Ken Roczen über seine MXoN-Teilnahme: «Ich habe alles selbst bezahlt»
Einige Nationalmannschaften, wie USA und Deutschland, haben das Problem, dass nicht ihre besten Fahrer antreten, was eine Budget-Diskussion ausgelöst hat. Nun hat sich auch Ken Roczen zu Wort gemeldet
Die USA haben beim bevorstehenden Motocross der Nationen in Ernée ein ähnliches Problem wie die Deutschen: Ihre besten Fahrer treten nicht an. Das trifft insbesondere für Star Racing Yamaha-Pilot Haiden Deegan zu, der die US Nationals als bester Amerikaner auf Platz 3 beendet hat, hinter den beiden australischen Lawrence-Brüdern. Haiden Deegan kann nicht starten, weil sich sein Team, Star Racing Yamaha, ausgeklinkt hat.
Diskussionen über MXoN-Finanzierung
Auslöser der Diskussionen war die
Ken Roczen äußerte sich: «Ich habe es selbst finanziert.»
Dazu äußerte sich nun auch Supercross-Champion Ken Roczen, der ja in diesem Jahr ebenfalls nicht für Team Deutschland antreten wird. «Ich habe bei meinen MXoN-Einsätzen der vergangenen vier oder fünf Jahre sämtliche Kosten für mein komplettes Programm selbst getragen», erklärte er.
Wieviel Support ist nötig?
Natürlich sollte man Roczens pauschale Aussage auch etwas differenzierter betrachten, denn es ist durchaus in guter Erinnerung geblieben, dass sich zum Beispiel Johannes-Bikes 2023 beim MXoN in Ernée enorm engagiert hat, um die Basis der Suzuki für Ken Roczen bereitzustellen. Damals schrammte das deutsche Team hinter Frankreich, Australien und Italien nur knapp am Podium vorbei. Aber Ken Roczen ist weder Buchhalter noch Manager. Ken Roczen ist Motocrosser, und zwar einer der besten auf dem gesamten Planeten.
Logistik und Kostenstellen
Die Logistik eines MXoN-Einsatzes hat viele Kostenstellen. Was man aber aus Roczens und Deegans Aussage ablesen kann, ist eine immanente Unzufriedenheit mit dem System. Jeder Verband hält gerne seine Erfolge hoch. Dass diese Erfolge aber auch Investitionen erfordern, wird gerne vernachlässigt. Wenn selbst in den USA die Teams nicht mehr bereit sind, die Logistik-Kosten für den Verband zu tragen, dann haben wir ein systematisches Problem, das am Ende nur die Föderationen der Länder selbst lösen können. Der Sport expandiert und ist globaler geworden. Australier, Deutsche und Belgier starten in den USA, Südafrikaner in Europa, Europäer in Südamerika und umgekehrt. Das Motocross der Nationen ist der Höhepunkt der Saison. Bei diesem Rennen sollten die Besten der Besten antreten, sonst verliert das Event am Ende seinen Nimbus.
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