1. Training Zandvoort: WM-Leader Kimi Antonelli mit Bestzeit nach Dreher
Das Zandvoort-Training beendete Kimi Antonelli als Schnellster, sein Teamkollege George Russell war Drittschnellster. Neben dem Mercedes-Duo waren auch die McLaren- und Ferrari-Fahrer flott unterwegs.
Das Thermometer zeigte am Trainingsfreitag in Zandvoort kühle 18 Grad Celsius an, die Piste war mit 23,6 Grad etwas wärmer, als die erste Session nach der Sommerpause losging. Der Erste, der sich zum ersten freien Training auf die Strecke traute, war Nico Hülkenberg. Sein Audi-Team war einer von fünf Rennställen, der keine neuen Teile mitgebracht hatte. Auch Williams, Racing Bulls, Haas und Cadillac verzichteten darauf, beim fünften Rennwochenende des Jahres Neuerungen auszuprobieren.
Das grösste Upgrade-Paket hatte das Alpine-Team für den ersten Grand Prix nach der Sommerpause geschnürt. Die Franzosen hatten acht Neuerungen dabei, dazu gehörten unter anderem auch ein neuer Unterboden und ein neuer Heckflügel. Mit einem neuen Unterboden war auch Ferrari angereist, während Aston Martin beim Frontflügel und Diffusor nachlegte. McLaren hatte am Heckflügel und an der Motor-Abdeckung Änderungen vorgenommen.
Vorjahres-Sieger Oscar Piastri rückt auf Slicks aus
Hülkenberg rückte auf den Intermediates aus, denn die Piste war noch feucht vom Regenschauer, der sich eine knappe Stunde vor dem Trainingsstart über der Strecke ergossen hatte. Bald bekam der Deutsche Gesellschaft, und die meisten Fahrer wählten auch die grün markieren Gummis. Nur Vorjahressieger Oscar Piastri traf zum Start eine mutigere Entscheidung und war auf den Medium-Reifen unterwegs. Der Australier bewies, dass es möglich war, auf den Slicks auszurücken, sodass das Feld bald auf die rillenlosen Reifen wechselte.
Nach der ersten Viertelstunde führte das Mercedes-Duo die Zeitenliste an, wobei WM-Leader Kimi Antonelli der Schnellere war. Sein Teamkollege George Russell, Formel-1-Weltmeister Lando Norris und Liam Lawson, der im Red Bull Racing-Renner den verletzten Isack Hadjar ersetzte, komplettierten die Top-4 vor den beiden Ferrari-Stars Charles Leclerc und Lewis Hamilton. Max Verstappen, Gabriel Bortoleto und Hülkenberg komplettierten die Top-10.
Max Verstappen schimpft am Funk
Für die ersten gelben Flaggen sorgte Carlos Sainz, der in der 13. Kurve durchs Kiesbett bretterte. Der Spanier hatte in der Sommerpause seinen Vertrag mit dem Williams-Team um mehrere Jahre verlängert. Während sich Valtteri Bottas am Funk über den Verkehr auf der 4,259 km langen Piste ärgerte, setzte Hamilton zu einer schnellen Runde an. Die Freude über die Bestzeit im ersten Sektor währte nicht lange, denn Norris gab auch Gas und schnappte sich die Bestzeit in den ersten Kurven.
Doch auch er durfte nicht lange darüber grübeln, da Lokalmatador Verstappen die Zeit mit 25,6 sec unterbot. Das hellte seine Laune aber nicht auf, denn der vierfache Weltmeister hatte wieder mit dem Herunterschalten Mühe, was er am Funk wortreich beklagte. «Ich bin deswegen fast in der Wand gelandet, das ist lächerlich», schimpfte der Niederländer, der seinen Vertrag mit dem Red Bull Racing Team bis Ende 2030 verlängert hat.
Dreher von WM-Leader Kimi Antonelli
Kurz vor Halbzeit wurden kurz die gelben Flaggen gezeigt. Der Grund: WM-Leader Antonelli legte in der neunten Kurve einen Dreher hin. «Ich weiss nicht, was da passiert ist», funkte der Italiener, der daraufhin weiterfahren konnte.
Besser schlug sich Rückkehrer Yuki Tsunoda, der das Racing Bulls-Steuer von Lawson übernehmen durfte. Der Japaner war zur Halbzeit auf Position 14, wobei er erstmals in der neuen Fahrzeuggeneration Gas gab und damit ganz gut klar kam. Auch hatte er nach einer Runde auf den Intermediates die harten Reifen und damit die langsamste Slick-Mischung aufgezogen.
An der Spitze der Zeitenliste hatten sich die beiden Ferrari-Stars etabliert. Eine Weile war Hamilton der Schnellste, dann übernahm Leclerc mit 1:14,146 min die Spitzenposition. Antonelli, Russell, Norris, Verstappen, Bortoleto, Piastri, Gasly und Lawson komplettierten die Top-10 vor Hülkenberg, Arvid Lindblad, Fernando Alonso, Tsunoda, Lance Stroll, Esteban Ocon, Alex Albon, Ollie Bearman, Sergio Pérez, Franco Colapinto, Sainz und Valtteri Bottas.
Bestzeit von Kimi Antonelli
Die Zuschauer bekamen einige Ausritte zu sehen, auch Hamilton geriet in Kurve 12 ins Kiesbett, schaffte es aber wieder auf die Strecke. Und auch Verstappen ratterte in Kurve 13 durchs Kiesbett, womit er eine kurze Phase auslöste, in der die doppelte gelbe Flagge geschwenkt wurde. «Ich kämpfe plötzlich mit starkem Übersteuern, ich weiss nicht, warum das passiert», funkte der vierfache Champion.
In den letzten 10 Minuten wurde es nochmals spannend. Die meisten Fahrer rückten auf den weichen Reifen aus, um sich auf das Sprint-Qualifying einzustimmen. Piastri drückte die Bestmarke auf 1:13,608 min, womit er Leclerc von der ersten Position verdrängte. Auch Norris' Freude währte nicht lange, denn Antonelli gab Gas und brannte eine Zeit von 1:12,949 min in den niederländischen Asphalt.
Eine beachtliche Rundenzeit auf den mittelharten Reifen gelang Hülkenberg, der die bis dato viertschnellste Runde drehte. Der Emmericher wurde daraufhin zwar wieder durchgereicht, dennoch hinterliess er einen starken Eindruck.
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