Riccardo Patrese: «Antonelli arrogant wie Senna, Schumacher und Verstappen»
Mercedes-Juwel Kimi Antonelli hat in Kanada den vierten Grand Prix in Serie gewonnen. Sein italienischer Landsmann Riccardo Patrese (72) schätzt die Leistungen des Teenagers ein.
Auch der langjährige Formel-1-Fahrer Riccardo Patrese traut seinen Augen kaum, was er in der GP-Saison 2026 zu sehen bekommt – sein italienischer Landsmann Kimi Antonelli (19) hat nun in Montreal seinen vierten Grand Prix in Folge gewonnen.
Patrese, WM-Zweiter 1992 mit Williams, sagt beim Portal Vision4Sport: «Es ist unglaublich, was Kimi derzeit leistet. Letztes Jahr wurde er stark kritisiert, weil er den einen oder anderen Fehler machte. Aber er musste sich erst in der Formel 1 einfinden, und das ist eine Welt, deren Verständnis Zeit braucht.»
Der sechsfache GP-Sieger Patrese weiter: «Ich habe letztes Jahr gesagt, dass Kimi jemand ist, der natürlich erst sehr viel lernen muss. Aber ich weiss, dass er sehr schnell lernt, weil ich ihn in der Vergangenheit in anderen Rennserien gesehen habe. Ich habe zudem letzte Saison gesagt, dass 2026 sein Jahr werden könnte. Und das hat sich bewahrheitet.»
Patrese, von Monaco 1977 bis Australien 1993 bei 256 WM-Läufen am Start: «Mir war klar, dass er stark fahren wird, und er hat zudem den Vorteil, das beste Auto im Starterfeld zu haben. Ich wusste also, dass er dieses Niveau erreichen könnte. Aber wahrscheinlich hat niemand erwartet, dass er vier Grand Prix in Folge gewinnen würde, und er wird immer stärker.»
«Er ist nicht mehr schüchtern, und manchmal wirkt er sogar schon ein bisschen arrogant. Aber so muss man sein. Verstappen ist so. Früher waren Leute wie Schumacher, Senna und all die Fahrer auf diesem Niveau auch ein bisschen arrogant.»
Klar hat Antonelli auch das Glück auf seiner Seite. Patrese findet: «Vielleicht braucht man das Glück eines Champions. Glück ist sehr wichtig. Andere Fahrer hatten nicht das Glück eines Champions, und ihre Motoren fielen in entscheidenden Momenten aus. Ich persönlich glaube, dass mir das Glück eines Champions oft gefehlt hat.»
«Seit Kimi seine Karriere begonnen hat, verfügt er nicht nur über das Talent, sondern hat auch das Glück auf seiner Seite. Er wurde von Toto Wolff ausgewählt und im richtigen Moment ins Auto gesetzt, nämlich in das beste Auto, das es derzeit gibt – und wahrscheinlich das unschlagbare Auto des Jahres 2026. Das nenne ich das Glück eines Champions.»
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