Mercedes-Star George Russell: Erleichterung nach Sprint-Pole in Zandvoort
George Russell hat es geschafft, sich mit einer starken Leistung aus der Sommerpause zurückzumelden: Er sicherte sich auf dem Rundkurs von Zandvoort die Pole zum fünften Sprintrennen des Jahres.
George Russell hat sich mit einem Statement aus der Sommerpause zurückgemeldet: Der Mercedes-Routinier war mit 1:11,567 min der Schnellste im Sprint-Qualifying, womit er sich die beste Ausgangslage für das fünfte Mini-Rennen des Jahres gesichert hat. Sein Teamkollege Kimi Antonelli musste sich mit dem fünften Platz begnügen.
Russell erklärte nach getaner Arbeit: «Es ist grossartig, nach der Pause hier zu fahren. Diese Strecke liebe ich sehr, sie verlangt viel Hingabe, und die erste Hälfte hat sehr hart geendet. Deshalb bin ich umso glücklicher, wieder hier zu sein. Es ist schon eine Weile her, seit ich einen solchen Erfolg gefeiert habe, das ist natürlich schön.»
«Die Runde fühlte sich sehr gut, um ehrlich zu sein. Es ist im Sprint-Qualifying nie einfach, wenn man nur einen Versuch auf den weichen Reifen hat und die Streckenverhältnisse sich ständig verbessern. Ferrari sah sehr stark aus, genauso wie McLaren, und ich bin froh, dass es am Ende gepasst hat, als es darauf angekommen ist», fügte der siebenfache GP-Sieger an.
«Natürlich ist es erst das Sprint-Qualifying, aber es ist gut, diesen Schwung aufgebaut zu haben, den will ich bis zum Rennsonntag halten, denn dann gibt es die grosse Punkteausbeute zu holen», fügte Russell kämpferisch an.
So lief das Sprint-Qualifying
Während die ersten Piloten bei 19,6 Grad Celsius Aussen- und 35,1 Grad Streckentemperatur ihre ersten SQ1-Runden drehten, musste sich Isack Hadjar in der Racing Bulls-Box mit der Zuschauerrolle begnügen, weil er sich in der Sommerpause am Handgelenk verletzt hatte. Der Franzose wurde bei Red Bull Racing von Liam Lawson ersetzt, in dessen Racing Bulls-Auto durfte Yuki Tsunoda auf Zeitenjagd gehen, und es dauerte nicht lange, bis der Japaner ausrückte.
Für die erste Aufregung sorgte WM-Leader Kimi Antonelli, der in Kurve 13 durchs Kiesbett fuhr, weil er ein Opfer des Windes wurde. Sein Mercedes-Teamkollege George Russell hatte mehr Glück, er setzte sich mit 1:13,829 min an die Spitze. Diese belegte der Brite aber nicht lange, denn erst unterbot Charles Leclerc mit 1:13,229 min die erste Bestmarke, dann legte sein Ferrari-Teamkollege Lewis Hamilton it 1:13,151 min nach.
Auch der siebenfache Weltmeister hielt sich nicht lange vorne, denn Norris kratzte mit 1:13,071 min an der 1:13er-Marke. Oscar Piastri kam bis auf 0,55 sec an die Zeit von Norris heran und reihte sich damit direkt hinter seinem McLaren-Stallgefährten ein. Die beiden Teamkollegen wurden nur Augenblicke später durchgereicht, weil Leclerc mit 1:13,013 min eine neue Messlatte legte.
SQ1-Bestzeit von Ferrari-Star Charles Leclerc
Nachdem alle ihren ersten echten SQ1-Versuch unternommen hatten, lautete die Top-10-Reihenfolge: Leclerc, Norris, Piastri, Hamilton, Russell, Lawson, Antonelli, Gabriel Bortoleto, Max Verstappen und Pierre Gasly, wobei der Franzose im Gegensatz zu seinem Teamkollegen Franco Colapinto mit dem umfangreichen Upgrade von Alpine unterwegs war.
Arvid Lindblad, Nico Hülkenberg, Tsunoda, Esteban Ocon, Alex Albon, Colapinto, Ollie Bearman, Carlos Sainz, Lance Stroll, Valtteri Bottas, Sergio Pérez und Fernando Alonso folgten auf den weiteren Rängen. Leclerc verbesserte sich auf 1:13,011 min und durfte damit die SQ1-Zeit bejubeln.
Dahinter belegten Norris, Piastri, Hamilton, Russell, Lawson, Verstappen, Antonelli, Bortoleto und Gasly die weiteren Top-10-Ränge. Auch Lindblad, Hülkenberg, Tsunoda, Ocon, Albon und Colapinto schafften den Sprung ins SQ2, während die Zeitenjagd für Bearman (Platz 17), Sainz (P18), Stroll (P19), Bottas (P20), Pérez (P21) und Alonso (P22) gelaufen war.
Aus für Liam Lawson und Yuki Tsunoda
Es dauerte nicht lange, bis die ersten Fahrer die Zeitenjagd im zweiten Sprint-Qualifying-Segment in Angriff nahmen und Hülkenberg legte mit 1:13,926 min eine erste Bestmarke vor. Diese wurde gleich unterboten, denn Ocon schaffte die 4,259 km lange strecke in 1:13,893 min.
Während immer mehr Rundenzeiten aufleuchteten, teilte das Aston Martin-Team mit, dass der Heckflügel an Alonsos Dienstwagen nicht in den Straight-Line-Modus wechselte, was seinen grossen Rückstand erklärt. Dass er nichts dafür konnte, dürfte für den ehrgeizigen Zweifach-Weltmeister nur ein schwacher Trost sein...
Die SQ2-Teilnehmer gaben weiter Gas und am Ende hatte Vorjahressieger Piastri mit 1:12,026 min die Nase vorn. Dahinter sicherten sich Norris, Leclerc, Russell, Hamilton, Antonelli, Gasly, Verstappen, Lindblad und Bortoleto die weiteren Top-10-Ränge und damit den SQ3-Einzug. Für Ersatzmann Lawson reichte es nicht, er musste sich mit dem elften Platz begnügen. Auch Tsunoda war als Zwölfter im letzten Abschnitt der Zeitenjagd nicht dabei, genauso wie Colapinto, Hülkenberg, Ocon und Albon, die die Plätze 13 bis 16 belegten.
George Russell schnappt sich die Sprint-Pole
Im SQ3 dauerte es eine Weile, bis der erste Fahrer die Box verliess. Alle warteten auf die optimalen Streckenbedingungen. Das Schweigen brach schliesslich Weltmeister Norris, und hinter ihm rückten gleich mehrere Gegner aus – knapp vier Minuten waren da noch auf der Uhr, weshalb sich keiner viel mehr Zeit lassen wollte.
Bortoleto und Gasly waren die Einzigen, die pokerten und im letzten Moment auf die Strecke gingen. Kurz nachdem der Franzose die Box verlassen hatte, kreuzte Norris die Ziellinie und nahm seinen entscheidenden schnellen Versuch in Angriff.
Der Brite umrundete die Strecke in 1:11,608 min. Russell schaffte es 41 Tausendstel schneller um die Bahn und übernahm die Spitzenposition, die er nicht mehr abgab, weil sein Teamkollege nichts dagegen ausrichten konnte. Damit war der 28-Jährige der Sprint-Polesetter. Dahinter belegten Norris, Leclerc, Piastri, Antonelli, Verstappen, Hamilton, GAsly, Bortoleto und Lindblad die weiteren Top-10-Positionen.
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