Bald-Weltmeister Kimi Antonelli: Das Unvermeidliche folgt dann in Mexiko
Der 20-jährige Italiener Kimi Antonelli hatte beim USA-GP die Chance, den WM-Titel 2026 sicherzustellen. Er machte alles richtig: Sieg in Texas. Die Titelfeier ist trotzdem verschoben. Bis Mexiko.
Kimi Antonelli hat beim Grossen Preis der USA auf dem Circuit of the Americas (COTA) alles richtig gemacht: Er krallte sich am Samstag die siebte Formel-1-Pole seiner Karriere und am Sonntag seinen neunten Saisonsieg.
Einem US-amerikanischer Journalist entfuhr, als Kimi über die Ziellinie flitzte: «Ist er jetzt Weltmeister oder was?» Nein, ist er nicht.
Denn die Vorgabe vor dem WM-Lauf in Texa war: Wenn Kimi gewinnt (abgehakt) darf Lewis Hamilton nicht besser als Fünfter sein und George Russell nicht besser als Neunter. Hamilton wurde jedoch Vierter und Russell Achter.
Damit heisst es also: Die Korken knallen erst (in aller Wahrscheinlichkeit) eine Woche später, beim Grossen Preis von Mexiko vom 1. November.
Kimi liegt in der Fahrer-WM nun 123 Punkte vor seinem Mercedes-Stallgefährten George Russell und 124 vor Lewis Hamilton. Nach derzeitigem Stand (also mit den letzten beiden WM-Läufen in Katar und Abu Dhabi) sind in den ausstehenden fünf Grands Prix noch 125 Punkte zu gewinnen.
Will heissen: Russell müsste alle diese fünf Rennen für sich entscheiden, gleichzeitig aber dürfte Kimi in diesen fünf Rennen nur noch zwei Punkte einfahren. Hamilton müssen fünf Mal gewinnen, und Kimi dürfte nur noch ein Pünktchen einheimsen.
Anders formuliert: Kimi Antonelli muss in Mexiko zwei Punkte (Rang 9) einfahren, dann ist alles entschieden, egal was die letzten zwei verbliebenen Gegner anstellen.
Gewinnt weder Russell noch Hamilton, ist Antonelli ebenfalls Champion, völlig egal, welches Resultat der Italiener erreicht.
Max Verstappen kann nicht mehr Champion werden, Mexiko 2026 wird das erste Rennen seit November 2020 sein, in welchem der Niederländer mit dem WM-Ausgang nichts mehr zu tun hat.
An seinem WM-Fahrplan ändert Kimi Antonelli für Mexiko rein gar nichts: «Ich packe das mit der gleichen Einstellung an wie schon in der ganzen Saison – ich will Spass haben, und ich will das bestmögliche Ergebnis erringen, hoffentlich kann ich dabei um den Sieg kämpfen. Es wäre schön, die Entscheidung mit einem Sieg zu versüssen, aber letztlich will ich das alles einfach nur geniessen.»
«Ich habe wirklich Glück, weil ich eine sehr gute Gruppe von Menschen um mich habe. Im Team habe ich meinen Vater, der immer zu den Rennen kommt, dann meinen Leistungstrainer. Ich habe fabelhafte Menschen um mich herum, die mir helfen, entspannter zu sein und mir keine Sorgen zu machen.»
«Sie helfen mir, die ganzen Störgeräusche auszublenden, und das ist auch der Grund, warum ich solch ein Wochenende geniessen kann. Ich werde nicht lügen – am Donnerstag gab es hier in Texas viel Gerede über meinen möglichen Titelgewinn und so weiter. Ich habe versucht, mir darüber nicht den Kopf zu zerbrechen und mich ganz auf die Arbeit zu konzentrieren.»
Vielleicht war es ja unterm Strich ganz okay, dass Kimi den Titel nicht in Texas geholt hat. Das legale Alter, in welchem jemand in Texas Alkohol kaufen, besitzen oder öffentlich konsumieren kann, liegt bei 21 Jahren.
In Mexiko darf man das schon mit 18.
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