwartet hat."

Red Bull Racing-Star Max Verstappen, der am Ende noch Sieger Lando Norris unter Druck setzen konnte, bekommt auch gute Noten von Surer: "Da kann man sagen, man weiss, warum er Weltmeister ist, das hat er wieder einmal gezeigt. Das Auto ist nicht weltmeisterlich. Ich hatte eigentlich erwartet, dass er gegen McLaren eine Chance im Regen hat, aber der Speed reichte nicht ganz. Und er steckte dann auch zurück. Auf einer Strecke, auf der man einfacher überholen kann, hätte er am Ende eine Chance gehabt. Aber grundsätzlich hat er mehr aus dem Auto rausgeholt, als drinsteckt."

Auch der jüngste Fahrer im Feld konnte glänzen. Den Auftritt von Mercedes-Rookie Kimi Antonelli bezeichnet Surer als "absolut beeindruckend." Und er lobt: "Er hatte zwar einen Patzer im Abschlusstraining, bei dem er sich den Unterboden kaputtgemacht hat. Aber wie er das Rennen gefahren und nicht abgeflogen ist – das zeigt sein Potenzial."

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Australien-GP, Albert Park Circuit Melbourne

01. Lando Norris (GB), McLaren, 1:42:06,304 h

02. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing, +0,895 sec

03. George Russell (GB), Mercedes, +8,481

04. Kimi Antonelli (I), Mercedes, +10,135

05. Alex Albon (T), Williams, +12,773

06. Lance Stroll (CDN), Aston Martin, +17,413

07. Nico Hülkenberg (D), Sauber, +18,423

08. Charles Leclerc (MC), Ferrari, +19,826

09. Oscar Piastri (AUS), McLaren, +20,448

10. Lewis Hamilton (GB), Ferrari, +22,473

11. Pierre Gasly (F), Alpine, +26,502

12. Yuki Tsunoda (J), Racing Bulls, +29,884

13. Esteban Ocon (F), Haas, +33,161

14. Oliver Bearman (GB), Haas, +40,351

Out

Liam Lawson (NZ), Red Bull Racing, Unfall

Gabriel Bortoleto (BR), Sauber, Unfall

Fernando Alonso (E), Aston Martin, Unfall

Carlos Sainz (E), Williams, Unfall

Jack Doohan (AUS), Alpine, Unfall

Isack Hadjar (F), Racing Bulls, Unfall

WM-Stand (nach 1 von 24 Grands Prix)

Fahrer

01. Norris 25 Punkte

02. Verstappen 18

03. Russell 15

04. Antonelli 12

05. Albon 10

06. Stroll 8

07. Hülkenberg 6

08. Leclerc 4

09. Piastri 2

10. Hamilton 1

11. Gasly 0

12. Tsunoda 0

13. Ocon 0

14. Bearman 0

15. Lawson 0

16. Bortoleto 0

17. Alonso 0

18. Sainz 0

19. Doohan 0

20. Hadjar 0

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Konstrukteurspokal

01. McLaren 27 Punkte

02. Mercedes 27

03. Red Bull Racing 18

04. Williams 10

05. Aston Martin 8

06. Sauber 6

07. Ferrari 5

08. Alpine 0

09. Racing Bulls 0

10. Haas 0

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Fahrer

Team

Punkte

1

Kimi Antonelli

Mercedes-AMG Petronas Formula One Team

156

2

Lewis Hamilton

Scuderia Ferrari HP

115

3

George Russell

Mercedes-AMG Petronas Formula One Team

106

4

Charles Leclerc

Scuderia Ferrari HP

75

5

Lando Norris

McLaren Formula 1 Team

73

6

Oscar Piastri

McLaren Formula 1 Team

68

7

Max Verstappen

Oracle Red Bull Racing

55

8

Pierre Gasly

BWT Alpine Formula One Team

41

9

Isack Hadjar

Oracle Red Bull Racing

34

10

Liam Lawson

Visa Cash App Racing Bulls Formula One Team

28

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