Ferrari-Chaos um Hamilton: Strafe, Mechaniker umgefahren, Taktikfehler
Was für ein chaotischer Grand Prix von Ferrari-Superstar Lewis Hamilton: Strafe wegen Kollision mit Piastri, Mechaniker umgefahren, eine zweite Strafe drohte, aber P4 bleibt!
Das ist überhaupt nicht so gelaufen, wie sich Lewis Hamilton das vorgestellt hatte: Der fünffache Belgien-GP-Sieger ist in Spa-Francorchamps Vierter geworden, nach einem turbulenten Rennen, doch dieser Platz ist noch nicht in trockenen Tüchern, weil eine Ermittlung der Regelhüter läuft. Aber der Reihe nach.
Berührung kurz nach dem Start zwischen Hamilton und Russell, der Mercedes-Fahrer strandete im Kies und musste aufgeben, die FIA begann natürlich eine Ermittlung.
Hamilton schnappte danach Piastri in La Source, aber der Australier konterte vor Eau Rouge, Ferrari-Fahrer Lewis hatte zu viel Batterie-Leistung verbraucht.
In Runde 9 ging Hamilton endlich an Piastri vorbei, Lewis neu auf P4, der Wagen von Oscar offenbar beschädigt, rechts vorne am Unterboden.
In Runde 10 die Meldung der FIA: Fünfsekunden-Strafe gegen Hamilton, wegen der Kollision mit Russell.
In Runde 13 neue Attacke von Hamilton auf Leclerc, erneut fuhr der Monegasse die Ellenbogen aus, Lewis am Funk: «Ich bin schneller als Charles.»
Dann virtuelle Safety Car-Phase (Streckenposten in Blanchimont, wegen Trümmerteilen auf der Bahn). Kimi Antonelli an der Box, um auf den Stopp von Max zu reagieren, neuer Leader Leclerc.
Runde 19: Leclerc 3,1 sec vor Hamilton, dann Piastri knapp vor Norris, dahinter Antonelli 2 sec vor Verstappen. In der Busstop-Schikane liess Oscar Lando passieren, bestimmt nach einem Funkspruch von der McLaren-Box.
Piastri ging wieder an Norris vorbei, erneut VSC (wieder wegen Trümmerteilen), Ferrari holte Leclerc an die Box, ebenso Hamilton, der ja noch eine Fünfsekundenstrafe absitzen musste.
Ferrari nutzte die VSC perfekt, denn Leclerc nun hinter Norris (der nicht angehalten hatte), aber vor Antonelli und vor Verstappen.
Schreckmoment dafür beim Stopp des zweiten Ferrari: Hamilton riss mit dem rechten Vorderrad einen Mechaniker zu Boden, der war dort für eine Verstellung am Frontflügel und hatte die entsprechende Anweisung sehr spät erhalten, ausser Schürfungen zum Glück nichts passiert. Lewis sofort am Funk: «Ist er okay?» – «Ja, er ist okay.»
Die TV-Bilder zeigten: Hamilton hatte an der elektronischen Signaltafel das grüne Licht zum Losfahren erhalten, doch der Fachmann zum Verstellen des Fronflügels stand noch am Rad, er hatte den Flügel nicht sofort verstellt, als seine Kollegen die Räder wechselten.
Hamilton danach am Funk: «Habt ihr den Frontflügel verstellt?» – «Nein, dazu war keine Zeit.» – «Verflucht, ich kann nicht richtig einlenken.»
Die FIA begann erneut eine Ermittlung gegen Ferrari und Hamilton, wegen Losfahrens in unsicherem Zustand. Nach dem Rennen musste der Brite zur Rennpolizei und sich erklären.
Kurz vor sieben Abends kam Entwarnung: Lewis Hamilton kann seinen vierten Platz behalten, Ferrari erhält für den Patzer eine 30.000-Euro-Strafe, 10.000 davon sind auf Bewährung ausgesetzt, über die kommenden zwölf Monate.
Hamilton über sein Rennen: «Ich kann nicht sagen, dass mich die Strafe wegen der Aktion mit Russell überrascht hat, aber wenn ich mir die Szene anschaue, dann würde ich sagen – ein Rennzwischenfall, wie er kurz nach dem Start immer wieder mal vorkommen kann.»
«Natürlich war das keine Absicht, das konnte jeder sehen. Ich lag unmittelbar hinter Verstappen, und George hat sein Glück an der Aussenseite versucht. Wer sich die Bilder ansieht, der erkennt – ich bin ihm nicht ins Auto gefahren. Es war nicht schön, dafür eine Strafe zu erhalten, denn bestraft war ich schon genug, weil mein Wagen nachher beschädigt war.»
«Wenn ich mir überlege, was an diesem Wochenende alles passiert ist, dann kann ich mit P4 zufrieden sein – Unfall im freien Training, daher Quali in Gefahr, danach keine optimale Abstimmung. Dann die Strafe nun im Grand Prix und noch der Zwischenfall an der Box.»
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