Fährt Vinales in Aragon? Ersatz Pol Espargaro sitzt auf gepackten Koffern
Gresini bestätigte die Rückkehr von Fermin Aldeguer für den Aragon-GP und LCR meldete den Einsatz von Johann Zarco. Und was ist mit Sonderfall Maverick Vinales? Bis heute gibt es keine Antworten.
Was die fast vierwöchige eigentliche Sommerpause nicht geschafft hat, das klappt in dem zweiwöchigen Polster zwischen Runde 12 in England und Station 13 im MotorLand Aragon. Nach Angaben der Teams ist die Zeit nun reif für Comeback-Versuche von Fermin Aldeguer bei Gresini-Ducati sowie, früher als gedacht, für Veteran Johann Zarco bei LCR-Honda. Sowohl der junge Spanier als auch Altmeister Zarco berichteten voller Freude und sichtlich motiviert von jüngsten Trainingssessions auf der Rennstrecke.
Damit könnte die Königsklasse erstmals wieder komplett in Erscheinung treten, gäbe es da nicht noch den Fall Maverick Vinales. Der KTM-Tech3-Pilot bewegt sich seit vielen Monaten fließend zwischen fahrtauglich und nicht-fahrtauglich. Die Verbindung aus einer fraglos gravierenden und komplexen Schulterverletzung mit einem sensiblen Charakter führte zu einer außergewöhnlichen Auf-und-Ab-Bewegung, die seit dem Sachsenring in tiefster Stellung verharrt.
Ein Fehler auf dem Sachsenring veränderte alles
Zu verstehen ist die Situation nur schwer, selbst wenn man im Vinales-Protokoll weit zurückblättert. Ausgangspunkt – die Verletzung selbst. Im Juli 2025 zertrümmerte sich Vinales die linke Schulter und das zu einem Zeitpunkt, als die Motivation im Projekt nach guten Ergebnissen weit oben aufgehangen war.
Ein erster Comeback-Versuch nach vier Events scheiterte, Vinales pausierte nach drei Veranstaltungen erneut und kam erst zum Finale in Valencia wieder. Kurios: In den Rennen fiel der Katalane nicht auf, doch beim wichtigen Test zwei Tage später verblüffte «Top Gun» mit Spitzenzeiten vor Pedro Acosta.
Zwei Monate später präsentierte sich Vinales scheinbar in bester Verfassung. Doch die Rundenzeiten passten nicht zur guten Stimmung. Der nächste Test in Thailand sah den Tech3-Pilot wieder vor Acosta. Im GP war dann wieder nichts zu sehen. Sämtliche weiteren Versuche, den eigentlichen Hoffnungsträger wieder auf Speed zu bringen, scheiterten. Ein Jahr nach dem Unfall in Sachsen riss der Faden endgültig.
Mit der Sommerpause ging es erneut von Arzt zu Arzt in der Hoffnung, die fehlenden Prozent Leistungsfähigkeit zu rehabilitieren. All das fand und findet unter dauerhaft schlechter Stimmung statt, denn die Beziehung mit Blick auf 2027 wird so nicht weitergeführt. KTM musste den Spanier nach Monaten des Wartens entgegen ursprünglichen Plänen (Werksteam) wieder für Tech3 anvisieren. Nicht akzeptabel für den Spanier, der Tech3 und KTM eine Absage erteilte.
Sinnvoll oder sinnlos?
Dennoch betonen beide Seiten, dass man die Saison gemeinsam und sauber zu Ende bringen will. In einem weiteren Monat ist es nicht gelungen, zu einer hilfreichen Aussage in Sachen Einsatzfähigkeit zu gelangen. Auch eine Woche vor dem Aragon-GP ist weiter unklar, ob ein Antreten des eigentlichen Stammfahrers in der Heimat sinnvoll oder sinnlos ist.
KTM-Ersatz- und Testfahrer Pol Espargaro sitzt weiter auf gepackten Koffern. Der letzte Einsatz in England verlief positiv, doch an die Spitzenergebnisse in der Vertretungsphase 1 konnte Espargaro nicht anknüpfen. Ob der erfahrene KTM-Ersatzmann womöglich die komplette Saison zu Ende fahren wird, oder ob Vinales noch einmal auf der RC16 Platz nimmt, auch um seine Reputation mit Blick auf 2027 zu verbessern, bleibt bis unmittelbar vor dem nächsten Event ungewiss. In jedem Fall – der 850er-MotoGP-Zug fährt ohne Maverick Vinales ab.
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