Christian Klien zu Ferrari: «So kann man nicht Weltmeister werden»
ServusTV-Formel-1-Experte Christian Klien kommentiert vor dem Heimrennen der Scuderia in Monza die Diskussionen rund um Strategie und Stallorder. Wie sich Ferrari zusätzliche Stolpersteine baute.
Vor dem Ferrari-Heimrennen in Monza brodelt es intern bei der Scuderia. Zwar sind die Feierlichkeiten in Rot zu Ehren von Michael Schumacher am Wochenende groß (30 Jahre Schumi zu Ferrari, 20 Jahre Schumi-Rücktritt). Doch der Blick auf die Gegenwart ist derzeit nicht so rosig. Lewis Hamilton übte nach dem Rennen in Zandvoort vor knapp zwei Wochen lautstarke Kritik an Strategie und Kommunikation. Schon während des GP hatte er am Funk geschäumt. Mit Platz 4 (Hamilton) und Platz 5 (Charles Leclerc) verpasste Ferrari das GP-Podium.
Klien: Ferrari lässt Fahrer im Dunkeln tappen
Ausgerechnet jetzt steht das prestigeträchtige Heimrennen in Monza an. In Österreich überträgt ServusTV den Großen Preis von Italien. ServusTV-Experte Christian Klien ordnet vor dem Rennen die Lage bei Ferrari folgendermaßen ein: «Man lässt die Fahrer teilweise ein bisschen im Dunkeln tappen, während von anderen Teams klarere Ansagen kommen. Was die reine Rennpace angeht, hätten sie in Zandvoort gewinnen können, was aber schon das Qualifying verhindert hat. Mit der Strategie bauen sie sich dann selbst zusätzliche Stolpersteine.» Der Österreicher analysiert klar: «So kann man nicht Weltmeister werden.»
Für Ferrari ist der Italien-GP in Monza, nur knapp zwei Autostunden von Ferrari-Heimat Maranello gelegen, natürlich ein besonderes Rennen. Die Tifosi sind im Autodromo Nazionale Monza zahlreich, die Ränge in Rot getaucht. Die Highspeed-Strecke in Italien ist eigentlich traditionell eine Ferrari-Paradestrecke, das Rennen ein Saisonhighlight für die Scuderia.
Ferrari fehlt der Topspeed
Klien rechnet jedoch nicht mit einem Heimsieg auf der Rennstrecke, die mit im Durchschnitt 250 km/h befahren wird. Der Ex-Pilot (49 GPs): «Wie wir in Silverstone und Spa gesehen haben, fehlt es Ferrari an Topspeed. Trotzdem müssen sie als Team sortiert auftreten, um ein ordentliches Ergebnis einzufahren.» Und da steht das erwähnte Thema Stallorder potenziell im Weg.
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