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Reifendruck bei Singapur-GP: Monza-Blamage verhindert
​Pirelli und die Regelhüter des Autoverbands FIA haben sich auf ein neues Messprozedere in Sachen Reifendruck geeinigt – um eine Blamage wie in Monza zu verhindern.
Formel 1
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In Italien hatte Mercedes um den Sieg von Lewis Hamilton zittern müssen, wegen Ungereimtheiten beim Reifendruck. Schliesslich musste er von den Regelhütern vom Haken gelassen werden – erstens waren die Messmethoden in Sachen Zeitpunkt fragwürdig; zweitens handelte es sich bei den Vorgaben von Pirelli um technische Direktiven, solche Werte sind in keinem Reglement verankert, also ist die Verbindlichkeit in Frage zu stellen.
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Pirelli kündigte daraufhin an, in Zusammenarbeit mit dem Autoverband FIA künftig klarere Vorgaben zu machen, und wie das geht, steht nun fest. Grundsätzlich hat Pirelli auch hier in Singapur hohe Werte empfohlen – vor einem Jahr lag in Singapur die Vorgabe bei 16 PSI, nun bei 18 (Vorderachse) und 17 (Hinterachse). Beim Radsturz wurde das Limit im Jahre 2014 bei –4,5 Grad (Vorderachse) angesiedelt und bei –3 Grad (Hinterachse). Für 2015 jedoch ist das verringert worden auf –3,75 (vorne) und –2,5 (hinten). Die Pirelli-Vorgaben fürs Aufheizen der Reifen sind gleich geblieben: Ein Slick wird minimal eine Stunde, optimal zwei Stunden und maximal drei Stunden in die Decken gesteckt, bei einer Minimaltemperatur von 60 Grad und einer Maximaltemperatur von 110 Grad.
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In der neuen technischen Direktive der FIA, welche hier in Singapur allen Teams geschickt worden ist, steht Folgendes:
"Wir sind von Pirelli darüber informiert worden, dass ihre Reifen nur dann sicher benutzt werden können, wenn ihre Vorgaben strikte befolgt werden. Während sämtlicher Trainings, im Qualifying und auch im Rennen gilt als Messzeitpunkt der Moment, wenn ein Reifen ans Auto montiert wird. Vor dem Rennstart kann eine Messung jederzeit nach dem Signal “Fünf Minuten bis zum Start” erfolgen. Die Messung muss einen Wert auf oder über dem vorgegebenen Wert zeigen. Ist der Wert zu niedrig, erhält das Team die Möglichkeit, ihn zu justieren, dies mit einem Druckmesser der von oder bei Pirelli kalibriert wurde und nachher von der FIA plombiert worden ist. Nach einer solchen Anpassung des Drucks ist keine weitere Veränderung mehr erlaubt."
Was die Heizdecken angeht, so sidn Messungen an Lauffläche und Seitenwand des Reifens vorgesehen, die obigen Temperaturen müssen eingehalten werden. Das Einhalten des Radsturzes wird nicht kontrolliert. Monza: Wieso Mercedes straffrei ausging
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Die Unterstellung im Fahrerlager von Monza lautete: zu niedriger Reifendruck an den Hinterrädern der Silberpfeile von Sieger Lewis Hamilton und Nico Rosberg (der kurz vor Schluss ausgefallen ist), das legten viele Gegner als Wettbewerbsvorteil und Regelverletzung aus, welche streng geahnet werden müsse. Etwa in Form einer Zeitstrafe oder eines Ausschlusses. Beim linken Hinterrad vom Wagen von Lewis Hamilton lag der Druck um 0,3 PSI unter dem von Pirelli ausgegebenen Richtwert von 19,5 PSI für die Hinterräder, bei Rosberg sogar um 1,1 PSI. Aber Lars Österlind (Schweden), Tim Mayer und Danny Sullivan (USA) sowie der Italiener Paolo Longoni waren schliesslich anderer Meinung: "Wir sehen keinen Anlass zu einer Strafe für Mercedes. Wir erkennen aber Diskussionsbedarf zwischen Reifenhersteller Pirelli, der FIA und den Teams, was die neuen Richtlinien im Umgang mit den Reifen und die Umsetzung der Empfehlungen betrifft." "Wir haben den Technischen Delegierten der Formel 1, Vertreter von Mercedes sowie von Pirelli angehört. Darauf basierend stellen wir fest: die Reifendrücke der betreffenden Walzen lag im empfohlenen Rahmen, als die Räder auf die Rennwagen montiert wurden." "Es wurde festgestellt, dass bei der Messung die Heizdecken von ihrer Stromquelle abgehängt waren und die Reifen markant weniger warm waren, als es die maximale Heizdeckentemperatur erlauben würde. Die Temperaturen unterschieden sich markant von Reifen an anderen Wagen."
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"Die Rennkommissare stellen jedoch fest, dass Mercedes die gegenwärtigen Empfehlungen im Umgang mit den Reifen eingehalten hat, um einen sicheren Gebrauch der Reifen zu garantieren." Anders gesagt: die Reifen waren gemäss den Vorgaben von Pirelli aufgepumpt, der Druck verringerte sich danach jedoch, als die Heizdecken abgekoppelt wurden. Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff: "Wir wussten, dass wir genau bei den vorgeschriebenen Minimalwerten lagen, als die Räder auf die Autos kamen. Wir haben keinen Fehler gemacht, wir haben auch keinen unfairen Vorteil gewonnen." Wieso ist das Thema Reifendruck so heiss?
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Bis vor dem ersten Training zum Monza-GP am Freitagmorgen war gerungen worden. Dann stand als Folge der Pirelli-Reifenschäden von Belgien fest: Der Radsturz wird als künftiger Richtwert rundum um jeweils ein halbes Grad verringert – neu beträgt der Maximalsturz vorne minus 3 Grad, hinten minus 2 Grad. Der Reifendruck wird von 18 PSI rundum angehoben auf 21 vorne und 19,5 hinten. Pirelli wollte sogar 23 vorne und 22 hinten! Pirelli erhoffte sich durch die Erhöhung des Drucks eine Entlastung der Reifenschulter, die Techniker der Rennställe führten ins Feld, der Reifen werde sich dadurch auf der Lauffläche mehr erhitzen, das begünstige Blasenbildung. Doch davon war im Rennen von Monza kaum etwas zu sehen.
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