Juan-Pablo Montoya: Was er Kimi Antonelli und Ferrari in Mexiko zutraut
Vor dem ersten Training zum Mexiko-GP sagt der siebenfache GP-Sieger Juan-Pablo Montoya: «Kimi Antonelli kann anders fahren als zuvor. Auf dieser Rennstrecke sollte Ferrari eigentlich stark sein.»
Auch Juan-Pablo Montoya ist gespannt darauf zu erleben, wie sich das GP-Wochenende von Mexiko entwickeln wird. Der Hauptdarsteller im Autódromo Hermanos Rodríguez steht jetzt schon fest: Bald-Weltmeister Kimi Antonelli.
Zur Erinnerung: Ungeachtet der Leistungen seiner 21 Gegner muss der 20-jährige Italiener in Mexiko lediglich Neunter werden, also zwei Punkte holen, um den WM-Titel zu sichern.
Einhellige Meinung im Fahrerlager – da muss schon sehr viel schief laufen in Mexiko, damit das nicht passiert.
Doppelbürger Juan-Pablo Montoya (Kolumbien/USA) über die Ausgangslage: «Mexiko ist knifflig, nicht nur wegen der Meereshöhe. Du hast einige sehr harte Bremsmanöver und ziemlich technische Kurven, das Autódromo ist schwieriger als es auf den ersten Blick erscheint.»
«Als Fahrer brauchst du hier besonders viel Vertrauen ins Auto. Wegen der dünnen Luft hast du so wenig Abtrieb, da ist der Wagen ständig am Rutschen. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir den einen oder anderen Fahrfehler erleben werden – und dann kracht’s in der Regel.»
«Vor Jahren hat jemand das kluge Bild erzeugt, und das gilt immer noch: Du fährst hier mit so steil gestellten Flügeln wie in Monaco, aber der Wagen fühlt sich so leicht an, als würdest du in Monza fahren. Mit den 2026er Autos wird das noch extremer, weil die gut 20 Prozent weniger Abtrieb aufbauen als die Rennwagen 2025.»
Der WM-Dritte von 2002 und 2003 fügt zu Kimi Antonelli hinzu: «In Texas hat Kimi einfach alles richtig gemacht, angefangen beim Start auf mittelharten Reifen – und das gegen die Fahrer von Red Bull Racing und Ferrari, die alle auf weichen Pirelli ins Rennen gingen.»
«Was mit in Austin gefallen hat: Mercedes hat sich nicht aus der Ruhe bringen lassen und ist bei der Einstopp-Strategie geblieben. Red Bull Racing ist in Sachen Rennstrategie in der Regel mustergültig und schafft es – oft mit mutiger Vorgehensweise – die Gegner unter Druck zu setzen. Aber Mercedes hat auf den Zweistopper von RBR überhaupt nicht reagiert, und Antonelli hat das in den Sieg umgesetzt.»
Der zweifache Indy 500-Sieger und IndyCar-Champion weiss auch: «Kimi hatte diese tolle Siegesserie im Frühling, mit fünf Volltreffern in Serie, aber dann kamen sechs Grands Prix, in welchen der Italiener nur einmal siegen konnte. Erst in Monza, dann in Madrid triumphierte er wieder. Inzwischen hatte er so viele Punkte eingefahren, und das war in Texas zu spüren, dass er sich sagen kann: Ich taktiere nicht, ich will einfach nur gewinnen und zeigen, wieso ich der richtige Champion 2026 bin.»
«Fürs Wochenende hier glaube ich, dass Ferrari stark sein kann. Du brauchst einen Wagen, der spontan reagiert auf Richtungswechsel und der stabil liegt, beides trifft auf den Ferrari zu, und der kleine Turbolader, den Ferrari verwendet, wird auch helfen. Die Frage ist nur: Schafft es Ferrari, ein ganzes Wochenende lang perfekt durchzuziehen?»
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