Nico Rosberg über Mercedes, Russell, Antonelli: «Das wäre eine Katastrophe»
George Russell musste im Niederlande-GP zur Seite fahren, um WM-Leader Kimi Antonelli vorbeizulassen. Der frühere Mercedes-Fahrer Nico Rosberg ordnet das ein und vergleicht die Szene mit früher.
Schlussphase des Grossen Preises der Niederlande in Zandvoort: Kimi Antonelli machte mit frischeren Reifen schnell Boden gut auf den vor ihn fahrenden Mercedes-Teamgefährten George Russell. Mercedes bat um einen Platztausch.
Russell hinterfragte das zunächst, machte dann aber doch Platz, und nach dem Rennen meinte der Brite: «Das ist alles halb so wild, denn Kimi war mit seinen jüngeren Walzen schneller und hätte mich ohnehin geschnappt.»
Nico Rosberg, 2016 mit Mercedes Formel-1-Weltmeister geworden, sagte im Anschluss an den WM-Lauf an der Nordsee: «Ich kann die Stallorder nachvollziehen, das Team war bedroht, und die beiden Fahrer müssen für den Rennstall fahren. Auch ich musste Lewis in Monaco einmal vorbeilassen, obwohl wir im Kampf um die Weltmeisterschaft gegeneinander antraten.»
«In Zandvoort war das vergleichbar. Das gute Team-Ergebnis war durch die beiden Ferrari gefährdet. Mercedes ging davon aus, dass George zum Schluss des Rennens grosse Probleme mit dem Tempo haben würde und die Ferraris daher nicht nur seine Position, sondern auch die von Kimi Antonelli gefährden könnten, falls Kimi hinter George feststecken sollte.»
«Es waren also beide Podestplätze von Mercedes in Gefahr. Natürlich ist das für einen Rennstall eine schwierige Situation, wirklich eine furchtbare Entscheidung. Ich möchte nicht in ihrer Lage sein und das aussprechen müssen. Und wäre ich an Georges Stelle, würde das sehr weh tun. Es wäre eine Katastrophe. Aber es ist für mich in verständlich, da ich die Team-Regeln sehr genau kenne.»
Russell blieb gleichmütig: «Kimi lag zuvor ohnehin vor mir, also hat er es verdient, vor mir ins Ziel zu kommen.»
Mercedes-Teamchef Toto Wolff: «Die Entscheidung mag von aussen problematisch erscheinen, aber intern war sie es nicht. Wir haben diese Situation oft besprochen, auch am Morgen vor dem Rennen: ‚Wir werden keine Zeit verlieren, indem wir uns gegenseitig bekämpfen und zwei Ferraris im Nacken haben.‘ Es wäre umgekehrt genauso gewesen. Es spielt keine Rolle, wer in der Meisterschaft vorne liegt, es geht nur darum, die bestmöglichen Positionen für Mercedes zu verteidigen.»
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