Mercedes-Star George Russell über WM-Fight: «Das wird mich nicht zerstören»
George Russell wird in Mexiko wohl eine schmerzliche WM-Niederlage gegen seinen Teamkollegen Kimi Antonelli einstecken müssen. Der Brite sagt, wie er damit fertig wird.
Der Unterschied ist gross: Formel-1-WM-Leader Kimi Antonelli reiste mit einem Vorsprung von 123 WM-Zählern auf seinen Mercedes-Teamkollegen George Russell nach Mexiko und wenn nichts aussergewöhnliches geschieht, wird der 20-jährige Italiener am Rennsonntag der neue Weltmeister sein.
Das ist besonders bitter für seinen Stallgefährten, der zum Saisonstart noch als grosser Favorit für den Gesamtsieg gehandelt wurde. Wie geht Russell mit der Tatsache um, dass er in dieser Saison deutlich schlechter abgeschnitten hat als sein junger Nebenmann? «Ich habe in diesem Jahr wohl mehr über mich gelernt als mir lieb ist, wenn ich ehrlich bin», erklärt er.
«Die Höhen und Tiefen, die man in einem Sport erlebt, sind riesig, und das hat auch damit zu tun, dass unsere Arbeit uns alles so sehr am Herzen liegt. Aber ich erinnere mich selbst daran, dass ich erst 28 Jahre alt bin. Ich sehe Lewis Hamilton, der mit 41 Jahren noch extrem gut unterwegs ist. Und das Gleiche gilt für Fernando Alonso, der schon 45 ist», fährt der 28-Jährige fort, und betont: «Lewis hat die Mehrheit seiner Titelgewinne in seinen 30ern erobert, und dieses Jahr wird meine Karriere sicher nicht definieren.»
Höhepunkte nach Tiefschlägen: George Russell analysiert seine Saison
«Das wird mich nicht zerstören», ist sich Russell sicher. «Wenn überhaupt, dann macht es mich stärker. Ich bin ziemlich stolz auf meine Ausdauer und darauf, wie ich mich von sehr schwierigen Momenten wieder erholen konnte. Nach den Tiefpunkten dieser Saison habe ich mich im Allgemeinen wirklich sehr stark zurückgemeldet. Dann hatte ich nach einem guten Rennen wieder ein schlechtes. Vielleicht muss ich das auch noch einmal analysieren, denn ich zeige immer nach meinen schlechtesten Rennen meine besten Leistungen – was vielleicht nur ein Zufall ist. Vielleicht ist da aber auch etwas dran», sinniert der achtfache GP-Sieger.
«Aber ich habe mehr Jahre meines Lebens mit Rennfahren verbracht als ohne, und ich hatte mehr erfolgreiche Jahre als relative Misserfolge. Ich glaube nicht, dass irgendein Sportler, egal wie grossartig er auch sein mag, in jedem einzelnen Jahr seiner Karriere auf höchstem Niveau Leistung erbringen kann. Leider ist es so, dass ich es dieses Jahr gebraucht hätte, meine Bestleistung abzurufen. Aber das ist noch lange nicht das Ende für mich, ich habe noch gut zwölf bis 15 Jahre vor mir», stellt Russell klar.
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