Mercedes-Analyse: Stallorder sollte Platz 3 von George Russell absichern
Niederlande-GP in Zandvoort: Die Stallorder für George Russell (Kimi Antonelli ziehen lassen) gab viel zu reden. Der leitende Mercedes-Ingenieur Andrew Shovlin erklärt die Denke bei Mercedes.
Das gab beim Traditions-GP von Zandvoort zu reden – eine Aufforderung an Mercedes-Fahrer George Russell, seinen aufrückenden Teamgefährten Kimi Antonelli ziehen zu lassen.
Russell fragt kurz zurück, machte dann Platz und meinte später nach dem Rennen, er hätte Kimi ohnehin nicht halten können, da der Italiener mit frischeren Reifen schneller unterwegs war.
Viele Fans und Fachleute fragten sich: Warum dann eine Stallorder? Andrew Shovlin, der leitende Ingenieur von Mercedes, bezieht dazu in der Nachbesprechung des Rennens Stellung.
Shovlin sagt: «In Runde 55 wurde das VSC ausgerufen, also eine virtuelle Safety Car-Phase, und beide Ferraris nutzten die sofort, sodass sie beim Neustart auf frischen Reifen sein würden. In Runde 56 hatten wir noch ein Zeitfenster, in dem wir Kimi an die Box holen und ihn vor beide Ferraris bringen konnten, was ihn in eine hervorragende Position versetzte, um vor ihnen ins Ziel zu kommen. Und George lag zuvor auf Platz 4.»
«Kimi fiel nach dem Boxenstopp hinter George zurück. Warum haben wir nun die Positionen der Autos vertauscht? Nun, dabei ging es vor allem darum, George Rennzeit zu sparen. Kimi hatte den nötigen Grip, um vorbeizukommen, aber hätten wir zugelassen, dass sie gegeneinander fahren, hätte George Zeit gegenüber den Ferrari verloren, und die Ferraris hätten mehr Zeit gehabt, anzugreifen und zu versuchen, vorbeizukommen.»
«Nun hat sich George aber brillant verteidigt, und es war grossartig, ihn auf dem Podium zu sehen. Er hat dieses Ergebnis wirklich verdient. Es gab keine Garantie, dass er diese Positionen halten könnte, und bei einigen Gelegenheiten sah es so aus, als würde Lewis innen vorbeikommen.»
«George hat gerade genug getan, um das zu verhindern. Er hat ein wirklich beeindruckendes Wochenende hingelegt – von Anfang bis Ende: Sprint-Pole, Sprint-Sieg, ein sehr solides Qualifying und ein wirklich kluges Rennen. Es ist so schön zu sehen, dass George wieder in Schwung kommt.»
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