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Madrid-GP wie früher Melbourne: Was kommt nach den Protesten?

Am 13. September wird auf dem Madring der Grosse Preis von Spanien stattfinden. Gegen den Kurs auf dem Messegeländer IFEMA regt sich Widerstand. Das erinnert an die ersten Jahre des Melbourne-GP.

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Auf dem kommenden GP-Gelände von Madrid, dem Messe-Areal der IFEMA (Institución Ferial de Madrid), laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren, um aus dem ersten Formel-1-Rennen in der spanischen Hauptstadt seit 1981 einen rauschenden Erfolg zu machen.

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Wie oft bei einem neuen Strassenkurs sind nicht alle Menschen begeistert davon, dass der GP-Zirkus in die Stadt kommt. Im Falle von Madrid vertritt Constantino Blanco die Gruppe «Stop F1 Madrid», mit welcher sind Anwohner der Distrikte Hortaleza und Valdebebas gegen das Autorennen zu wehren versuchen.

Blanco argumentiert, das Formel-1-Rennen sei zu laut und breche damit Lärmschutz-Vorschriften, sei ein Umwelt-Verschmutzer und unterbreche das normale Leben der Anwohner. Er moniert, die Stadt sollte gescheiter in die Infrastruktur der beiden genannten Distrikte investieren (wie etwa in Schulen) statt in ein Autorennen. Der Sprecher von «Stop F1 Madrid» bezeichnet es sogar als widerrechtlich, dass die Stadt auf dem IFEMA-Gelände einen Grand Prix veranstalte.

Das erste GP-Wochenende auf dem Madring, so Blanco, solle der Beweismittel-Sammlung dienen, um später gerichtlich gegen das Rennen vorzugehen.

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Als Beispiel wird ein Rechtsstreit um das Fussballstadion Santiago Bernabéu genannt, wo sich Anwohner erfolgreich gegen die Veranstaltung von Musikkonzerten gewehrt hatten.

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Melbourne-GP: Wo sind die toten Fische?

Der Protest in Madrid erinnert mich stark an die ersten Jahre des Grossen Preises von Australien in Melbourne. Mit rund 500.000 Fans am GP-Wochenende im Albert-Park ist das Formel-1-Rennen zur grössten Sportveranstaltung von Australien geworden.

Das war nicht immer so, und besonders in den ersten Jahren, also ab 1996, war das Rennen überaus umstritten.

Umweltschützer nahmen den Sportanlass ins Visier und sparten nicht mit einfallsreichen Aktionen. Vor knapp 30 Jahren heckten die Aktivisten von "Rettet den Albert Park" (Save Albert Park = SAP) jedes Jahr etwas Neues aus: Renngegner blockierten den Weg zur Rennstrecke und brüllten jeden erkennbaren Ausländer aus voller Kehle an, als würden wir Pest und Cholera in die Stadt bringen.

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Die fleissigen SAP-Mitarbeiter verteilten Flugblätter, ketteten sich ans Geländer der Boxengasse, schütteten tote Fische auf die Start/Ziel-Gerade (nein, wirklich!), der Phantasie waren keine Grenzen gesetzt.

Ich habe immer gestaunt und bewundert, wie gelassen die australischen Polizisten vorgingen.

Später behaupteten die SAP-Aktivisten: Die Grand-Prix-Organisatoren fälschten Zuschauerzahlen und Bilanzen. Zudem begünstige der Anlass übermässigen Alkoholkonsum und zu schnelles Autofahren.

Die Polizei blieb gleichmütig und verwies auf die Statistik: An einem durchschnittlichen GP-Wochenende gibt es auf dem Gelände kein halbes Dutzend Festnahmen. Das ist jetzt kein besorgniserregender Prozentsatz und liegt auch nicht über dem Schnitt eines stinknormalen Wochenendes in Melbourne, ohne Formel 1.

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Heute ist es um SAP ruhig geworden: Der Grand Prix gehört zum Leben der Melbournians wie das Tennis-Turnier «Australian Open» oder ein Ausflug an den Strand von St. Kilda. Und aus dem Albert-Park – vor der Formel 1 eine vergammelte Schande – ist ein echtes Schmuckstück geworden.

SAP gibt es immer noch: Zu den jüngsten Ausgaben des Formel-1-Rennens verbreitete die Organisation, das Rennen koste die Stadt Melbourne und den Bundesstaat Victoria, ergo den Steuerzahler pro Jahr 60 Millionen australischer Dollar (rund 36 Millionen Euro).

Was der Grand Prix an Einkommen durch Besucher aus dem In- und Ausland sowie als Tourismus-Motor für Stadt und Staat bringt, wurde dabei nur beiläufig erwähnt. Laut der Bundesbehörde für Arbeit schwemmt das Autorennen mehr als 250 Millionen Dollar in die Stadt, der F1-Lauf erzeugt zudem mehr als 1100 Jobs.

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