Achtung, Lando Norris! Diese Monza-Trophäe ist «zerbrechlich»
Der Siegerpokal in Monza ist in diesem Jahr ein 3D-gedruckter Stapel Haushaltsgegenstände. Was es mit der Geschirr-Trophäe auf sich hat und warum gerade Lando Norris (McLaren) aufpassen sollte.
Das ist mal ein ungewöhnliches Trophäen-Design! Fürs Heimrennen in Monza ist Reifenhersteller Pirelli nicht nur Titelsponsor, sondern hat auch die Trophäen organisiert. Die Top-3 des Italien-GP sowie der siegreiche Konstrukteur erhalten am Sonntag besondere Pokale.
Geschirr-Stapel als Monza-Trophäe
Wie schon in den vergangenen Jahren bringt Pirelli auch 2026 in Kooperation mit Künstlern aus der Region und dem Pirelli HangarBicocca Museum für Zeitgenössische Kunst in Mailand ein besonderes Design an die Strecke. Diesmal holt ein italienisches Künstlerduo Haushaltsgegenstände aufs Formel-1-Siegertreppchen. Die Designer Stella Scala und Simeone Crispino verbinden Ironie und Widersprüche zu Kunst und machen und damit auf die Komplexität der Realität aufmerksam, so Pirelli. Ihr Beitrag zur Formel 1: eine Trophäe in der Form von Küchenutensilien.
«FRAGILE», also «zerbrechlich», heißt das Ergebnis. Die Idee kam den Künstlern nach eigener Aussage durch die Tradition, einen Pokal (im Englischen zum Beispiel ja «cup» wie die Tasse) als Trinkgefäß von Hand zu Hand gehen zu lassen.
Die Künstler erklären: «Wir wollten, dass die Trophäe das Symbol eines Sieges ist, den ein Einzelner in den Händen hält, der aber dennoch den Geist einer Gemeinschaft widerspiegelt. Im Falle der Formel 1 umfasst diese Gemeinschaft das Team, die Fans und die gesamte Welt, die sich um die Fahrer dreht. Die Komposition erinnert mit ihren sich wiederholenden Elementen zudem an den Alltag und suggeriert einen Sieg, der Runde für Runde errungen wird und niemals einem ewigen, unveränderlichen Status entspricht. Er ist unbeständig, vergänglich und muss immer wieder neu errungen werden. Tatsächlich ist er zerbrechlich.»
Lando Norris hat eine Pokal-Vorgeschichte
Achtung also bei den Feierlichkeiten! Die Trophäe ist 3D-gedruckt unter Verwendung von Nylonpulver und anschließend lackiert und galvanisiert worden, sollte also hoffentlich ein paar Feierlichkeiten aushalten. Aber es kann auf dem Podium schon mal ruppig zugehen: Lando Norris (McLaren) zerbrach 2023 den Siegerpokal von Max Verstappen (Red Bull Racing) in Ungarn (der war allerdings auch aus Porzellan). Achtung also, Norris, dieser Pokal ist wortwörtlich fragil!
Zum Sportlichen: Neben den außergewöhnlichen Pokalen bringt Pirelli auch Reifen mit nach Monza, nämlich die weichsten Mischungen von C3 (hart) über C4 (medium) bis C5 (soft). Alle drei dürften für die Rennstrategie eine Rolle spielen, sofern es nicht zu heiß werden sollte. Die Empfehlung aus dem Hause Pirelli: eine Ein-Stopp-Strategie für den womöglich schnellsten GP der Saison.
Prognose: 2026er-Autos 2 Sekunden schneller
Mit dem neuen Reglement dürften die Autos laut Prognosen gut zwei Sekunden schneller werden als letztes Jahr. 2025 holte Max Verstappen die Pole-Position mit 1:18,792 min. Die schnellste Rennrunde fuhr Lando Norris mit 1:20,901 min. Auf dem Highspeedkurs über 5,793 Kilometer und durch elf Kurven sind die Autos besonders schnell unterwegs. Entsprechend liegt die Renndauer meist nur bei um die 75 Minuten.
Pirelli prognostiziert: «In Sachen Reifen sollte die Vorderachse geringeren Bremsbelastungen ausgesetzt sein, da die Bremszonen voraussichtlich mit reduzierter Geschwindigkeit angefahren werden. Im Gegensatz dazu wird die Hinterachse während der Traktionsphasen, in denen die volle Leistung des Antriebsaggregats zum Einsatz kommt, stärker beansprucht. Bremsstabilität und Traktion beim Herausfahren aus Kurven, insbesondere an der ersten Schikane und in Ascari, werden die beiden entscheidenden Faktoren sein, um sich einen Vorteil gegenüber den Konkurrenten zu verschaffen.»
Neue Kerbs, eine Auslaufzone asphaltiert
Mit der Ausnahme von neuen Kerbs in den Kurven 1, 4 und 8 und einer Asphalt-Auslaufzone anstelle eines Kiesbettes in Kurve 5 sind keine Veränderungen an der Strecke vorgenommen worden. 2024 war der Asphalt der Traditionsstrecke erneuert worden.
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